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Steve Wynn: Casino-Leitung nach Missbrauchsvorwürfen abgegeben

Martin Hill, 7. Februar 2018, Wirtschaft

Glücksspiel in Las Vegas (Bildquelle)

Zunächst baute sich Steve Wynn ein eigenes Imperium auf und katapultierte sich selbst an die Spitze. Anschließend wurde er in der Ära-Trump sogar zum Finanzchef befördert. Inzwischen hat der Milliardär aus Amerika beide Posten wieder verloren. Missbrauchsvorwürfe wurden laut. Sexuelle Belästigung wird Wynn vorgeworfen. Ist er im Sinne seines Unternehmens zurückgetreten oder ist an den Vorwürfen mehr als nur ein Körnchen Wahrheit?

Das Wall Street Journal berichtete bereits im Januar erstmal von den Vorwürfen. Kurz darauf erfolgte bereits der Rücktritt als Finanzchef der USA. Trump selber äußerte sich gar nicht zu diesem Thema. Nach wenigen Wochen Wiederstand hat Steve Wynn auch seinen Posten an der Spitze seines Casino-Imperiums ab. Vom 76-jährigen Milliardär wird ein negatives Bild in der Öffentlichkeit gezeichnet, welches zugleich eine Sexismus-Debatte in der Branche anstößt.

Hat Steve Wynn Dutzende Frauen sexuell belästigt und genötigt?

Die Casinos Bellagio, Mirage, Treasure Island, Encore und natürlich das Wynn Resort sind in Las Vegas Institutionen. Diese gehören allesamt zum Imperium von Steve Wynn. Inzwischen ist der Milliardär und Trump-Freund nicht mehr an der Spitze seines eigenen Konzerns zu finden. Vorwürfe gegen seine Person haben ihn zum Rücktritt genötigt. Seine Schuld hat der Geschäftsmann jedoch nicht eingeräumt. Die Vorwürfe lauten auf Belästigung und Nötigung. Dabei soll sich Wynn nicht etwa an Kunden, sondern an Angestellten vergangen haben. Ehemalige und aktuelle Mitarbeiter haben sich entsprechend geäußert. Die Belästigung soll bereits über mehrere Jahre anhalten. Das Wall Street Journal berichtet investigativ und stützt sich auf Interviews von über 150 Frauen. Es ist die Rede davon, dass Wynn sich entkleidet und die Frauen gezwungen habe, ihn sexuell zu befriedigen.

Angenommen die Vorwürfe sind wahr, stellt sich folgende Frage: Wie konnte das Verhalten des 76-jährigen über Jahre von der Öffentlichkeit unbemerkt bleiben? Zunächst soll der Missbrauch in der Bürosuite des Milliardärs stattgefunden haben. Die Betroffenen hatten Angst vor der Macht des Casino-Moguls. Außerdem fürchteten sie um ihre Jobs. Wynn suchte sich seine Opfer den Beschuldigungen nach wohl in Wellness Center des Wynn Casinohotels aus. Daher verschwanden die Mitarbeiterinnen immer schnell auf dem WC, wenn der Milliardär ihre Arbeitsstelle betrat. Niemand wollte riskieren ihm in die Fänge zu geraten. Geschwiegen wurde, weil niemand seine gut bezahlte Arbeit verlieren wollte.

Doppelter Rücktritt: Zunächst räumte Steve Wynn seinen Posten als US-Finanzchef und kurze Zeit später trat er von der Konzernspitze seines Casino-Imperiums zurück.

Verteidigung von Wynn: Sind die Vorwürfe von der Ex-Frau gestreut?

Steve Wynn bezeichnete die Vorwürfe als „grotesk“. Dennoch ist der Image-Schaden längst angerichtet. Der Rückzug als Finanzchef kam zügig. Und auch von seiner Konzernspitze trat der Milliardär kurz danach zurück. Nach eigenen Angaben war er mit den Vorwürfen nur schwer in der Lage ein solch großes Unternehmen optimal zu leiten. Ohne Frage hat Steve Wynn die Skyline von Las Vegas geprägt. Vor seinen Investments besteht die Stadt der Spieler als kleinen Bauten. Inzwischen sind es riesige Ressorts. Das Wynn Hotel und Casino ist 2005 eröffnet worden. Seiner Zeit war es mit 2,7 Milliarden US-Dollar das weltweit teuerste Hotel. Der Rücktritt wird von Wynn selber jedoch nicht als Eingeständnis gewertet. Vielmehr ist seine Entscheidung auf einer „Lawine negativer Aufmerksamkeiten“ gefußt.

Der Las Vegas Strip: Viele von Steve Wynns Casinos prägen das heutige Bild

 

Vor wenigen Tagen erst sprach Wynn von einem „Drang zur Verurteilung“ in Bezug auf die allgemeine Öffentlichkeit und die Medien. Er findet es schade, dass die „Fakten“ in den Hintergrund treten. Zudem verwies er bei den zahlreichen Vorwürfen auf seine Ex-Ehefrau Elaine, die er beschuldigt die Gerüchte mit Absicht und bösem Willen gestreut zu haben. Er lenkte die Aufmerksamkeit hierbei auch auf eine alte Scheidungsvereinbarung und den fortdauernden Rechtsstreit.

Wynn schafft Arbeit: Allein in den Wynn Resorts sind auf der ganzen Welt ungefähr 23.000 Angestellte tätig. Der Unternehmensvorstand soll den Rücktritt von Steve Wynn nur „schweren Herzens“ akzeptiert haben.

Sexismus im Casino und in der iGaming-Branche

Im Zuge der Beschuldigungen gegenüber Wynn, möchten wir die Worte von Sarah Harrision in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Gambling Commission hervorheben: „Is responsible Gambling enough?“ Die Frage, ob verantwortungsbewusstes Spielen genug ist, war der Kern ihrer Rede, kurz vor ihrem Ausstieg. Ihren neuen Posten hat Harrision im Ministerium für Wirtschaft, Energie und Industrie gefunden. In ihrer Rede fragt sie nicht nur, ob genug für den Spielerschutz getan wird. Auch die Arbeit der Frauen und das notwendige Understatement wurden von ihr angesprochen.

Sie verweist darauf, dass der bestbezahlte CEO der Gambling Industrie in Großbritannien eine Frau ist. Allerdings ist diese Tatsache nur wenigen Leuten bekannt. Denn währen das Unternehmen von „Schlipsträgern“ repräsentiert wird, erwarten die Leute von den Frauen der Branche, dass sie „nicht mehr tragen als Badeanzüge“, so Harrison. Vor ihrem Abschied hat sie weiterhin vorgestellt, wie mögliche Modelle für den Spielerschutz in Zukunft aussehen könnten. Ein Quervergleich zu TripAdvisor wurde gezogen. Sie stellt sich also ein Antwortportal vor, welches mit Bewertungen aufgewertet wird. So wäre die Transparenz gewährleistet.

Sexismus in deutschen Casinos: Es muss nicht bis ins Ausland geblickt werden, um das Bild der Frau in der Gaming- und Casino-Branche zu hinterfragen. Vor wenigen Jahren stand das Casino Baden am Pranger weil es sehr aufreizend warb.

Steve Wynn: Casino-Leitung nach Missbrauchsvorwürfen abgegeben 300 250 2018-02-07 20:13:23 Online-Casino.de

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