Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Steht das Glücksspiel-Sponsoring im Fußball vor dem Aus?

Christian Webber, 14. Dezember 2020, Recht & Gesetze

Steht das Sportwetten Sponsoring im Fußball vor dem Aus? / Shutterstock.com

Spanien machte den Anfang. England und Belgien folgen. Gemeint sind verschärfte Richtlinien für Glücksspiel-Sponsoring im Fußball. Natürlich wollen wir Deutschland nicht vollends außen vorlassen. Immerhin werben 17 von 18 Mannschaften der 1. Bundesliga für mindestens einen Sportwetten-Partner. Doch könnte das Ausland hier als Vorbild fungieren. Daher ist es insbesondere von Interesse, was dort aktuell für Änderungen angestrebt werden. Dabei gehen die Verbände, gemeinsam mit den Glücksspielbehörden, unterschiedliche Wege. Manche Clubs dürfen mit Einschränkungen weiterhin werben. Andere Länder untersagen die Glücksspiel-Werbung hingegen vollends. Was dies für die Clubs und Anbieter bedeutet, wollen wir uns anschauen.

In erster Linie sind Sportwetten-Unternehmen große Firmen, die zunächst einmal ebenfalls das Recht haben Werbung zu schalten und Partnerschaften mit Clubs einzugehen. Doch über Gesetze zum Jugend- und Spielerschutz kann diese Werbefreiheit in seine Schranken verwiesen werden. Und genau das passiert aktuell in Teilen von Europa. Den Anfang machte Spanien im November dieses Jahres. Daher fangen wir bei den dortigen Clubs in der La Liga an.

Werbeverbot für Sportwetten in der La Liga

Die Primera Division in Spanien gilt als Vorreiter. Schon im November hat die Regierung ein Gesetz verabschiedet, welches es Fußballvereinen künftig untersagt, Partnerschaften mit Sportwetten-Anbietern einzugehen. Damit verbannt die Politik die Wettanbieter von den Trikots der Proficlubs. Freilich greift diese Regelung erst zur nächsten Saison. So können die geschlossenen Verträge zumindest bis zum Saisonende im August ordnungsgemäß abgewickelt werden. Doch dauert die finanzielle Planung eines Vereins meistens länger an, als nur ein halbes Jahr. Daher müssen diverse Clubs sich um ihre Finanzen Sorgen machen. Gerade in Spanien, wo es mit der finanziellen Struktur der Teams oftmals nicht weit her ist. Doch welche Mannschaften und Partner sind überhaupt von dem neuen Gesetz betroffen?

Aus der La Liga erwischt es Osasuna (kirol bet), Granada und RCD Mallorca (Betfred), den FC Valencia (Bwin), Levante, Leganés und Deportivo Alaves (jeweils Betway), sowie Sevilla (Marathon Bet). Acht Mannschaften müssen sich daher nach neun Sponsoren umsehen, um die bisher kalkulierten Einnahmen zu ersetzen. Die spanische Regierung ist sehr streng. Denn die Verschärfung der Werberichtlinie betrifft nicht nur die Fußballclubs. Denn in Spanien darf für Glücksspiele generell nur noch zwischen 1 Uhr und 5 Uhr in der Früh geworben werden. Diese Schranke gilt nicht nur für das Fernsehen und für Printmedien, sondern ebenfalls für das Internet. Und wer gegen diese Regeln verstößt, der muss mit Bußgeldern in Höhe von bis zu einer Millionen Euro rechnen. Für die Anbieter selbst steht obendrein ihre Lizenz auf dem Spiel.

Kritik auch von den Medien: Nicht nur den Fußballclubs entgehen hier Einnahmen. Allein die TV-Sender haben durch Partnerschaften mit Glücksspielunternehmen voraussichtlich 85 Millionen Euro eingenommen.

Künftige Sponsor-Regeln in England und Belgien

Trikot und TV-Werbung in der Kritik / Shutterstock.com

Großbritannien wandelt auf den Pfaden der Spanier. Doch könnten hier weit mehr Clubs finanziell mit Einbußen rechnen müssen. Denn in der Premier League haben die Hälfte der Clubs einen Partner aus der Branche Glücksspiel auf dem Trikot aufgebracht. Dabei ist die Rede von knapp 77 Millionen Euro, die an britische Vereine geflossen sind. Allerdings gilt der Fernsehvertrag für die Premier League als sehr üppig. Hier wird durchaus über eine Milliarde an die Vereine ausgeschüttet. Daher sollte der Wegfall der Trikot-Sponsoren aus dem Glücksspielsektor nicht so schwer ins Gewicht fallen. Zumal die Partnerschaften zum Teil durch neue Sponsoren zu ersetzen sind. Schwerer wiegt der Wegfall in den unteren Ligen – von der Championship bis zur League Two. Denn hier entgehen den Vereinen noch immer 43 Millionen Euro, die schwer zu ersetzen sind. Bislang steht jedoch nur fest, dass das britische Glücksspielgesetz vom Ministerium für Bildung, Kultur, Medien und Sport auf ein Verbot von Sportsponsoring hin geprüft wird. Hier ist noch nichts final.

In Belgien steht eine Zusammenarbeit der Glücksspielaufsicht (Commission des Jeux de Hasard) und der ersten Liga (Jupiler Pro League) an. Die Rede ist von einer Überarbeitung des Regelwerks mit Bezug auf das Glücksspiel-Marketing. Doch die Belgier fordern längst kein Verbot. Sie wollen jedoch, dass die Vereine ihrer Verantwortung nachkommen. Konkret heißt dies, dass auf die Gefahren des Glücksspiels hinzuweisen ist. Wenn also eine Bande im Stadion mit Glücksspielwerbung belegt ist, so muss diese auch einen Verweis auf Suchtgefahren und einen Hinweis zur Hilfsorganisationen enthalten. Werbung darf obendrein nicht mit einem konkreten Aufruf zum Wetten verbunden sein. Außerdem sind in Belgien nur Partnerschaften gestattet, sofern die Glücksspiel-Unternehmen eine im Land ausgestellte Lizenz vorweisen können.

Workshop für junge Spieler: Auch die Kicker der Vereine sollen über die Gefahren des Glücksspiels aufgeklärt werden. Diesbezüglich hält die Liga einen Workshop ab.

Lage des Glücksspiel-Marketings im deutschen Fußball

Hierzulande wurden diverse Vereine schon öfters angezählt, weil sie mit Wettanbietern paktiert haben, die über keine deutschlandweit gültige Lizenz verfügten. Doch inzwischen sind weitere Konzessionen ausgestellt – wie auch aus der White List vom Regierungspräsidium Darmstadt hervorgeht. Dennoch könnten hier weitere Regeln greifen, wenn der neue Glücksspielstaatsvertrag ab Juli 2021 greift. Bislang sind uns jedoch keine konkreten Regeländerungen bekannt.

Steht das Glücksspiel-Sponsoring im Fußball vor dem Aus? 1200 1000 2020-12-14 16:01:40 Online-Casino.de

Weitere Casino News