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Unterschätzt Amerika die Gefahr eines Wettbetrugs?

Dieter Maroshi, 23. November 2020, Sport & Spiel

Sportwetten in den USA / Shutterstock.com

Seit inzwischen zwei Jahren sind die Sportwetten in den Vereinigten Staaten von Amerika freigegeben. Doch müssen die einzelnen Bundesstaaten die Wetten ebenfalls erlauben. Dies ist aktuell in 20 von 50 Staaten der Fall. Dabei kann es bezüglich eines möglichen Wettbetrugs durchaus zum Problem werden, dass die Sportwetten nicht landesweit gestattet sind. Dies öffnet Geldströmen Tür und Tor. Eine Sportart die aktuell stark vom aufkeimenden Wettgeschäft profitiert ist Golf. Doch wenn es zu Betrügereien kommt, so sind andere Sportler und Sportarten vermutlich stärker betroffen. Diesbezüglich sorgen sich Experten insbesondere um den College-Sport.

Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Gibt es also auch für den Wettbetrug keine Grenzen? Zunächst schienen sich Sportwetten nur langsam über die USA zu verbreiten. Inzwischen haben 40 Prozent der Bundesstaaten das Wettgeschäft gebilligt. Wenngleich der Fußball in Amerika nicht so hoch im Kurs steht wie in Europa, so haben sie dort mit Basketball, Football, Baseball, Eishockey und dem Golfen andere Sportarten, denen größere Beachtung geschenkt wird. Doch ist die Integrität des Sports noch gegeben, wenn die Buchmacher in den Vereinigten Staaten durchstarten? Oder haben die Betrüger den amerikanischen Sport für Manipulationen bereits im Blick? Ausführlich ist das Dilemma beim Deutschlandfunk beschrieben.

Ist der amerikanische Sport anfällig für einen Wettbetrug?

Geld ist nicht nur für die Wettbetrüger entscheidend, sondern auch für die Sportler. Im Spitzensport verdienen die Spieler so viel, dass es die Betrüger schwer haben. Daher fallen die ersten Ligen beim Basketball, Eishockey und American Football vermutlich für einen großangelegten Betrug raus. Beim Fußball vermutlich ebenso. Doch jede Sportart scheint bezüglich eines Betrugs nur so stark aufgestellt, wie das schwächste Glied. In Deutschland war es der Schiedsrichter. Namentlich ist Robert Hoyzer gemeint, der 2005 wegen der Spielverschiebung in der 2. Bundesliga, im Pokal und der Regionalliga angeklagt wurde. Für den Spielleiter gab es zwei Jahre und fünf Monate Gefängnis – ohne Bewährung. Erst ab diesem Zeitpunkt hat die Überwachung im deutschen Fußball zugenommen. Eine Zusammenarbeit mit der Statistik-Plattform Sportradar wurde beschlossen. Inzwischen gibt es für einen Sportwetten-Betrug obendrein bis zu fünf Jahre Gefängnis – so sollen Wettskandale vermieden werden. Deutschland hat es auf die harte Tour gelernt.

Amerika könnte sich von den aktuellen Maßnahmen etwas abschauen. Declan Hill brachte es in seiner Rolle als Kriminalistik-Professor schon 2018 auf den Punkt. Er sagte: „Die USA erinnern mich an Deutschland um 2003 herum. Sie glauben einfach nicht, dass ihnen so etwas passieren wird. Sie denken, sie sind auf magische Weise gewappnet, weil Amerikaner ehrlicher sind als Bürger anderer Länder.“ Dabei steht der Kanadier grundsätzlich hinter der Sportwetten-Freigabe in den USA: „Die Entscheidung des Supreme Court war hervorragend. Die Legalisierung ist der einzig gangbare Weg.“ Doch mahnt der Professor am Beispiel Deutschland an: „Aber schauen Sie, was in Deutschland passiert ist, als man den Wettmarkt geöffnet hat. Ein paar Jahre danach hat man entdeckt, dass hunderte von Fußballspielen verschoben worden waren. Jetzt warten wir in Amerika darauf, dass dies ebenfalls passiert.“

Amerika scheint nicht gewappnet: Die USA haben Sportwetten legalisiert, scheinen sich aber gegen einen möglichen Betrug kaum abzusichern.

Welche Sportarten bieten sich für einen Wettbetrug in den USA an?

College-Sport besonders betroffen? / Shutterstock.com

Zunächst einmal gibt es eine Sportart, die ganz besonders vom Wettgeschäft profitieren möchte. Gemeint ist der Profigolf. Dies ist nicht nur auf die Freigabe des Wettgeschäfts in 2018 zurückzuführen. Auch die Organisatoren der PGA Tour haben ihren Teil dazu beigetragen. Denn sie versuchen an den Sportwetten mitzuverdienen. „Die PGA Tour hat vier Partnerschaftsverträge mit großen Wettbüros. Und eine Abmachung mit Draft Kings, einem Spezialanbieter für Fantasy Sports. Das wird in den nächsten Jahren noch stärker wachsen. Und ich bin nicht so naiv zu glauben, dass es dabei nicht um Geld geht“, so Golfjournalist Jason Sobel. Damit wird er freilich Recht behalten. Andere Sportarten in Amerika werden sich ebenfalls mehr und mehr den Sportwetten öffnen. Partnerschaften lassen die Kasse klingeln. Dadurch können bessere Spieler über längere Zeit gebunden werden. Im Golf lassen sich nicht nur Wetten auf den Sieger abgeben. Diverse Spezialwetten, wie die Länge des Schlages, haben den Markt erreicht.

Doch überall wo die Profis im Sport wirklich gut bezahlt sind, ist ein Betrug unwahrscheinlich. In Deutschland stand damals ebenfalls nicht die erste Liga im Fußball im Fokus der Betrüger. Einfacher ist es dort einzugreifen, wo weniger verdient wird. In Amerika wäre der College-Sport am ehesten gefährdet. Die Sportler dort sind jung und verdienen keinen Cent. Sie wären vermutlich leichter zu ködern. Da die Begeisterung für diesen Juniorensport in den Vereinigten Staaten von Amerika sehr groß ist, werden sich auch Wettanbieter finden, die dort ihre Geschäfte machen. Hoffentlich sind die Trainer und Verantwortlichen in sonstigen Positionen clever genug, die jungen Sportler über die möglichen Folgen eines Wettbetrugs aufzuklären.

Handeln erst nach Negativschlagzeilen: In Deutschland war es so. 2002 wurde der Weg für die Sportwetten freigemacht. 2005 gab es den Skandal, der natürlich auf die Zeit davor zurückzuführen war. In den USA sind Wetten jetzt schon seit über zwei Jahren erlaubt.

Unterschätzt Amerika die Gefahr eines Wettbetrugs? 1200 1000 2020-11-23 15:55:15 Online-Casino.de

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