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Sportwetten-Werbung: „Bild“-Zeitung in der Kritik

DAZN als Wettanbieter: Gerücht oder Zukunftsmusik? / Shutterstock.com

Die Sportwetten-Branche ist ein Milliardenmarkt – und gleichzeitig mitten in einem Boom. Da ist es nur selbstverständlich, dass viele Unternehmen ihr Stück vom Kuchen abhaben möchten. Seit einigen Monaten mehren sich auch in den Medien die Berichte und die Werbung rund um die Sportwetten. Vor allem die „Bild“-Zeitung ist hier in der jüngeren Vergangenheit aufgefallen. Wohl nicht ohne Grund: Mit dem Buchmacher „BildBet“ bietet die Zeitung bereits seit mehreren Monaten eine eigene Plattform für die Abgabe der Sportwetten. Einigen Politikern ist dies ein Dorn im Auge. Zudem wird die „Bild“ dafür kritisiert, falsche Eindrücke rund um die Sportwetten zu vermitteln.

Wer in den vergangenen Wochen bei der Europameisterschaft zugesehen hat, hat mit großer Wahrscheinlichkeit auch eine Sportwetten-Werbung erblicken können. In den vergangenen Monaten und Jahren hat sich die Anzahl der Werbeeinblendungen im Glücksspielbereich spürbar erhöht. Das gefällt gewiss nicht jedem. Stark in der Kritik steht aktuell die „Bild“-Zeitung, die in den Augen vom Bremer Innensenator mit einer „verharmlosenden“ Berichterstattung auffällt. Und dazu mit „BildBet“ auch noch ein eigenes Wettangebot betreibt.

Sportwetten boomen, Politiker sorgen sich um Spielerschutz

Kaum eine Branche hat sich online in den letzten Jahren so stark entwickelt wie die Sportwetten-Branche. Zahlreiche Anbieter sind auf dem deutschen Markt aktiv, die Tendenz steigt. Durch die Politik wurde der Markt weiter geöffnet, Unsummen werden auf Seiten der Anbieter in die Werbung zur Kundengewinnung investiert. Da mit der „Bild“-Zeitung mittlerweile auch ein mächtiges Medienunternehmen auf dem Markt aktiv ist, sind Politiker und Spielsuchtexperten in Sorge. Einer der Kritiker ist der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer von der SPD. Dieser wandte sich in einem Schreiben an den Deutschen Presserat. Offenbar, um hier auf die Arbeit der „Bild“-Zeitung aufmerksam zu machen. Wie die Tagesschau berichtet, warnt der Innensenator vor der „besorgniserregenden“ Berichterstattung der „Bild“-Zeitung beim Thema Sportwetten. Es würde sich hierbei um eine „gezielt verharmlosende“ Berichterstattung handeln. Zudem würde die Zeitung „penetrant und positiv“ über das Thema berichten.

Mäurer wird noch konkreter. So würde es auf der Webseite der „Bild“ zahlreiche redaktionelle Beiträge geben, in denen die Sportwetten „in schillernden Farben“ dargestellt werden würden. Die „Bild“ würde den Lesern weismachen, dass man mit „den richtigen Tricks“ und dem nötigen Wissen auch „richtiges Geld“ verdienen könne.

Die „Bild“-Zeitung ist erst vor wenigen Monaten selbst in das Geschäft mit den Sportwetten eingetreten. Gemeinsam mit dem britischen Traditionsbuchmacher „Betvictor“ wurde in Deutschland das Angebot von „BildBet“ auf den Markt gebracht.

Wettangebot der „Bild“-Zeitung in der Kritik

Das Wettangebot von BildBet steht in der Kritik. / Shutterstock.com

Mäurer stört sich dabei noch an einem weiteren Punkt. Daran, dass die „Bild“-Zeitung mit der Marke „BildBet“ mittlerweile selbst Sportwetten im Internet anbietet. Das Blatt nehme in Kauf, dass „die Leser sich in die Gefahr der Spielsucht begeben“, so Mäurer. Zudem seien nun auch wirtschaftliche Interessen auf Seiten des Medienunternehmens vorhanden. Mäurers Fazit: Unter dem „Deckmantel der Presseberichterstattung“ mache „Bild“-Zeitung somit Werbung, die sich jeder Regulierung entziehe. Der Innensenator erklärte auch, dass er sich nicht nur an dem konkreten Fall von „BildBet“ störe. Vielmehr solle der Presserat einen neuen Missstand untersuchen, der durch die Legalisierung des Online-Glücksspiels zu erwarten sei. Immerhin, so Mäurer, werde künftig wohl auch mehr über dieses Thema berichtet. Geht es nach dem Bremer Innensenator, sollte der Presserat künftig eine Art Kodex ins Leben rufen. Mit diesem solle der Presse verboten werden, positiv über die Sportwetten zu berichten. Einen ähnlichen Kodex gibt es bereits für Alkohol oder Zigaretten.

Laut den Berichten der Tagesschau weist ein Sprecher der „Bild“-Zeitung die Vorwürfe von sich. Man würde in den Beiträgen explizit auf die Gefahren des Glücksspiels verweisen. Zudem berichte das Blatt „ausgesprochen verantwortungsvoll“. In der Tat sind Beiträge dieser Art bei der „Bild“-Zeitung durch einen Hinweis gekennzeichnet und bieten für Spielsüchtige sogar den Kontakt zu einer Beratungsstelle. Die Zeitung betont auch, dass redaktionelle Inhalte und Markenkooperationen immer strikt voneinander getrennt werden würden.

Mit der „Bild“ bzw. Axel Springer ist das erste deutsche Medienunternehmen groß in den Sportwetten-Markt eingestiegen. Mittlerweile ist Axel Springer aber nicht mehr der einzige Konzern. Auch ProSiebenSat.1 ist am Wettangebot von JackOne beteiligt.

Sportwetten-Werbung: „Bild“-Zeitung in der Kritik 1200 1000 2021-07-14 13:36:55 Online-Casino.de

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