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Verbraucherschutz: Eurowin24 lockt mit Geldgewinn

Martin Hill, 7. Januar 2017, Unterhaltung

Betrug (Bildquelle)

Mit dem Absender Eurowin24 GmbH gehen in vielen Haushalten Deutschlands Briefe ein, welche über einen Gewinn berichten. Die Summe befindet sich im sechsstelligen Bereich. Die Freude über den Geldsegen soll die Empfänger dazu veranlassen, die Bereitstellungsgebühr von 1% der Gewinnsumme zu überweisen. Natürlich handelt es sich um eine Betrugsmasche.

Das tückische an den Briefen ist der Versuch dieses Vorgehen zu legitimieren. Denn einerseits wird auf das internationale Bankrecht verwiesen und auf der anderen Seite wird der Name des hessischen Innenministeriums missbraucht. Dementsprechend warnt das Land Hessen in einem Artikel vor diesem Betrug.

Der Brief: In wenigen Sätzen wird der Empfänger verleitet

Die Anschrift der Firma EuroWin24 GmbH befindet sich in Wien/Österreich. Das Datum des Schreibens ist jedoch mit Frankfurt versehen. Das Glücksspielunternehmen gratuliert im ersten Satz zu einer Gewinnsumme in Höhe von 175.000 Euro. Es wird auf eine kostenlose Verlosung für Bestandskunden verwiesen. Dieser Satz vermittelt den Eindruck, irgendwann einmal Kunde gewesen zu sein.

Angeblich wurde der eigene Name gezogen, womit der Geldgewinn gerechtfertigt werden soll. Mehrfach im Brief wird die Summe genannt. Eine nochmalige Bestätigung in Großbuchstaben „SIE HABEN TATSAECHLICH GEWONNEN“ sorgt für eine weitere Bestärkung des Lesers.

Im vorletzten Absatz wird schließlich darauf hingewiesen, dass 1% der Gewinnsumme entrichtet werden muss. In diesem Fall würde es sich um 1.750 Euro handeln. Hierbei wird auf das internationale Bankenrecht verwiesen. Abschließend gibt es einige Grußworte, sowie die Formulierung den Empfänger gerne wieder in der Spielgemeinde begrüßen zu wollen.

Unterschrieben ist das Schriftstück mit Dipl. Btrw. Rolf Becker.

So wird der Name der hessischen Glücksspielaufsichtsbehörde missbraucht

In einem zweiten Schreiben des Briefes, welcher mit „Glücksspielaufsichtsbehörde“ betitelt ist, wird eine Verbindung mit dem Bundesland Hessen hergestellt. Denn auch das entsprechende Wappen ist abgedruckt.

Der Trickbetrug versucht eine offizielle Bestätigung für das Schreiben herbeizuführen. Die Täter sind zudem im Besitz des Namens, des Wohnorts und der Bankverbindung. Aus folgendem Grund soll die Glücksspielaufsichtsbehörde Hessen involviert sein:

„Da die Firma bei der die Verlosung stattfand sie nicht persönlich erreichen konnte, hat man unsere Abteilung damit beauftragt.“

Dies ist auch der Grund, warum das Land Hessen diesen Fall auf der Homepage aufgenommen hat. Denn natürlich liegt keine Beteiligung der Glücksspielaufsichtsbehörde vor. Der seriöse Name wird hier von den Betrügern missbraucht. Erneut wurde das Schriftstück mit Rolf Becker unterschrieben.

Das Land Hessen verweist in seinem Artikel zugleich auf die „White List“ von Glücksspielanbietern. Diese dürfen offiziell Glücksspiele in Deutschland veranstalten. Es sollte nicht verwundern, dass Eurowin24 nicht aufgeführt ist.

Inzwischen ist das Hessische Landeskriminalamt mit dem Fall betraut. Ermittlungen gegen Rolf Becker oder im engeren Sinne gegen die Person, welche den Namen Rolf Becker verwendet, wurden aufgenommen. Die Staatanwaltschaft sieht die Punkte versuchter Betrug, Amtsanmaßung und Urkundenfälschung als erfüllt an. Wem ein entsprechendes Schreiben zugegangen ist, der sollte Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstatten.

Die bewegte Vergangenheit von Eurowin

Der Name Eurowin taucht nicht zum ersten Mal in Verbindung mit einem Trickbetrug auf. Bereits im Jahr 2010 war das Unternehmen in Verbindung mit einem Telefonbetrug ein großes Ärgernis. Ebenso standen die Namen Extrawin.tv und Win-Express im Fokus.

Call-Center Anrufer versuchten ihre Gesprächspartner zu überzeugen, dass die Zahlung bei einem Gewinnspiel noch aussteht. Es wurde auf eine versäumte Kündigung verwiesen. Beträge in einer Größenordnung zwischen 89 und knapp 150 Euro wurden verlangt. Natürlich hatten die Gesprächspartner nicht an einem entsprechenden Glücksspiel teilgenommen.

Mit dieser Masche wurden die Kontodaten ergaunert. Bei 70.000 Opfern konnte eine Gesamtsumme von nicht ganz 6 Millionen Euro eingezogen werden, wir berichteten bereits darüber. Viele erkannten den Betrug noch rechtzeitig und ließen sich ihr Geld zurückbuchen. Andere ließen sich jedoch von den Mahnungen einschüchtern. Ein Gewinnbetrag wurde natürlich nie zugestellt. Einige Betreiber wurden damals vor Gericht verurteilt.

Auch bei Anrufen von angeblichen Anwaltskanzleien und Notariaten war der Name Eurowin-TR aufgetaucht. Hier wurden Rentner um ihre Ersparnisse betrogen. Millionengewinne wurden versprochen. Sechsstellige Beträge wurden an Vorkasse eingefordert. Einige Rentner überwiesen das Geld ins Ausland. Bisweilen wurde sogar bar kassiert. Täter konnten nur vereinzelt verhaftet werden.

Im Jahr 2015 warnte die Verbraucherzentrale Niedersachsen vor Anrufen der Mercado GmbH, sowie vor Gewinnspielen von Eurowin Deutschland. Erneut wird auf ein Glücksspiel verwiesen. Angebliche Kunden sollten eine Kündigung schicken, um innerhalb von drei Monaten aussteigen zu können. 59,90 Euro sollten als Servicebeitrag entrichtet werden. Selbstverständlich handelte es sich auch hier um einen Trickbetrug.

So können sich Verbraucher schützen!

Zunächst gilt seit mehreren Jahren in Deutschland das „Anti-Abzock-Gesetz“. Telefonisch geschlossene Verträge mit Glücksspielunternehmen haben daher keine Gültigkeit. Eine Zahlung ist nicht erforderlich, solange kein schriftlicher Vertrag mit einem Glücksspielunternehmen geschlossen wurde. Neben dem klassischen Brief sind auch Fax und Mail gültig. Ohne Unterschrift wurde definitiv keinem Vertrag zugestimmt.

Es ist auch wichtig, am Telefon keine persönlichen Daten preiszugeben. Die Kontonummer ist nicht „abzugleichen“. Seriöse Unternehmen, wo wirklich an einem Gewinnspiel teilgenommen wurde, müssten diese Informationen bereits haben. Zudem ist das Konto immer im Blick zu behalten. Lastschriften sind innerhalb von sechs Wochen zu stornieren. Bei einem Betrug ist dies sogar nach 13 Monaten noch möglich. Allerdings ist das Geld verloren, sollten die Betrüger ihr Konto aufgelöst haben.

Über die Eingabe von Textstellen oder des Gewinnspielunternehmens in einer Suchmaschine, kann der Betrug heute häufig sehr schnell aufgedeckt werden. Nachfragen bei öffentlichen Stellen, dem Verbraucherschutz oder der Polizei geben ebenfalls Aufschluss. Dabei sollte sich jedoch nicht auf etwaige Telefonnummern im zugestellten Schreiben verlassen werden.

Überstürzte Handlungen sind bei einem angeblichen Gewinn zu vermeiden. Eine externe Beratung von vertrauensvollen Stellen gewährt weitere Informationen und führt zu vernünftigen Handlungen.

 

Verbraucherschutz: Eurowin24 lockt mit Geldgewinn 300 250 2017-01-07 09:35:45 Online-Casino.de

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