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Virtuelles Automatenspiel: Neue Steuereinnahmen für den Fiskus

Sabina Kugler, 8. Juni 2022, Steuern

Glücksspiel-Steuer: Erste Zahlen sind da! (Bildquelle)

Die deutschen Finanzämter freuen sich. Seit Juli 2021 sind virtuelle Automatenspiele legal und gleichzeitig steuerpflichtig. Es ist allerdings ein Irrglaube, dass diese Steuern von den Spielern in den Online-Casinos bezahlt werden. Tatsächlich hat der Spielautomaten-Anbieter die Glücksspielsteuer zu entrichten. Es ist allerdings richtig, dass sich diese Besteuerung leicht umlegen lässt. Hat ein Automat zuvor eine Auszahlungsquote in Höhe von 98 Prozent gehabt, wird dieser einfach um wenige Prozentpunkte reduziert. Schon haben die Anbieter die von ihnen zu leistende Steuerzahlung wieder drin. Leittragende sind letztlich doch die Kunden. Die Casinos nur, wenn dadurch Kunden ausbleiben.

Doch gibt es einen klaren Gewinner. Gemeint ist der Fiskus. Denn die Finanzämter freuen sich über ihre Steuereinnahmen. Und hier ist noch ein großes Wachstum zu erwarten. Nachfolgend wollen wir auf die neue Regulierung, auf die Besteuerung selber und natürlich ebenso auf die Aussichten in der Zukunft schauen. Damit hat sich das Handelsblatt bereits befasst. Übrigens gilt dies nicht nur für die Spielautomaten, sondern ebenfalls für das Online-Poker. Das Bundesfinanzministerium hat inzwischen die Zahlen für das Jahr 2021 veröffentlicht. Daraus gehen die Steuereinnahmen des Finanzamts hervor. Auf diese Zahlen wollen wir im nachfolgenden Abschnitt zuvorderst schauen.

So hoch waren die Automaten-Steuereinnahmen 2021

Natürlich sind die Steuereinnahmen nur ein Nebeneffekt der Regulierung. Vielmehr geht es dem Gesetzgeber um den Spieler- und Jugendschutz. Gleichwohl fallen im Zuge der Regulierung Kosten an. Es wurde sogar eine neue Behörde in Halle gegründet – die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder. Und diese Verwaltung muss bezahlt werden. Seit Juli 2021 werden Steuern eingenommen. Insgesamt kamen im Jahr 2021 so noch 156,8 Millionen Euro als virtuelle Automatensteuer zustande. Darüber hinaus freuten sich die Finanzämter noch über 9,7 Millionen Euro an Steuereinnahmen aus Online-Poker.

Es gibt schon nach dem ersten Quartal 2022 eine starke Tendenz auf steigende Steuereinnahmen in diesem Bereich. Denn nur in den ersten drei Monaten des Jahres haben die virtuellen Spielautomaten für 140,7 Millionen Euro an Einnahmen gesorgt. Damit hat dieses eine Quartal fast die gesamten Einnahmen der beiden letzten Quartale aus 2021 erreicht. Auch die Onlinepoker-Steuer schlägt im ersten Quartal 2022 bereits mit 7,8 Millionen Euro zu Buche. Auch hier gab es also einen deutlichen Anstieg zu verzeichnen.

Selbst wenn die Steuereinnahmen im Jahr 2022 über die kommenden Monate konstant bleiben – und eigentlich ist ein Anstieg zu erwarten – dann bekommen die Finanzämter eine Summe in Höhe von über 560 Millionen Euro. Nehmen wir die Einkünfte für Online-Poker dazu, kratzt der Betrag bereits an den 600 Millionen Euro. Setzt sich der bislang vorgelebte Anstieg weiter fort, fallen die Steuereinkünfte sogar noch höher aus. Online-Casinos sind aktuell definitiv ein Geschäftsmodell mit Zukunft.

Umsatzsteuer nicht berücksichtigt: Wir befassen uns hier ausdrücklich nur mit dem virtuellen Automatenspiel. Bei landbasierten Casinos kommt nämlich sogar noch die Umsatzsteuer hinzu, welche mit 19 Prozent veranschlagt wird. Auch gibt es regionale Gesetze, welche bei der Aufstellung von Geldspielgeräten eine örtliche Vergnügungssteuer erheben. Auch diese Einkünfte sind in der obigen Betrachtung nicht berücksichtigt. Denn das virtuelle Automatenspiel unterliegt weder der Umsatz- noch der Vergnügungssteuer.

Darum steigen die Steuereinnahmen bei Spielautomaten noch an

Steigende Automatensteuern erwartet (Bildquelle)

Schon jetzt zahlen viele Anbieter in Deutschland pflichtbewusst ihre Steuern. Doch lizenziert sind eigentlich erst zwei Anbieter – Jackpotpiraten und BingBong. Und diese Anbieter stehen noch vor ihrem Start. Sie sind online bislang nur sporadisch zu erreichen gewesen. Folglich zahlen auch die Casinoseiten ohne deutsche Lizenz, die sich aber eine Konzessionierung hierzulande versprechen, bereits Steuern. Sonst wären die genannten Steuereinnahmen auf virtuelles Automatenspiel nicht zustande gekommen.

Aber es ist schon jetzt klar, dass die Bundesländer das Casino-Spiel lizenzieren. Auch die Anbieter virtueller Automatenspiele werden zunehmen. Beziehungsweise gibt es schon jetzt einige Wettanbieter, die zusätzlich Slots im Programm haben. Ohnehin ist es spannend zu beobachten, wie sich der Markt hier in den kommenden Monaten wandelt. Fakt ist jedoch auch: Weitere Anbieter sollen Spieler vom illegalen Markt abholen. Weitere Spieler bringen zusätzliche Einsätze. Und genau diese Einsätze unterliegen der Steuerpflicht. Diese wiederum wird vom Automatenanbieter abgeführt. Deshalb ist eine Erhöhung der Steuereinkünfte in der Zukunft nur logisch.

Ansonsten ist das Casino- und Automaten-Spiel ohnehin ein Wachstumsmarkt. Zwar will der Gesetzgeber hier gegensteuern. Dennoch fand schon im Vorfeld ein großes Wachstum statt. Daher ist nicht zwingend zu erwarten, dass sich dieser Trend wegen der Regulierung abkühlt. Dies gilt für Automatenspiele, das aktuell in Deutschland ohnehin nur schwer zu erreichende Casino-Spiel (z.B. Roulette und Blackjack), sowie Online-Poker und Sportwetten. Denn in allen diesen Branchen gingen die Zahlen langfristig über die letzten Jahre bergauf.

Muss der Gesetzgeber nochmals nachbessern? Aktuell ist es so, dass Spielhallen zusätzlich zur Automatensteuer noch die Umsatz- und Vergnügungssteuer bezahlen müssen. Im Internet fällt jedoch nur die im Rennwett- und Lotteriegesetz verankerte Besteuerung in Höhe von 5,3 Prozent an. Die landbasierten Anbieter fühlen sich ungerecht behandelt. Das FG Münster hat bereits zugunsten des Spielhallen-Betreibers geurteilt. Ob der Bundesfinanzhof die Entscheidung bestätigt, wird gespannt erwartet.

Virtuelles Automatenspiel: Neue Steuereinnahmen für den Fiskus 1200 1000 2022-06-08 12:02:44 Online-Casino.de