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Sportwetten Betrug: Fifa und Sportradar sind sich einig

Martin Hill, 18. Februar 2017, Sport & Spiel

Sportwetten: Grenzenlos über das Web zu platzieren (Bildquelle)

Sportwetten sind unlängst im Leben der Fußball- und Sport-Fans angekommen. Ob beim Kiosk an der Ecke oder im Internet, sehr schnell ist ein Tipp auf die kommenden Spiele abgegeben. Allerdings gibt es eine Schattenseite dieses Hobbys. Gemeint ist die Wettkriminalität. Denn für kriminelle Machenschaften aus dem In- und Ausland eignen sich die Sportwetten ebenso.

Der Internationale Verband des Association Football (Fifa) möchte diesbezüglich gegensteuern. In diesem Sinne wurde eine Vereinbarung mit dem Unternehmen Sportradar geschlossen. Sinn des Vertrages ist die Ausstattung des Verbandes mit einem Monitoring- und Nachrichtenprogramm.

So möchte die Fifa die Spielmanipulation-Erkennung verbessern

Die Partnerschaft zwischen der Fifa und den Sportradar Integrity Services ist perfekt. Durch Unterzeichnung dieses Vertrages sichert sich die Fifa eine Reihe an Diensten zum Zwecke der Überwachung.

Sportradar gilt in der Branche als Kompetenz. Es handelt sich um den weltweit besten Anbieter aus der Branche des Monitorings von Wettbetrug.

Dieses Wissen und die vorhandene Technik sollen jetzt der Fifa direkt zugutekommen. Verdächtige Bewegungen beim Wetten werden künftig in vielen Partien des nationalen und internationalen Fußballs identifiziert und protokolliert.

Anschließend tritt die Fifa in Aktion. Die gesammelten Daten werden den jeweiligen Verbänden der Länder zur Verfügung gestellt, sofern ein Spiel in deren Zuständigkeitsbereich betroffen ist. In diesem Sinne wird von der Fifa auch eine Unterstützung bei dem Verhängen von Maßnahmen geboten.

Sämtliche Fifa-Turniere sind freilich in der Überwachung eingeschlossen: Weltmeisterschaft und deren Qualifikation, die Olympischen Fußballturniere, der Confederations Cup, diverse Wettbewerbe der Fußballjugend und eine größere Auswahl nationaler Ligen.

Von der Erkennung manipulierter Spiele zu deren Prävention

Es ist wichtig manipulierte Spiele aufzudecken und die Schuldigen zu finden. Langfristig muss das Ziel jedoch in der Prävention liegen. Harte Strafen können abschrecken. Gleiches gilt für eine hohe Quote bei der Aufklärung.

Fifa-Präsident Gianni Infantino äußerte sich wie folgt: „Die Erhaltung der Integrität des Spiels ist für die Fifa vorrangig“

Eine Minianwendung (App) soll zum Einsatz kommen, welche Trainer, Mitarbeiter und auch Spieler vor Aktivitäten warnt. Ein Blick in die Vergangenheit diverser Turnier und Ligen bringt die erschreckende Erkenntnis, dass im Sport sehr viel manipuliert wird. Und es ist anzunehmen, dass nicht jede Manipulation in der Vergangenheit aufgedeckt wurde.

Ein großes Problem ist in diesem Zusammenhang die Geldwäsche. Laut der Universität Pantheon-Sorbonne in Paris und dem Sportsicherheit-Zentrum ICSS in Katar beläuft sich der Betrag, welcher über die Sportwetten gewaschen wird auf bis zu 100 Milliarden Euro. Nach diesen Angaben sollen zudem 80 Prozent der Wetten auf der Welt illegal sein.

Ein Blick in die Vergangenheit: Manipulierte Spiele vor der WM 2010

Fußball: Ein Sport mit Stolperfallen (Bildquelle)

Ein eigentlicher geheimer Bericht der Fifa kam bereits vor mehreren Jahren an die Öffentlichkeit. Insbesondere im Hinblick auf die Manipulation von Testspielen im Vorfeld der WM 2010 in Südafrika waren interessante Fakten zu finden. Schiedsrichter sollen bestochen worden sein. Der Clou: Die Männer mit der Pfeife im Mund waren der Fifa gar nicht alle bekannt.

Die New York Times berichtete von mindestens fünf Spielen, die verschoben wurden. Gleichwohl wurde nicht ausgeschlossen, dass noch mehr Partien betroffen sein können. 15 Spiele wurden als Manipulationsziel erkannt. Betroffen war beispielsweise die Begegnung der USA mit Australien. Es ist jedoch nicht immer eindeutig, ob die aufgeführten Spiele tatsächlich manipuliert worden sind.

Konkrete Beispiele sind natürlich ebenso vorhanden. Im Testspiel zwischen Ausrichter Südafrika und Guatemala wurden ungewöhnlich hohe Einsätze auf viele Tore hinterlegt. Der Schiedsrichter, welcher mit 100.000 Euro bestochen worden sein soll, pfiff in dieser Partie zwei unberechtigte Handelfmeter. Das Ergebnis: 5:0 für Südafrika.

Die bisherige Konsequenz: Praktisch nicht vorhanden. Südafrika wollte die Geschichte nicht unnötig aufblasen und hat die Ermittlungen eingestellt. Auch die Fifa glänzte nicht mit Lösungen oder Erkenntnissen. Erneut musste die Fifa Kritik einstecken, unter anderem von Wettbetrugsexperte Declan Hill: „Das Frühwarnsystem der Fifa ist ein Witz“. Es wurde darauf angespielt, dass lediglich 400 europäische Wettseiten überwacht wurden. Immerhin gab es zur damaligen Zeit schon mehr als 20.000 Seiten für Sportwetten.

Große Turniere, wie eine Weltmeisterschaft, stehen oftmals im Fokus. Denn hier fällt es kaum auf, wenn mal ein paar Millionen mehr auf ein Spiel gesetzt werden. Das generelle Wettvolumen ist hier, wegen der Attraktivität des Wettbewerbs, bereits gegeben. Dennoch sind Manipulationen nicht auf die großen Turniere beschränkt. Spiele in den unteren Ligen von Schweden und sogar in Deutschland wurden schon manipuliert. Italien stand schon mehrfach im Blickpunkt. Zudem ist die Dunkelziffer sehr groß.

Sportwetten Betrug: Fifa und Sportradar sind sich einig 300 250 2017-02-18 10:27:02 Online-Casino.de

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