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Verbietet die Premier League Sportwetten-Sponsoring?

Ist ohne Sportwetten Sponsor besser? / Shutterstock.com

Wenn eine Nation mit den Sportwetten verbunden ist, wie keine andere, dann ist es wohl Großbritannien. Zugleich genießt der englische Profi-Fußball weltweit großes Ansehen. Vermutlich werden in der Premier League die meisten Gelder bewegt. Ein Großteil dieser Einnahmen, welche die Clubs in Transfers und Gehälter stecken, kommt aus den TV-Verträgen. Doch auch die Einkünfte aus dem Sponsoring sind nicht zu unterschätzen. Denn in der englischen Elite-Liga waren zum Saisonstart 19/20 nur drei Clubs, die ohne Werbepartner aus der Szene der Sportwetten aufliefen. Allerdings könnte sich dies künftig ändern.

Denn aus dem Parlament sind kritische Stimmen zu hören. Dazu zählt Carolyn Harris. Die Parlamentsabgeordnete hat Einfluss. Und ihr ist die Verbindung zwischen den Sportwetten auf der einen Seite und dem Profisport auf der anderen Seite nicht recht. Tatsächlich sind die Engländer ein Volk leidenschaftlicher Spieler. Dass schlägt sich wiederum in den Zahlen bezüglich einer Spielsucht nieder. Harris nannte die Verbannung von Glücksspielwerbung auf den Trikots im Sport als eine offensichtliche Maßnahme zum Schutz der Spieler.

Darum fordert Harris ein Verbot von Sportwetten-Werbung im Sport ein

Das Argument von Harris lautet, dass Kinder und Jugendliche die Wettmöglichkeiten als „normal“ empfinden, wenn diese von ihrem Lieblingsclub zur Schau getragen werden. Tatsächlich geht es in England gerade um das neue Glücksspielgesetz. Und die Parlamentsabgeordnete hätte darin gerne einen Passus verankert, welcher die Trikots als Werbefläche für Glücksspielunternehmen untersagt. Gleichwohl schränkt sie ein, dass sie mit dem Sponsoring selber gar kein Problem hat. Sie würde jedoch gerne familienfreundlichere Aufdrucke auf den Shirts der Profis sehen und nicht etwas, was süchtig macht. Politisch bekommt sie für ihre Auffassung durchaus Unterstützung. Bleibt die Frage, wie stark die Sport-Lobby ist und wie sehr sie auf die freie Vergabe von Werbung – auch an Sportwetten-Partner – pocht.

„Ich denke, die Regierung muss mehr tun, um die Fußballvereine finanziell zu unterstützen“, führt Harris aus. „Es ist die Treue der Kinder, die mich wirklich beunruhigt. Kinder sehen es als loyal ihrem Fußballverein gegenüber an, bei diesem Buchmacher zu spielen.“ Weiterhin führt die Politikerin aus, dass das Dilemma noch tiefer greift. Denn wenn der Wettanbieter auf der Brust des Clubs zu sehen ist, so wird dies von Computerspielen übernommen. In FIFA 2020 etwa hat der Clubs dann ebenfalls das Emblem des Sportwettanbieters auf dem Shirt. Auf allen Ebenen bringen Kinder und Jugendliche ihren Verein also mit dem Partner in Verbindung.

Drei Vereine ohne Sportwetten-Partner: In der englischen Premier League sind zum Start der Saison 19/20 nur drei Clubs ohne Wettanbieter als Werbepartner aufgelaufen. Dabei handelt es sich um den FC Southampton, Brighton & Hove Albion und um Sheffield United. Die anderen 20 Clubs haben einen entsprechenden Partner. Gleiches gilt für 17 von 24 Vereinen in der Championship – der zweiten englischen Liga. Wenngleich nicht alle diese Partner auf dem Trikot der Spieler zu finden sind.

Schnittstelle zwischen Sport und Sportwetten schaffen

Wetten und Sport so gut wie möglich trennen / Shutterstock.com

Sportwetten beinhalten schon im Namen, dass es sich auf Wetten um Sportereignisse handelt. Daher ist eine Trennungsschärfe schwierig. Dennoch lässt sich diese Trennung bis zu einem bestimmten Grad herstellen – darüber ist sich auch Harris im Klaren: „Schon in sehr jungen Jahren haben wir den Zusammenhang zwischen Fußball und Glücksspiel normalisiert. Hier bekommen wir dieses Problem im späteren Leben. Junge Menschen wachsen mit dem Glauben auf, dass es völlig normal ist, sich auf Glücksspiele einzulassen, ohne etwas über die Konsequenzen zu wissen.“ Und die Engländer sind mit dieser Meinung offenkundig nicht alleine. Denn in Spanien sind sie schon einen Schritt weiter.

Denn für die La Liga hat die spanische Regierung unlängst ein Verbot für Sportwetten-Werbung eingeführt. Acht Mannschaften sollen daraufhin die Partnerschaft mit einem Unternehmen haben aufkündigen müssen. Bezogen auf England gibt es jedoch weitere Interessen zu berücksichtigen. Denn während die Premier League Clubs den Verlust einer Partnerschaft im Bereich der Sportwetten finanziell verkraften würden, sieht es ab der Championship und tiefer vermutlich anders aus. Daher gibt es eine Empfehlung von House of Lords ein Verbot für diese Ligen nicht vor 2023 einzuführen. Bis dahin wären die bestehenden Verträge ausgelaufen. Schon zum Jahresbeginn 2020 hat der DCMS Sportminister angekündigt, dass die Regeln bezüglich Fußballverbindungen mit Wetten überarbeitet gehören.

Buchmacher als Trikotsponsoren: In England tragen Aston Villa, Bournemouth, Burnley, Crystal Palace, Everton, Newcastle, Norwich, Watford, West Ham und Wolverhampton einen Wettanbieter direkt auf der Brust.

Kommt das Werbeverbot für Sportwetten im Fußball nach Deutschland?

Wenn nach der spanischen La Liga jetzt die englische Premier League nachzieht, dann ist es vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis in der Bundesliga Partnerschaften mit Sportwetten-Firmen ebenfalls untersagt sind. Schon jetzt gibt es Debatten. Obendrein befindet sich ein neues Glücksspielgesetz aktuell in der Ausarbeitung. Dieses soll ab dem 1. Juli 2021 greifen. Vielleicht kommt ein Verbot vom Sportwetten-Sponsoring im deutschen Fußball sogar schneller als gedacht.

Zunächst scheinen jedoch andere Fragen zu klären zu sein. Denn es stehen die Lizenzvergaben bezüglich der Buchmacher an. Außerdem ist noch nicht final geklärt, ob alle Bundesländer die Idee der Freigabe für Online-Casinos ratifizieren.

Verbietet die Premier League Sportwetten-Sponsoring? 1200 1000 2020-07-15 11:56:56 Online-Casino.de

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