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Sportwetten 2021: Was gilt ab Juli durch den GlüStV?

Sportwetten-Manipulation: Betrug im Fußball / Shutterstock.com

Im Gegensatz zum Online-Casino sind Sportwetten längst legal. Doch im Juli 2021 greift eine Neuausgestaltung vom Glücksspielstaatsvertrag. Dort finden sich diverse Regeln hinsichtlich der Abgabe von Wett-Tipps im Internet. Noch ist nicht im Detail klar, wie die Gesetz ausgelegt werden. Doch scheint es tiefergehende Änderung beim Angebot von Einzelwetten, sowie insbesondere bei den Live-Wetten zu geben. Auch die Auswahl der Sportevents könnte für in Deutschland lizenzierte Anbieter leicht eingeschränkt werden. Inwieweit sich Änderungen zum 1. Juli 2021 einstellen können, wollen wir nachfolgend versuchen herauszustellen.

Dabei berufen wir uns auf den §21 vom Entwurf zum neuen Glücksspielstaatsvertrag 2021. Diesem Entwurf haben inzwischen alle Bundesländer zugestimmt. Damit wird das Gesetz erst einmal so, wie es aktuell ausgestaltet ist, in Kraft treten. Nachträgliche Änderungen sind jedoch, falls einzelne Paragraphen nicht der Lebenswirklichkeit entsprechen oder wenn die Regierung es als nötig empfindet nachzuschärfen, nicht ausgeschlossen. Etwas unglücklich scheint der Zeitpunkt, zu dem das neue Regelwerk greift. Denn am 1. Juli ist die Europameisterschaft 2021 mitten im Gange. Eventuell stehen für die Gruppenphase des Wettbewerbs also noch andere Wetten bereit, als in der Endrunde des Turniers. Nachfolgend befassen wir uns mit den Regeln vom §21 GlüStV.

Sportwetten: Definition, Erlaubnisse und Verbote

Zunächst einmal unterscheidet das Gesetz in Ergebniswetten und Ereigniswetten. Erstes umfasst Wett-Tipps, die auf das Endergebnis abzielen. Nach unserem Verständnis trifft dies auf den Sieger, das Unentschieden, aber ebenso auf die Doppelte Chance und die Handicap-Wette zu. Während bei einem „Ereignis“ ein konkretes Event während eines Spiels gemeint ist. Hierbei könnte das Erzielen eines Tors oder die Vorbereitung eines Treffers gemeint sein. Gleichwohl sollen Sportereignisse von den Wetten ausgeschlossen werden, sofern bei den Wettbewerben überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind. Amateurfußball ist per Definition ein Sport, der ausgeübt wird, ohne dafür eine Bezahlung zu erhalten. Dies mag je nach Liga schon ab der Regionalliga zutreffen. Doch sicherlich fließen bei manchen Clubs in der Verbandsliga sogar noch Gelder. Hier wird es interessant sein zu sehen, wo die Schere ansetzt. Allerdings bieten Buchmacher ohnehin selten Fußballwetten unterhalb der 3. Liga an – es kommt aber vor.

Bei sportlichen Großereignissen spielt es übrigens keine Rolle mehr, wenn die Teilnehmer minderjährig sind. Hier ist die Bedeutung des Events höher anzusiedeln. Angenommen im Halbfinale von Wimbledon treffen zwei 17-jährige aufeinander, dann dürften darauf also trotzdem ab Juli 2021 Sportwetten platziert werden. Übrigens heißt es im §21 Abs. 1a Satz 4: „Sportwetten auf den Eintritt eines regelwidrigen Verhaltens oder die Sanktionierung eines regelwidrigen oder vermeintlich regelwidrigen Verhaltens sind unzulässig.“ Damit sollten Wetten auf Karten vom Tisch sein. Hier ist die Gefahr einer Manipulation zu hoch. Diesbezüglich sind die Veranstalter von Sportwetten im Übrigen verpflichtet, sich an einem System zur Frühwarnung bezüglich Manipulationen zu beteiligen. Auffälligkeiten sind zu berichten, um die Integrität des Sports aufrechtzuerhalten.

Vermittlung von Sportwetten: Wenn ein Gebäude eine Spielhalle oder Spielbank beherbergt, dürfen dort keine Wett-Tipps vermittelt werden. Da konkret von einem Gebäude die Rede ist, scheint dies nicht bei Online-Angeboten zu greifen, wo Casino und Sportwetten unter einem virtuellen Dach zu finden sind.

Neues zu Sportwetten 2021: Live-Wetten & erlaubte Tipps

Wie verändern sich die Live-Wetten? (Bildquelle)

Eine größere Änderung könnte die Live-Wetten treffen. Denn laut dem Gesetz sind hier bei den Sportwetten 2021 – also ab Juli – Grenzen gesetzt. So heißt es im §4 GlüStV: „Die Verknüpfung der Übertragung von Sportereignissen im Rundfunk und Telemedien mit der Veranstaltung oder Vermittlung von Sportwetten ist nicht zulässig. Während des laufenden Sportereignisses dürfen ausschließlich Wetten abgeschlossen werden, die Wetten auf das Endergebnis oder Wetten auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen ähnlichen Bestandteil eines Endergebnisses in Sportarten, in denen regelmäßig nur eine geringe Gesamtanzahl dieser Ereignisse im Laufe des Sportereignisses auftritt, insbesondere im Fußball, Hockey, Eishockey oder Volleyball, sind.“ Einerseits bleiben die wichtigsten Live-Wetten damit erhalten – auf Sieg, Unentschieden und Tore. Andererseits könnten spezielle Live-Tipps dadurch aus dem Programm fliegen. Je nachdem wie eng der Gesetzgeber den Rahmen hier zieht, wären die Live-Wetten bei den Online-Buchmachern eventuell nahezu identisch.

Weiterhin soll eine Liste mit erlaubten Sportwetten ab 2021 geführt werden. Wettanbieter dürfen sämtliche dort genannten Tipps vermitteln. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eigene Vorschläge zu unterbreiten. Wenn diese von Behördenseite gestattet werden, so steht einer Vermittlung dieser Wetten ebenfalls nix im Wege. Demzufolge würde der Vorschlag aber auch auf der Liste der erlaubten Wett-Tipps landen. Zudem sind die Wettvermittler dazu verpflichtet, besagte Liste einmal im Monat zu prüfen. Positiv gesprochen ist der gesetzliche Rahmen damit flexibel. Negativ ist zu benennen, dass die Buchmacher alle aus dem gleichen Pool an Einzelwetten für die jeweiligen Sportereignisse auswählen müssen.

Für wen gelten die genannten Regeln? Betroffen sind alle Online-Buchmacher, die nach §4 GlüStV eine Erlaubnis für den Vertrieb von Sportwetten beantragen und erhalten. Umgekehrt soll, wer sich nicht um eine deutsche Konzession bemüht, per Netzsperre vollständig vom Markt ausgeschlossen werden. Inwiefern diese Regelungen alle schon ab dem 1. Juli 2021 zur Anwendung kommen, bleibt abzuwarten.

Sportwetten 2021: Was gilt ab Juli durch den GlüStV? 1200 1000 2021-05-03 10:35:11 Online-Casino.de

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