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Visa Karte blockiert Zahlungen für Online Casinos

Visa Kreditkarte in Online-Casinos vor dem Aus! / Shutterstock.com

Mit der Visa-Karte verschwindet eines der Urgesteine aus der Liste der Zahlungsmethoden im Online-Casino. Dies haben uns zwei interne Quellen namhafter Casinos bereits bestätigt. Um den Grund für den Rückzug zu ergründen, gilt es der deutschen Politik in Bezug auf das Glücksspiel auf die Finger zu schauen. Denn besonders die Online-Casinos sind den Behörden ein Dorn im Auge. Da die Anbieter meist im Ausland sitzen, sind sie nur schwer zu fassen. Daher führt der Weg an den virtuellen Spielbanken vorbei, hin zu den Zahlungsmethoden. Der Rückschluss ist logisch: Wenn die Spieler nicht einzahlen können, trocknet der Markt aus. Und dennoch handelt es sich augenscheinlich um einen Trugschluss!

Schon im Oktober trat PayPal einen strategischen Rückzug an. Damit hat es bereits eine erste Zahlungsweise getroffen. Visa ist der zweite Anbieter, der sich dem Druck des Niedersächsischen Innenministeriums beugt. Ein wenig grenzt dieses Vorgehen schon an Aktionismus. Denn zur Mitte des Jahres 2021 soll ein neues Glücksspielgesetz in Kraft treten. Darin sollen die Casinospiele berücksichtigt werden. Und dann kämen die Bezahlmethoden natürlich wieder zurück.

Warum stellt Visa die Zahlungen an Online-Casinos ein?

Darüber lässt sich spekulieren. Visa ist auch in Deutschland sehr groß. Ob Online-Shop, Supermarkt oder im Urlaub – eine Visa-Karte ist häufig ein treuer Begleiter. Kurz gesagt: Die Haupteinnahmequelle der Kreditkarte ist nicht das Online-Glücksspiel. Wenn Deutschland als Staat auftritt und eventuell damit droht andere Märkte für den Zahlungsdienstleister zu schließen, so gilt es abzuwägen. Eventuell möchte Visa den kurzzeitigen Konflikt einfach meiden. Denn ab Juli 2021 ist eine Rückkehr sehr realistisch. Und wer aktuell eine Kreditkarte besitzt, der hat diese in einem guten Jahr vermutlich noch immer in seinem Besitz. Fakt ist, dass die Zahlungen mit der Visa-Karte an ein Online-Casino in Zukunft verboten sind. Lediglich der genaue Zeitpunkt des Rückzugs ist noch nicht bekannt. Allerdings ist davon auszugehen, dass Visa die Zahlungskanäle zum Glücksspiel kurzfristig abschneidet.

Freilich hätte eine Alternative offen gestanden. Doch den Rechtsweg wollte das Unternehmen nicht beschreiten. Dabei gab es bereits im Dezember des Jahres 2018 einen Aktivprozess, welcher gegen den Zahlungsdienstleister Skrill ltd. geführt wurde. Die Wirtschaftskanzlei Buse Heberer Fromm hat für den Dienstleister ein positives Urteil herausgeholt. Ein Spieler wollte unerlaubte Glücksspieleinsätze zurückerstattet bekommen. Doch unerlaubtes Glücksspiel ist nicht mit einer Rückzahlungspflicht des Zahlungsanbieters verbunden. Und eben auf dieses Urteil mit dem Aktenzeichen I-16 U 88/19 hätte sich der Zahlungsanbieter Visa im Zweifel berufen können. Dies gilt natürlich erst dann, wenn ein Kunde auf Rückzahlung von Seiten des Kreditkartenunternehmens pocht.

Alternative zur Visa-Karte: Bevor du dir eine Mastercard anschaffst, liegt die Verwendung eines E-Wallets wie Neteller für Casino-Zahlungen nahe. Auch die Sofortüberweisung hat in Deutschland einen tadellosen Ruf.

Löst das Verschwinden von Visa als Zahlungsmethode im Casino eine Lawine aus?

Kartenzahlungen nicht alternativlos / Shutterstock.com

Mit Visa darf im Online-Casino bald nicht mehr bezahlt werden. Doch ist zumindest eine weitere Kreditkarte meist noch für Einzahlungen freigeschaltet. Gemeint ist die Mastercard. Doch diese Firma sitzt ebenfalls im Amerika. Dort schauen die Entscheidungsträger natürlich ganz genau darauf, was jetzt in Deutschland mit den Visa-Zahlungen passiert. Eventuell hat das Niedersächsische Innenministerium tatsächlich einen Stein ins Rollen gebracht, der sich zu einer Lawine ausbreitet. Immerhin hat es PayPal ebenfalls schon erwischt. Doch die Bandbreite an Zahlungsmodalitäten ist groß. Und bis zur Neuregulierung des Glücksspielmarktes in 2021 scheint es unmöglich, jeden in Deutschland aktiven Zahlungsanbieter von den Online-Casinos auszuschließen.

Ein Kampf gegen Windmühlen also? Irgendwie schon. Die Banken selber sind auch unter Druck. Doch können sie nicht unterscheiden, ob Kunden Zahlungen hin zu legalen oder illegalen Online-Glücksspiel tätigen. Hier gib es nur den Bank-Code 7995. Dieser Bezeichnet das Gambling, also Glücksspiel. Und genau dieses ist bei Visa künftig untersagt. Allerdings zahlen in der Bundesrepublik nur die wenigsten Spieler mit den Kreditkarten ein. Die Sofortüberweisung von Klarna, Skrill und Neteller sind sehr beliebt. Darüber hinaus gibt es die Paysafecard. Und mit MuchBetter und Trustly sind zwei Zahlungsweisen stark im Kommen, die ihren Unternehmenssitz im Ausland haben. Es ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit den Zahlungsfluss bis zum Startschuss der Neuregulierung im Juli 2021 zum Erliegen zu bringen.

Kritische Stimmen zum Vorgehen in Deutschland: Bürokratisch, umständlich und nicht markorientiert. So sehen Experten aus dem Ausland den aktuellen Wandel im Casino-Markt, wie aus diesem LinkedIn-Protokoll zu entnehmen ist.

Deutschland stößt mit Verboten und Vorschriften Schwarzmarkt immer weiter auf!

Die Bundesrepublik zeigt an diesem Beispiel sehr gut auf, wie Spielerschutz heute nicht funktioniert. Denn wenn sich ein Kanal für die Einzahlung schließt, tut sich ein anderer auf. Doch die Visa-Karte gilt als überaus seriös. Freilich stehen weitere seriöse Zahlungsanbieter bereit. Irgendwann mischt sich vielleicht wirklich mal ein schwarzes Schaf darunter. Und wenn die Einzahlung bei in Deutschland legalen Casinos gar nicht mehr möglich wäre, würden sich die Spieler in den ausländischen Schwarzmarkt begeben.

Dafür braucht es eventuell gar nicht mehr viel. Denn ab Mitte 2021 sollen die monatlichen Einsätze auf 1.000 Euro und die Höchsteinsätze am Spielautomaten auf einen Euro beschränkt sein. Nur alle fünf Sekunden wäre ein Spin möglich. Unter diesen Bedingungen wird der Markt in Deutschland immer unattraktiver. Ausländische Alternativen gibt es zur Genüge. Und diese sind kinderleicht anzusteuern. Schweden hat es im negativen Sinne vorgemacht. Dort fand eine Überregulierung statt. Die Folge: Ein Großteil der Schweden spielt heute im Schwarzmarkt. Die Schweiz ist cleverer vorgegangen. Hier gab es eine landesinterne Lizenzierung, die nicht x-mal gescheitert ist. Dank einer übergreifenden Sperrdatei und mit fairen Bedingungen gegenüber den Spielern, hat sich die Schweiz im Online-Glücksspiel gut positioniert.

Deutschland scheint aktuell jedoch auf dem Weg dorthin zu sein, den aktuellen „Graumarkt“ zu einem großen Teil in einen Schwarzmarkt zu verwandeln. Wir können nur hoffen, dass die Politik sich mit den jahrelang aktiven Anbietern an einen Tisch setzt und sinnvolle & realistische Rahmenbedingungen für den vierten Glücksspiel-Staatsvertrag festlegt.

Visa Karte blockiert Zahlungen für Online Casinos 1200 1000 2020-05-13 14:15:11 Online-Casino.de

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