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Umsätze bei Sportwetten sackten 2020 um 20 Prozent ab

Sabina Kugler, 10. Februar 2021, Wirtschaft

2020 sank der Umsatz bei Sportwetten / Shutterstock.com

Viele Jahre kannten die Umsätze bei Sportwetten nur eine Richtung – bergauf! Doch 2020 ist ein Jahr der Extreme. Schuld daran ist die anhaltende Gesundheitskrise. Diverse Branchen sind davon betroffen. Und wir schauen uns diesbezüglich auf dem Markt der Sportwetten einmal näher um. Denn auch hier gab es Rückschläge zu verkraften. Um insgesamt 20 Prozent sind die Umsätze der Marktteilnehmer in diesem Segment nämlich zurückgegangen. Und Corona begleitet uns noch immer. Dennoch ist nicht zwingend zu erwarten, dass die Flaute im Sportwetten-Markt 2021 anhält.

Der Deutsche Sportwettenverband fasst in einer Mitteilung eindrucksvoll die Entwicklung der Branche zusammen. Daraus geht ebenfalls hervor, wie viele Steuern die Unternehmen zahlen. Und genau bei diesen Themen wollen wir ansetzen. Daher gucken wir auf das Marktvolumen und somit ebenfalls auf den abflauenden Anstieg im Jahr 2020, doch ebenso auf die generelle Entwicklung im Segment der Sportwetten – alles auf den Umsatz und im weitesten Sinne auf die Sportwettsteuer bezogen. Danach wenden wir uns schlussendlich der Frage zu, warum es im aktuellen Kalenderjahr – trotz anhaltender Gesundheitskrise – mit den Sportwetten doch wieder aufwärtsgehen sollte.

Entwicklung der Umsätze im Sportwetten-Markt von 2014 bis 2020

Im Jahr 2014 lag der Umsatz mit Sportwetten noch bei 4,52 Milliarden Euro. Der Höchststand war im Jahr 2019 mit 9,28 Milliarden Euro erreicht. Branchenexperten sind fraglos von einem Anstieg auf den zweistelligen Milliarden-Bereich zum Jahr 2020 ausgegangen – bevor Corona zuschlug. Diesbezüglich ist jedoch interessant, dass viele Medien immer wieder davon sprachen, dass die Glücksspiel-Branche ein großer Gewinner der Krise ist. Mathias Dahms sieht es als Deutscher Sportwettenverbands-Präsident anders: „Das genaue Gegenteil ist der Fall. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020, als alle europäischen Ligen ihren Spielbetrieb eingestellt hatten, ist der deutsche Sportwettenmarkt vollständig zusammengebrochen: Im April um 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Mai um 75 Prozent. Ohne Sport kann es logischerweise auch keine Sportwette geben.“

Doch wie hat sich der Markt über die Jahre genau entwickelt. Wie eingangs bereits erwähnt, konnten die Sportwetten immer einen Umsatzzuwachs vorweisen. Von 2014 (4,52 Milliarden Euro) ging es zum Jahr 2015 auf 4,80 Milliarden hinauf. Der größere Sprung fand zum Jahr 2016 statt, wo die Umsätze schon mit 6,14 Milliarden Euro veranschlagt wurden. Ein Jahr darauf fand sich der Wert erst auf 7,52 Milliarden und in 2018 dann sogar auf 7,68 Milliarden Euro wieder. 2019 ist der Höchststand mit 9,28 Milliarden Euro erreicht worden. Und zu 2020 gab es den ersten Rücksetzer auf 7,79 Milliarden Euro. Doch damit liegt der Wert noch immer höher, als vor zwei Jahren – trotz zweier Monate Flaute. Dies lässt sich leicht erklären. Denn viele ausgefallene Spiele im April und Mai wurden im Sommer einfach nachgeholt. Folglich konnten sich auch die Umsätze zu einem gewissen Teil erholen.

Auch Steuereinnahmen steigen an: Natürlich gehen Umsätze und zu zahlende Sportwetten Steuern Hand in Hand. So hat sich die Summe hier von 2014 und 226 Millionen, bis 2019 auf 464 Millionen Euro erhöht. Der Rücksetzer 2020 verringerte die Steuereinnahmen auf 389 Millionen Euro.

Setzt sich der Abwärtstrend bei den Sportwetten 2021 fort?

Weniger Sport gleich weniger Umsatz / Shutterstock.com

Dass ist unsere These. Doch vorab wollen wir noch auf die Glaubwürdigkeit der bisherigen Zahlen zu sprechen kommen. Denn zumindest die Sportwetten-Steuern bzw. die zu Grunde liegenden Zahlen, stammen direkt vom Bundesfinanzministerium. Der Umsatzrückgang auf 2020 bezogen liegt damit bei 16 Prozent. Erst wenn die Monate Januar und Februar, die in Deutschland noch nicht zur Krise zählen, ausgenommen werden, kommen die genannten 20 Prozent Umsatzrückgang zustande. Grundlegend für die absinkenden Zahlen sind letztlich doch ausgefallene Sportveranstaltungen – auch abseits des Fußballs – und ebenso die Schließung lokaler Wettbüros. „Während des derzeitigen Lockdowns sind bundesweit alle 5.000 bis 6.000 Wettbüros geschlossen oder auf den reduzierten Annahmestellenbetrieb zurückgeworfen. Die rund 25.000 Mitarbeiter befinden sich überwiegend in Kurzarbeit und fürchten um ihre Arbeitsplätze, die Betreiber um ihre unternehmerische Existenz“, so Dahms. Weiterhin verweist er auf die noch immer nicht ausgezahlten November- und Dezember-Hilfen vom Bund und fordert von politischer Seite „Planungssicherheit“ ein.

Je länger der Lockdown fortgeführt wird, desto größer die Einbußen im Umsatz. Dies mag derzeit aber hauptsächlich auf die Wettbüros zutreffen. Denn die meisten Wetten werden beim Fußball und in Deutschland folglich bei den Bundesligen platziert. Und diese laufen auch weiterhin. Obendrein steht im Sommer ein Großereignis an. Wenn die Europameisterschaft 2021 wie geplant durchgeführt werden kann, so sollte ein neuerlicher Anstieg des Umsatzes möglich sein. Dieser Anstieg bezieht sich freilich auf das Krisen-Jahr 2020. Es scheint eher unwahrscheinlich, dass die Zahlen sogleich an das Rekordjahr 2019 heranreichen. Doch zeigt der Abschwung hier, dass nicht pauschalisiert werden kann. Das Glücksspiel ist nicht übergreifend ein Pandemie-Gewinner.

Finanzkraft sinkt: Darüber hinaus sollte nicht vergessen werden, dass durch Jobverluste, Kurzarbeit oder Existenzängste die Bereitschaft in Glücksspiele zu investieren ebenfalls sinkt.

Umsätze bei Sportwetten sackten 2020 um 20 Prozent ab 1200 1000 2021-02-10 11:05:00 Online-Casino.de

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