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Unibet ohne Lizenz: Gladbach streicht Sponsor von Bande

Ralf Schneider, 20. April 2022, Sport & Spiel

Unibet zieht sich vom deutschen Markt zurück / Shutterstock.com

Während eines Fußballspieles ist viel Werbung zu sehen. Die Fans im Stadion und vor dem TV-Bildschirm nehmen dies größtenteils nur unterbewusst war. Doch egal ob auf dem Trikot, bei der Pressekonferenz oder auf den Stadionbanden – Werbepartner sind allgegenwärtig. Und sie finanzieren zum Teil die Kicker auf dem Rasen. Beim kommenden Heimspiel der Gladbacher gegen RB Leipzig fällt ein bekannter Sponsor jedoch weg. Gemeint ist Unibet. Tatsächlich war der Sportwetten Partner schon im Duell mit dem 1. FC Köln nicht mehr auf den Banden im Stadion zu sehen.

Was war passiert? Eigentlich nichts, was alle Verantwortlichen nicht schon lange gewusst haben müssen. Unibet verfügt zum jetzigen Zeitpunkt nicht über eine deutsche Lizenz für den Vertrieb von Sportwetten. Um dies zu prüfen kann jedermann ganz einfach auf der White List vom Regierungspräsidium Darmstadt nachschlagen. Dort sind nämlich die Wettanbieter gelistet, die in Deutschland eine Zulassung erhalten haben. Unibet fehlt. Für Borussia Mönchengladbach bedeutet dies, dass sie Werbung für einen illegal operierenden Anbieter machen würden. Das ist jetzt allerdings nicht gerade neu. Seit dem 1. Juli 2021 steht der neue Glücksspielstaatsvertrag. Und Unibet hat seit jeher keine Konzession vorzuweisen. Jetzt ziehen die Gladbacher Fohlen jedoch Konsequenzen.

Kein Sponsoring mehr für Unibet: Gladbach verzichtet auf Bandenwerbung

Wenn ein Fußballspiel angepfiffen wird, so geht es für die Spieler und die Fans um den Ball und um das Erzielen von Toren. Doch den Werbepartnern geht es darum gesehen zu werden. Die Wirkung von Werbung ist hinreichend dokumentiert. Auch wer meint sich nicht von welchen Einblendungen beeinflussten zu lassen, wird unterbewusst erreicht. Und sei es nur, dass die Marke im Gedächtnis bleibt. Es steht Unternehmen frei, sich mit einem Fußballverein in Verbindung zu setzen, um über Sponsoring zu verhandeln. Unibet hat dies getan. Borussia Mönchengladbach schloss einen Vertrag mit dem Glücksspielunternehmen. Doch laut Pressemitteilung des Fachverbandes Glücksspielsucht (FAGS) ist die Sponsoring-Tätigkeit jetzt beendet. Da Unibet keine Lizenz zum Vertrieb von Wetten in der Bundesrepublik vorweisen kann, treten die Fohlen vom Vertrag zurück.

Jetzt ist dieses Thema nicht gerade neu. Tatsächlich bereitete die Wirtschaftswoche bereits am 6. März vom illegalen Sponsoring. Zunächst schien dieser Bericht keine Wirkung gezeigt zu haben. Doch Medien haben eine große Reichweite. Zumindest der Fachverband Glücksspielsucht wurde aufmerksam. Es setzte sich etwas in Bewegung. Am 15. April hat sich Borussia Mönchengladbach gegenüber FAGS verpflichtet, die Werbung für Unibet bzw. generell für unerlaubte Wettangebote einzustellen. Wie sah überhaupt die Partnerschaft von Gladbach mit Unibet aus? Einerseits war Bandenwerbung im Borussia-Park-Stadion zu sehen. Andererseits veröffentlichten die Gladbacher regelmäßig den „Unibet FohlenPodcast“. Dieses Format wurde unlängst umbenannt und heißt jetzt nur noch „FohlenPodcast“. Auch dies ist eine Entscheidung, die das Wohlwollen der meisten Fans genießen wird.

Unibet hat deutsche Lizenz beantragt: Es ist ein offenes Geheimnis, dass Unibet im Prinzip auf die Lizenzerteilung wartet. Was den Aufsichtsbehörden noch fehlt, damit die Konzession ausgesprochen wird, ist nicht bekannt. Es ist aber auch nicht so, dass der Buchmacher ganz ohne Lizenzierung agiert. Denn eine Konzession von der Malta Gaming Authority (EU) liegt vor.

Mönchengladbach startet ohne Unibet ins Saisonfinale

Unibet wartet auf Lizenzerteilung / Shutterstock.com

Ein Partner musste von der Liste gestrichen werden. Der genaue Deal ist dabei nicht bekannt. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass der Vertrag zwischen Gladbach und Unibet nicht annulliert ist, sondern einfach nur ruht. In den Sommermonaten könnte erneut Bewegung in den Glücksspielmarkt kommen. Erhält Unibet zu diesem Zeitpunkt seine Lizenzierung für Deutschland, so stünde einer weiteren erfolgreichen Partnerschaft mit den Fohlen nichts im Wege. Ohnehin hat Gladbach jetzt nur noch zwei Heimspiele zu bestreiten, wo Unibet nicht auf den Banden zu sehen ist. Nehmen wir das bereits absolvierte Köln-Spiel, welches die Gladbacher prompt verloren, dazu, so sind es insgesamt drei Heimspiele diese Saison. Mönchengladbach hat sich aktuell auf dem elften Platz der Tabelle festgesetzt. Mit zehn Siegen, sieben Unentschieden und 13 Niederlagen ist es, bei 42:55 Toren, eine mäßige Saison.

Allerdings könnten die Gladbacher das Geld aus dem Sponsoring gebrauchen. Es heißt zumindest, dass die Corona-Krise auch bei den Fohlen ein Loch in die Kasse gerissen hat. Laut Bild-Informationen sollen mehrere prominente Namen den Club im Sommer verlassen. Dazu zählt ein Großteil der Offensive mit Marcus Thuram, Alassane Plea und Breel Embolo. Dass Matthias Ginter den Verein verlässt, ist ein offenes Geheimnis. Auch Laszlo Benes, Andreas Poulsen, Keanan Bennetts und Stefan Lainer können gehen. Da Ramy Bensabaini nur bis 2023 Vertrag hat und nicht verlängern möchte, zählt auch er zu den Streichkandidaten. Das Saisonfinale ist terminiert. Für die Gladbacher geht es als nächstes beim SC Freiburg (23. April) ran. Danach steht das Heimspiel gegen RB Leipzig (02. Mai) bevor. Abschließend sind die Matches bei Eintracht Frankfurt (08. Mai) und gegen die TSG 1899 Hoffenheim (14. Mai) zu nennen. Kein leichtes Restprogramm!

Es geht nur noch ums Geld: Gladbach steigt nicht ab und kommt nicht in den internationalen Wettbewerb. Doch je höher in der Tabelle sie abschließen, desto höher die Fernseheinnahmen.

Unibet ohne Lizenz: Gladbach streicht Sponsor von Bande 1200 1000 2022-04-20 14:56:01 Online-Casino.de

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