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Staat sackt Steuern für Sportwetten und Online-Casinos ein

Christian Webber, 17. Mai 2019, Steuern

Wer erhält die Sportwetten Steuer? (Bildquelle)

Einerseits sind diverse Bundesländer gegen eine Legalisierung von Online-Glücksspielen. Andererseits werden die Steuern mit offenen Armen willkommen geheißen. Insbesondere bei den Wetten gibt es eine interessante Statistik: Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich hier die Höhe der Steuereinnahmen praktisch verdoppelt. Bezüglich der Casino-Spiele scheint unterdessen eine Zwischenlösung gefunden, welche den Betrieb im Web bis ins Jahr 2021 regeln soll. Für dieses Jahr wiederum ist eine umfassendere Änderung der Gesetzeslage geplant. Dann soll der dritte Glücksspieländerungsstaatsvertrag rechtliche Lücken schließen.

Die FDP hatte bezüglich der Sportwetten beim Bundesfinanzministerium nachgefragt. Eine entsprechende Antwort wurde auch dem Handelsblatt vorgelegt. Die Quintessenz: Im Geschäftsjahr 2018 wurden von Wettanbietern fast 384 Millionen Euro an Steuern abgeführt. Wenn wir hingegen in das Jahr 2014 zurückblicken, so waren es dort nur 225 Millionen Euro. Die Sportwetten Steuer, welche im Rennwett- und Lotteriegesetz mit „fünf von hundert“ geregelt ist, gibt es seit dem Jahr 2012.

Einsätze bei Sportwetten überschreiten sieben Milliarden Euro je Jahr

Wetten haben an Beliebtheit zugelegt. Heutzutage setzen Spieler nicht mehr nur auf Partien, die sie auch live verfolgen können. Dass ist kein Problem, bieten die Online-Buchmacher doch ein breites Portfolio an Angeboten. So ist es von Deutschland aus möglich, auf Fußballspiele in Guatemala oder Tansania zu setzen. Und die Deutschen nehmen diese Auswahl dankend an. Denn geschätzt liegen die Wetteinsätze inzwischen bei sieben Milliarden Euro im Jahr. Diese Rechnung ergibt Sinn. Denn bei 384 Millionen Euro an Steuern (5 Prozent), lassen sich die Einsätze pro Jahr hochrechnen. Doch eigentlich sind die Sportwetten derzeit in einer Grauzone angesiedelt. Lizenzen gibt es keine, wobei eine Übergangslösung bis ins Jahr 2021 gefunden scheint. Diese muss jedoch noch von der EU-Kommission verifiziert werden.

Mit hohen Wetteinsätzen bei den Sportwetten gehen hohe Steuern einher. Dies ist ein Grund, warum die Politik das Thema über die vergangenen Jahre ein wenig hat ruhen lassen. Zwar gab es immer mal Vorschläge, Online-Glücksspiele zu verbieten oder einzuschränken. Wirklich konkret ist es dabei bislang nicht geworden. Warum auch? Allein Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2018 schon 90 Millionen Euro an Sportwetten-Steuer kassiert. Das Bundesland Bayern konnte sich über 68 Millionen Euro freuen. Das Schlusslicht dieser Liste ist Bremen, wo noch immer Wettsteuern in Höhe von 3,5 Millionen Euro in die Kasse flossen. Dabei ist es offiziell nur bei Oddset erlaubt Wetten zu platzieren. Doch der staatliche Anbieter findet zuletzt eher wenig Beachtung. Andere Glücksspielanbieter berufen sich auf eine Entscheidung aus Europa, dass der deutsche Staatsvertrag europarechtswidrig ist.

Steuern von Casino-Spielen: Dass die seriösen Anbieter hier ebenfalls Steuern entrichten, ist anzunehmen. Leider liegen diesbezüglich keine Zahlen vor.

Ist bereits eine Übergangsregelung bis zum Jahr 2021 gefunden?

Einsätze bei Sportwetten steigen an (Bildquelle)

Hans-Jörn Arp ist wohl der größte Verfechter einer liberalen Glücksspiellösung. Er fungiert als Parlamentarischer Geschäftsführer in der CDU-Landtagsfraktion. Er nahm kürzlich zum „Gesetz zur Übergangsregelung für Online-Casinospiele“ Stellung. Zunächst bedankte sich der Politiker beim Innenminister und dem Chef der Staatskanzlei. Denn diese haben den neuen Weg mitgetragen. Konkret führt Arp aus, dass „auch andere Bundesländer von der Sinnhaftigkeit einer solchen Übergangsregelung“ überzeugt werden konnten. Tatsächlich fand eine Abstimmung mit Sucht- und Verbraucherverbänden statt. Die Quintessenz war eine Lösung zum Jugend- und Spielerschutz, mit dem die Politik in ihrer Übergangsphase zum Glücksspiel gehen möchte.

Gleichwohl vertritt der Politiker aus Schleswig-Holstein ebenso die Interessen seines Bundeslandes. Denn Partner aus dem Bereich der Sportwetten stehen bei den heimischen Vereinen unter Vertrag. Bet90 ist aktuell offizieller Sportwettenpartner von THW Kiel. Beim Fußball ist der Zweitligist Holstein Kiel eine Partnerschaft mit Bethard eingegangen. Bei anderen Bundesländern sieht es ähnlich aus. Die Top-Vereine haben praktisch alle ihre Partner im Bereich der Sportwetten gefunden. Umso wichtiger sei es, die Jugend zu schützen. Denn diese kommen über den Fußball früh in Kontakt mit den Sportwetten. Dass Arp darauf anspielt, andere Bundesländer für die Übergangsregelung gewonnen zu haben, bedeutet aber auch, dass nicht alle Ministerpräsidenten auf seiner Seite stehen. Erst ab 2021 soll ein Gesetz Gültigkeit haben, welches für alle Bundesländer grenzüberschreitend gilt.

Save-Server: Die Konkretisierung der Glücksspielgesetze obliegt dem Land. Für die Casino-Spiele soll künftig ein Server eingerichtet werden, der überprüfe, ob bei den Spielen alles fair vonstattengeht. Diese Sicherheitsmaßnahme soll bereits bis 2021 greifen.

Legalisierung von Online-Wetten und -Casinos: Steuern nur ein Grund

Dass die Bundesländer sich über die Einnahmen an Steuern aus Sportwetten und Casinos freuen, ist klar. Immerhin können diese Gelder den Haushalt aufbessern. Doch ein wichtiger Aspekt wird ebenso von den Sucht- und Verbraucherverbänden bestätigt: Durch ein striktes Verbot von Glücksspielen, greifen die Kunden auf illegale Angebote zurück. Das Ziel muss also eine Legalisierung sein, welche den Anbietern klare Vorschriften macht. Und diese Regeln haben von einer deutschen Behörde aus zu überprüft werden.

Diesbezüglich werden gerade die Weichen gestellt. Eine Bundesbehörde für Glücksspielangelegenheiten ist ab dem Jahr 2021 in Planung. Mathias Dahms vom Deutschen Sportwettenverband (DSWV) spricht sich für eine zweckgebundene Verwendung der Steuereinnahmen aus. Diese sollen dem Breitensport zugutekommen. Die Bundesligaclubs profitieren von den Werbeeinnahmen. Und die kleineren Vereine könnten über die Steuer gefördert werden.

Staat sackt Steuern für Sportwetten und Online-Casinos ein 1200 1000 2019-05-17 08:02:47 Online-Casino.de

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