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Sportwetten Betrug jetzt bis zu 5 Jahre ins Gefängnis

Martin Hill, 13. März 2017, Recht & Gesetze

Im Sport und beim Spiel findet sich nicht selten viel Geld im Topf (Bildquelle)

Wettskandale kennt der Fußball viele. Die populäre Sportart ist für Fans zum Wettobjekt geworden. Mit der Vielzahl von Optionen auf oder gegen eine Mannschaft zu tippen, kamen diverse Probleme. Um die Hemmschwelle eines Betruges für Offizielle, Spieler und Trainer zu erhöhen, wurden kürzlich härtere Strafen beschlossen. Sportwetten-Betrüger müssen demzufolge für bis zu fünf Jahre in das Gefängnis.

Ein entsprechendes Gesetz wurde von Donnerstag auf Freitag vergangene Woche vom Bundestag verabschiedet. Die Änderung der Rechtsauffassung, welche eine Lücke in den Gesetzen schließt, wird von der DFL und vom DFB gleichermaßen unterstützt. Auch der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hat seine Zustimmung bekundet.

Schiedsrichter-Skandal in der Bundesliga: Darum sind harte Strafen notwendig!

Die Kontrollorgane von DFL und DFB haben nicht angeschlagen. Aber laut einer wissenschaftlichen Studie stehen drei Schiedsrichter aus der 1. Fußball Bundesliga in Deutschland unter Verdacht, Spiele manipuliert zu haben. Die Schiris sind das schwächste Glied in einer Kette von Personen, welche auf den Spielausgang Einfluss nehmen können.

Aber woher kommt die Vermutung des Wettbetrugs in der Bundesliga? Die Studie wurde von den Universitäten Bielefeld, West Virginia und Pennsylvania ausgearbeitet. Von „möglichem Betrug und Korruption“ ist die Rede. Der Deutsche-Fußball-Bund (DFB) hat jedoch keine Verdachtsmomente gegen die Schiris.

Warum stehen drei Schiedsrichter unter Verdacht? Auf der Sportwettenbörse betfair wurden bei Spielen, welche von den entsprechenden Offiziellen gepfiffen wurden, mehr Einsätze hinterlegt, als bei anderen Schiedsrichtern. Es handelt sich somit um eine statistische Auffälligkeit, wie sie bei einem Wettbetrug vorliegen würde.

Dennoch machen die Autoren der Studie deutlich, dass keine Beweise für einen Wettbetrug vorliegen, sondern dass es sich lediglich um Hinweise handelt. Für „Sport Inside“ vom WDR hat Markus Knasmüller als Experte kundgetan, dass es „einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Höhe der Wetteinsätze und der Schiedsrichterbesetzung“ gibt. Weiterführend spricht Knasmüller von „einem Ausmaß und einer Konzentration auf einige, wenige Schiedsrichter, sodass man kaum mehr von Zufall sprechen kann.“

Dabei wurden die Wetten auf Tore abgeschlossen. Die Auswertung der Studie bezieht sich hierbei auf den Zeitraum 2010 bis 2015 und dort auf 1.251 Spiele der Bundesliga. Allerdings hat es kürzlich auch einen Wettskandal in Schweden gegeben.

Die vollständige Studie in englischer Sprache ist hier nachzulesen.

Künftig droht Wettbetrügern eine Haftstrafe von bis zu 5 Jahren

Spielmanipulationen und Sportwettenbetrug sollen in Zukunft erschwert werden. Im Bundestag wurde eine Gesetzesänderung beschlossen, welche eine Gefängnisstrafe für Betrüger im Fall der Sportwetten vorsieht.

Sportler, Schiedsrichter und Trainer können demnach mit einer Haft von bis zu drei Jahren bestraft werden. Schwerwiegenden Fällen droht sogar eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren.

Heiko Maas von der SPD ist Bundesjustizminister. Er spricht von der Vorbildfunktion im Sport und führt folgendes aus:  „Mit dem beschlossenen Gesetzesentwurf weisen wir Betrug und Manipulation m Sport in die Schranken.“ Auch DFB-Präsident Reinhard Grindel fand deutliche Worte: „Spielmanipulation gehört genauso wie Doping zu den größten Bedrohungen der ethisch-moralischen Grundwerte. […] Wer sich nicht an die Regeln des Fairplay hält – das gilt auf dem Platz genauso wie außerhalb – muss belangt und bestraft werden können.“

Neben dem Sportwettenbetrug, welcher freilich nicht nur im Fußball greift, hat die Gesetzesänderung einen weiteren Baustein aufgegriffen. Mit Aufnahme der Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben“ sind Absprachen im Profisport, welche die Ergebnisse unabhängig vom Wettbetrug verschieben, zu bestrafen. Auch hier sind bis zu drei Jahre Haft festgeschrieben.

Brisant: Schiedsrichter unter Verdacht und neues Gesetz

Sind Schiedsrichter das schwächste Glied beim Wettbetrug? (Bildquelle)

Es ist wahrscheinlich, dass sich beide Themen einfach überlappt haben. Medial mutet es dennoch merkwürdig an, dass zunächst drei Schiedsrichter in den Verdacht der Spielmanipulation gestellt werden und kurz darauf eine Gesetzesänderung beschlossen ist.

Ebenfalls für Brisanz sorgt ein altes Thema. Denn es wäre nicht der erste Schiedsrichter-Skandal in Deutschland. Robert Hoyzer hat seiner Zunft im Jahr 2005 einen Bärendienst erwiesen. Mit zwölf Spielen aus der 2. Bundesliga, Partien aus dem DFB-Pokal und der Regionalliga war der Schiri auf Karrierekurs. Der Wettbetrug brachte ihm jedoch eine Sperre ein. Hoyzer wurde zu zwei Jahren und fünf Monaten Gefängnis, ohne Bewährung, verurteilt.

Ganz entspannt scheint der DFB hingegen die neuen Entwicklungen zu sehen. Der Fußball-Bund steht hinter den Gesetzesänderungen. Der angebliche Verdacht gegen die Schiedsrichter wird vom DFB verneint. Es besteht eine Zusammenarbeit mit Sportradar, bereits seit dem Hoyzer-Skandal im Jahr 2005. Das Unternehmen zur Überwachung von Wettbetrug hat jedoch keine Anzeichen auf eine Manipulation feststellen können.

Tatsächlich wurde seit dem Jahr 2005 überhaupt keine Begegnung der ersten beiden Bundesligen in Deutschland unter Manipulationsverdacht gestellt.

Sportwetten Betrug jetzt bis zu 5 Jahre ins Gefängnis 300 250 2017-03-13 16:01:33 Online-Casino.de

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