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Warnung in Glücksspielwerbung verhindert Sportwetten kaum

Dieter Maroshi, 9. August 2019, Sport & Spiel

Sportwetten Tipps und Wettquoten finden (Bildquelle)

Eine Studie aus England zeigt auf, dass Warnhinweise bei Sportwetten kaum dazu geeignet sind, das Glücksspiel zu unterbinden. Während Anzeigen wurde dabei häufig der Spruch „When the fun stops, stop“ eingebracht. Wenn der Spaß aufhört, hört auf zu spielen. So könnte der Slogan übersetzt werden. Dass ist ein wirklich gut gemeinter Ratschlag. Denn selbst beim Streben nach Gewinnen, sollte die Freude an erster Stelle stehen. Doch wo Werbung sonst bewiesen Einfluss auf uns Menschen hat, dringen entsprechende Meldungen weniger durch.

Wissenschaftler der Universität von Warwick haben sich mit dem Slogan und deren Aussagekraft zu Sportwetten beschäftigt. Ziel sei es, die Spieler zum verantwortungsbewussten Umgang mit ihren Finanzen zu bewegen. Doch eine aktuelle Studie zeigt auf, dass die Bitte verantwortungsvoll zu spielen und damit aufzuhören, wenn es keinen Spaß mehr macht, keinen signifikanten Effekt zeigt.

Forschungsergebnisse zum Warnhinweis bei Sportwetten

Schon seit dem Jahr 2014 wurde von der Universität in Warwick untersucht, wie sich die Glücksspielwerbung auswirkt. Erste Erkenntnisse zeigten, dass sich die Menge der Sportwetten und die Höhe des Einsatzes über die Jahre vergrößert haben. Als eine der maßgeblichen Ursachen wurden die Werbeanzeigen ermittelt. Am 11. März 2019 veröffentlichte Philip Newall eine Studie unter dem Namen „Gambling Marketing from 2014 to 2018: A literature Review“. Weiterhin findet in der Ausführung Erwähnung, dass die Wetten immer komplexer sind. Weiterhin zeigten die Studienergebnisse eine vergrößerte Attraktivität von Angeboten, da diese häufig von Prominenten beworben sind. Im deutschsprachigen Raum wirbt die Torwart-Ikone beispielsweise für den Buchmacher Tipico. „Ihre Wette in sicheren Händen“. Lautet dabei der Slogan. Solche stimmungsvoll vermittelten Botschaften scheinen eher zu wirken, als nüchterne Aussagen über Glücksspiele, Spielsucht und der Bitte in vernünftigen Maßen zu spielen.

Die zentrale Erkenntnis lautet, dass eine Warnmeldung die Einsatzhöhe der Spieler kaum verringert. Um zu diesem Schluss zu kommen, baten Forscher der Psychologieabteilung der Universität über 500 Personen darum, nach dem Betrachten einer solchen Anzeige ihre Erfahrungen mit Sportwetten zu schildern. Natürlich wurden nur Werbebotschaften vorgeführt, welche eine entsprechende Warnung enthalten haben. Außerdem gab es zwei Gruppen. Eine davon hat die Werbung vor dem Spielen nicht gesehen. Tatsächlich spielten die Betrachter der Werbebotschafter häufiger als diejenigen, denen der Spot nicht vorgeführt wurde. Die Differenz ist statistisch nicht relevant. Die Aussage, dass Warnmeldungen zum Glücksspiel keine große Auswirkung haben, bleibt dadurch natürlich trotzdem bestehen. Verantwortungsbewusstes Spielverhalten scheint auf diese Art und Weise nicht gefördert werden zu können.

Ziel des Slogans: Die Macher der Werbebotschaft wollten junge Leute erreichen. Dazu wurde eine Formulierung gewählt, mit der sich die Spieler einerseits gegenseitig herausfordern können. Andererseits sollte auf negative Emotionen hingewiesen werden. Doch lag es wohl niemals in der Absicht, das Spielverhalten zum Erliegen zu bringen. Die Botschaft sollte zum Nachdenken anregen.

Abänderung des Slogans und Werbeverbot im Fernsehen

Fußballer tragen Wettanbieter-Werbung zur Schau (Bildquelle)

Die aktuelle Warnanzeige hebt das Wort „Fun“ in einer größeren Schrift hervor. Dies soll bei einer Aktualisierung künftig vermieden werden. Doch ist überhaupt anzunehmen, dass dieser Slogan in der Glücksspielwerbung in Großbritannien gar nicht mehr so häufig zu sehen sein wird. Denn die Branche hat sich freiwillig für ein Werbeverbot im TV ausgesprochen. Dies gilt zumindest während Sportveranstaltungen. Dieser Schritt wurde als nötig empfunden, weil besonders Kinder, Jugendliche und generell Schutzbedürftige Personen sich so von den Werbekampagnen haben ansprechen lassen.

Die Ankündigung dieser Maßnahme erfolgte bereits im Jahr 2018. Jetzt Mitte 2019 wird sie erstmals umgesetzt. Doch handelt es sich nicht um ein Komplettverbot. Werbung dieser Art darf nicht mehr während Live-Sportveranstaltungen gezeigt werden. Dies gilt jedoch nur, sofern diese vor 21 Uhr ausgestrahlt wird. Damit wird einem Trend entgegengewirkt. Denn in England wurde durchaus mit Live-Quoten geworben. Ansonsten findet die Glücksspielwerbung ausgehend fünf Minuten vor dem Start eines Wettbewerbs, bis Einschließlich fünf Minuten nach Abpfiff, nicht mehr statt. Der Startschuss fiel mit dem Beginn der Fußball Saison in England. Von dieser Regelung sind Pferderennen jedoch ausgenommen, die in Großbritannien zu eng mit dem Glücksspiel verknüpft sind.

Soziale Verantwortung: Diese haben die Glücksspielfirmen in Großbritannien jetzt gezeigt. In Deutschland finden während der Partien, im Vorfeld und auch im Nachlauf noch immer Anzeigen der Buchmacher statt.

Eine Rückschau auf die WM 2018 hat ergeben, dass 17 Prozent der dort geschalteten Werbeanzeigen dem Glücksspielsektor zugehörig waren. Dabei war eine Werbung mit Live-Quoten allgegenwärtig. Ansonsten fanden durchaus komplexe Wettvorschläge in die Botschaften: „England gewinnt mit drei oder mehr Toren, Harry Kane erzielte ein Tor und es fallen 11 oder mehr Ecken.“

Weiterhin wurde das Sendeformat „BBC Match of the Day“ analysiert. Das Fazit lautet, dass jedes gezeigte Spiel im Durchschnitt über250 Glücksspielanzeigen zu sehen gab. Diese Aussage bezieht sich auf ein Premier League Spiel. Auch in Deutschland sind die Banden, die Trikots und die Interview-Tafeln mit den Sponsoren, die heutzutage häufig aus der Branche der Sportwetten stammen, gefüllt. Diesbezüglich gab es, mit dem Auslauf der Lizenzen, ebenfalls Diskussionen.

Daten der britischen Glücksspielkommission haben ergeben, dass zumindest 10 Prozent der 11- bis 16-Jährigen zumindest einem Glücksspielunternehmen über die sozialen Medien folgen. Diese relativ junge Gruppe bekommt anscheinend bei Facebook und Co häufiger Werbeeinblendungen von entsprechenden Firmen eingespielt.

Warnung in Glücksspielwerbung verhindert Sportwetten kaum 1200 1000 2019-08-09 08:10:32 Online-Casino.de

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