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Videobeweis: So beeinflussen Schiedsrichter die Sportwetten

Martin Hill, 23. August 2017, Sport & Spiel

Neuerung im Fußball: Der Videobeweis (Bildquelle)

Der Videobeweis ist eine Neuerung im Fußball. Schiedsrichter malen bei strittigen Szenen ein Kästchen in die Luft, um anzuzeigen, dass eine Video-Entscheidung zu fällen ist. Dieses Werkzeug kommt zum Einsatz, sofern Tore erzielt worden sind, es einen Platzverweis gegeben hat oder eine Elfmeterentscheidung anliegt. Alles Themen, die auch eine Sportwette pro oder contra eines Tippers entscheiden können.

Die klassische Sportwette bezieht sich auf Sieg oder Unentschieden. Alternativ wird gerne auf Über 2.5 oder Unter 2.5 Tore gesetzt. Andere Kombinationen sind denkbar. Wie bei jedem Fußballspiel auch, haben die Tore für Sportwetten Spieler eine besondere Bedeutung. Daher nimmt der Videoschiedsrichter ebenso Einfluss auf die Tipper, wie auf das Spielgeschehen.

Regelkunde: So funktioniert der Videobeweis im Detail

Am 1. Spieltag der laufenden Bundesliga-Saison startete der Videobeweis in seine Deutschlandpremiere. Allerdings ist die Änderung in den Regeln der Dachorganisationen gar nicht verankert. Warum nicht? Weil die Technik bislang nur auf Probe eingeführt wird. Es soll sich zeigen, ob der Videoschiedsrichter für eine größere Fairness sorgt oder ob das Spielgeschehen dadurch nur komplizierter gestaltet wird. Fifa-Schiedsrichter Felix Zwayer macht in einer Aussage deutlich, dass „der Video-Assistent ein Assistent des Unparteiischen und kein Oberschiedsrichter“ ist. Bedeutet: Die finale Entscheidung liegt noch immer beim Mann mit der Pfeife auf dem Platz. Dennoch hat der Video-Assistent den besseren Blick. Er gibt dem Schiedsrichter bei zweifelhaften oder fehlerhaften Entscheidungen in Bezug auf Tore, Elfmeter, rote Karten oder gelbe Karten für den falschen Spieler Bescheid. Ändert der Hauptschiedsrichter seine Entscheidung ab oder fordert er die Hilfe des Video-Assistenten ein, so malt er ein Kästchen in die Luft.

Von der Probe zur Dauerlösung: Das International Football Association Board entscheidet im Frühjahr 2018, ob der Videobeweis dauerhaft und übergreifend eingeführt wird. DFB und DFL sind bereits frühzeitig in das Experiment eingestiegen. Aus Europa machen weiterhin Italien und Portugal mit.

Kritik am Videobeweis: Neuerungen im Fußball unerwünscht?

Der Fußball ist über die vergangenen Jahre und Jahrzehnte viel schneller geworden. Die Regeln haben sich aber nicht im gleichen Maße angepasst. Schiedsrichter sind zunehmend überfordert und treffen wegen schlechter Sicht, den Schauspielkünsten der Sportler auf dem Feld oder dem Druck falsche Entscheidungen. Der Video-Assistent verteilt den Druck auf weitere Schultern, deckt Schwalben auf und bringt unterschiedliche Kameraperspektiven und sogar eine gezogene Linie ein. Damit sollten sämtliche Zweifel beseitigt sein. Sind sie aber nicht! Traditionalisten bemängeln, dass strittige Entscheidungen zum Fußball gehören. Moderne Vertreter begehren gegen die bislang schlampige Umsetzung auf. Schon beim Confed Cup gab es Probleme, ebenso beim Supercup und selbst zum Ligastart versagte die Technik. Vom Fehlen der kalibrierten Linien, über die fehlende Kommunikation mit dem Hauptschiedsrichter, wurden gleich zum Start schon einige Fettnäpfe mitgenommen.

Video-Schiedsrichter vor dem Aus? Nach dem Pannen-Start äußerte Projektleiter Helmut Krug seinen Unmut: „Vor allem für Schiedsrichter ist das unzumutbar. […] Wenn es weiterhin so läuft, müssen wir uns etwas anderes überlegen.“

Hat der Videobeweis Einfluss auf die Sportwetten?

Eine rote Karte ist künftig Grund für den Videobeweis (Bildquelle)

Zunächst einmal brauchen sich Sportwetten Spieler weniger ärgern. Denn Fehlentscheidungen, die zum Tor geführt haben oder wo der Treffer zunächst verweigert wurde, finden dank Video-Assistent Aufklärung. Gleiches gilt für strittige Elfmeterentscheidungen und rote Karten, die ebenfalls eine Partie entscheiden können. Offenkundig verhilft der Videobeweis beim Tippen zu einer größeren Fairness. Allerdings wird es nach wie vor Situationen geben, die sich nicht vollständig aufklären lassen. Hier gilt weiterhin die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters auf dem Platz.

Aber sind die qualitativ besseren Teams vom Videobeweis nicht bevorzugt? Denn wer häufiger im Ballbesitz ist, öfters in aussichtsreiche Positionen kommt und mehr Schüsse abgibt, wird auch regelmäßig den Videobeweis in Bezug auf das eigene Team in Anwendung erleben. Nehmen wir das Dortmund-Spiel in Wolfsburg vom 1. Spieltag als Beispiel. Der BVB hatte einen Ballbesitz von 71 Prozent. Es wurde zumindest ein strittiges Tor erzielt. Torschütze war Marc Batra, der den Ball wunderschön ins lange Eck schlenzte. Nach dem Tor herrschte jedoch Aufregung. War der Verteidiger beim Zuspiel nicht im Abseits? Der Videoschiedsrichter konnte, wegen der technischen Probleme, nicht zweifelsfrei helfen. Schiedsrichter Robert Hartmann gab den Treffer. Später stellte sich heraus, dass der Schiri mit seiner Entscheidung richtig lag. Hier hätte schnell eine Fehlentscheidung entstehen können. Selbst beim Betrachten der ersten Wiederholungen sah es verdächtig nach Abseits aus. Erst mit gezogener Linie wurde deutlich, dass es sich um einen regulären Treffer handelt. Allerdings können Tore von Top-Teams ebenso aberkannt, wie zugesprochen werden.

Im Endeffekt bringt am ehesten die Wahre Tabelle aus der vergangenen Saison Aufschluss. Meist gab es nur bis zu drei Punkte, in denen die Vereine der Bundesliga unter oder über ihren tatsächlichen Leistungen gelegen haben. Da Wolfsburg nach dieser Berechnung zwei Punkte mehr und Augsburg drei Zähler weniger gehabt hätte, hätte das Relegationsspiel schon anders gelautet. Freiburg und Schalke gehören zu den Mannschaften, die am häufigsten falsch bewertet worden sind. Mit neun Punkten mehr, wäre Schalke international dabei gewesen. Freiburg hingegen hätte die Qualifikation zur Europa League mit sieben Punkten weniger nicht spielen dürfen. Allerdings kann Wahre Tabelle keine Spielsituationen nachstellen, so dass beispielsweise jeder nicht gegebene Elfmeter als Tor gewertet wird. Die Korrektur ist daher nicht zu 100% mit dem Videobeweis zu vergleichen. Für Vereine und Sportwetter geht es künftig also fairer zu. Zumindest ein Grund sich weniger zu ärgern.

Hinter den Kulissen: Dort arbeiten die Dachverbände nicht nur an der Einführung vom Videobeweis, sondern auch an der Erkennung von Spielmanipulationen. Damit soll der Sportwetten Betrug bestmöglich erkannt werden.

Videobeweis: So beeinflussen Schiedsrichter die Sportwetten 300 250 2017-08-23 16:24:56 Online-Casino.de

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