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Westspiel Casinos: Privatisierung ist beschlossen

Martin Hill, 9. Mai 2018, Wirtschaft

Bildquelle: Westspiel GmbH

Die betroffenen Westspiel Casinos befinden sich in den Städten Dortmund, Duisburg, Aachen, Bremen und Bad Oeynhausen. Ein weiterer Standort ist in Köln geplant. Allerdings hat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen kürzlich über den Verkauf der Spielbanken beraten. Konkret stehen hierbei die vier Casinos in Nordrhein-Westfalen im Blickpunkt. Derzeit ist die NRW.Bank die einzige Gesellschafterin der Casinos. Jetzt soll ein Verkauf umgesetzt werden.

Bei der geplanten Privatisierung, gibt es noch offene Fragestellungen. Was passiert mit der Kunstsammlung innerhalb der Westspiel Casinos? Bleiben sämtliche Arbeitsplätze der Mitarbeiter erhalten? Stehen potentielle Käufer schon Schlange? Und wie hoch fiel der Verlust zuletzt aus, dass überhaupt eine Privatisierung in die Wege geleitet wird. Diesen Fragestellungen möchten wir uns nachfolgend widmen.

Über Wirtschaftlichkeit und Arbeitsplätze in den Westspiel Casinos

Immerhin sind in den Casinos der Westspiel, allein in Bad Oeynhausen, Aachen, Hoyensyburg und Duisburg über 1.000 Personen angestellt. Auch bei einer Privatisierung können keinesfalls alle Arbeitsplätze wegfallen. Dennoch ist anzunehmen und diese Auffassung teilt auch die Gewerkschaft Verdi, dass bei einem Verkauf Stellen gestrichen werden. Andreas Elbracht aus dem Aufsichtsrat der Westspiel schlussfolgert: „Egal wer der künftige Betreiber ist, das Personal wird schrumpfen.“ Es wird vermutet, dass insbesondere Stellen in der Zentrale der Westspiel GmbH auf dem Spiel stehen. Denn ein anderes Unternehmen hat bereits einen Hauptsitz, wohin viele der Tätigkeiten verlagert werden könnten. Je nach neuem Eigentümer könnten darüber hinaus auch einige Posten in den Casinos selber gestrichen werden.

Wieso musste es überhaupt so weit kommen? Offiziellen Aussagen zufolge, wurden die Ziele des Unternehmens nicht erreicht. Diverse Kennzahlen stimmten schon 2016 nicht mit den Planungen überein. So konnten die Besucherzahlen nicht gesteigert werden. Im Gegenteil, der Ansturm an die Automaten und Spieltische ist um 2,4 Prozent gesunken. Die Bruttospieleinnahmen sind zwar auf 80,4 Millionen Euro leicht gestiegen, bleiben aber dennoch hinter den Erwartungen zurück. Wenn wir die gesamten Spielbanken der Westspiel in Nordrhein-Westfalen zusammennehmen, so stand im Jahr 2016 ein Verlust von 2,9 Millionen Euro niedergeschrieben. Da der Geschäftsbericht für 2017 noch nicht vorliegt, gibt es keine aktuelleren Zahlen. Ein Aufschwung ist, da ein Verkauf geplant wird, wohl nicht zu erwarten.

Spielbankabgabe: Dieser Ausgabeposten wird von Personen im Aufsichtsrat als ein zu hoher Kostenfaktor ausgemacht. Immerhin flossen 39,7 Millionen Euro an die Öffentlichkeit, wie die Kommunen. Aktuell müssen die Spielbanken 30 Prozent abgeben. Übersteigt eine Spielbank die 15-Millionen-Marke, so erhöht sich die Abgabe um weitere 10 Prozent.

Wer interessiert sich für einen Kauf der Westspiel GmbH?

Bildrechte: „obs/CASINO MERKUR-SPIELOTHEK GmbH“

Es ist nicht bekannt, ob es mehrere Interessenten gibt. Allerdings hat sich Mario Hoffmeister aus dem Bereich der Unternehmenskommunikation der Gauselmann Gruppe zu Wort gemeldet: „Natürlich haben wir ein grundsätzliches Interesse an der Übernahme. Wenn das Thema werden sollte, hören wir uns das gerne an und entscheiden, ob es eine lohnenswerte Investition sein könnte.“ Allerdings wurde sofort eingeschränkt, dass eine Übernahme nur dann zur Debatte steht, wenn auch die Chance auf Gewinne an den Standorten erkannt wird. Womit wir erneut bei der Reduzierung der Mitarbeiter angelangt sind. Denn Gauselmann setzt auf das sogenannte Ticketing. Die Casinos in Leuna-Günthersdorf und Magdeburg tauscht Bargeld direkt an den Spieltischen in Chips um. Vor dem Verlassen der Spielbank könnten die Chips an einem Automaten zurückgetauscht werden. Dies spart Personal und Kosten.

Gauselmann betreibt 330 Spielhallen in Deutschland. 360 Betriebsstätten dieser Art im Ausland gesellen sich zu diesem Portfolio. Weiterhin werden Casinos auf Kreuzfahrtschiffen, in Sachsen-Anhalt und Berlin betrieben. Schon vor zwei Jahren war die Privatisierung der Westspiel GmbH ein Thema. Garrelt Duin von der SPD war zu dieser Zeit Wirtschaftsminister und trieb einen Verkauf erfolglos voran. Schon zu dieser Zeit hat die Gauselmann Gruppe sein Interesse angemeldet. Jetzt ist es die Schwarz-Gelbe Koalition, die privatisieren möchte. CDU und FDP haben festgestellt, dass der Sanierungsplan aus 2014 nicht erfolgreich umgesetzt werden konnte. Ralf Witzel ist Vorsitzender der FDP-Fraktion im Landtag. Er fand deutliche Worte: „Das Unternehmen ist dauerhaft defizitär und katastrophal geführt.“

Dringlichkeit: Insbesondere die FDP versucht den Verkauf von Westspiel voranzutreiben. Die Vertreter der Politik sehen in den Casinos einen großen Verlust, der besser anderswo investiert wird.

Kunst und Köln: Was passiert mit der Sammlung und dem neuen Standort?

Trotz der geplanten Privatisierung, sollten die Pläne in Köln ein Casino zu bauen, Bestand haben. 2013 wurde diese Entscheidung fix gemacht. Wobei die Standortwahl am Ottoplatz in Deutz wegen Problemen mit dem Untergrund nicht mehr in Frage kommt. Eine neue Ortsbestimmung konnte noch nicht ermittelt werden. Und wegen des anstehenden Verkaufs könnten sich die Pläne zumindest verschieben. Gauselmann-Sprecher Hoffmann machte jedoch Mut. Denn er sprach von einer gewissen Bedeutung des Standortes Köln, bei einer etwaigen Übernahme.

Schon im Jahr 2014 fand die Versteigerung zweier Kunstwerke von Andy Warhol statt, welche in New York umgerechnet 120 Millionen Euro einbrachte. Weitere Kunstwerke sollten nicht versilbert werden. Finanzminister Lutz Lienenkämper von der CDU äußerte sich sehr deutlich: „Die Kunst wird nicht mitverkauft.“ Weitere 200 Kunstwerke finden sich noch im Besitz von Westspiel. Weitere Werke von Warhol, sowie Siebdrucke von Marilyn Monroe sind ebenso darunter, wie Werke von Salvador Dali.

Westspiel Casinos: Privatisierung ist beschlossen 1200 1000 2018-05-09 08:44:51 Online-Casino.de

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