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Westspiel hält Informationen zum Bieterverfahren geheim

Christian Webber, 3. Februar 2021, Wirtschaft

Bildquelle: Westspiel GmbH

Westspiel, auch unter Westdeutsche Spielbanken GmbH & Co. KG bekannt, ist ein derzeit staatlich geführtes Glücksspielunternehmen. Doch die Privatisierung steht seit Jahren auf der Liste des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit einiger Zeit geht es damit sogar recht schnell voran. Derzeit haben die Interessenten an den Spielbanken in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund und Duisburg vermutlich bereits alle einen Antrag eingereicht. Doch der Knackpunkt ist aktuell, dass Westspiel das Verfahren geheim hält. Daher ist offiziell gar nicht bekannt, wer denn nun einen Antrag eingereicht hat und wer sich nach Abwägung dagegen entschied.

Natürlich wollen wir alles Wissenswerte darlegen, was uns über die Veräußerung von Westspiel bekannt ist. Fakt ist, dass die Spielbanken einen neuen Eigentümer finden werden. Am Ende bekommt der Höchstbietende den Zuschlag. Wie lange es konkret noch dauert hat Nordrhein-Westfalen nicht durchblicken lassen. Doch der Prozess selber, also wie der künftige Käufer ausgewählt wird, ist recht naheliegend erläutert.

So geht der Verkauf von Westspiel vonstatten

Phase eins ist abgeschlossen. Die Interessenten haben ein Kaufinteresse hinterlegt. Branchenkenner sprechen von vier bis sechs Unternehmen, die sich eine Übernahme der vier Casinos grundsätzlich vorstellen können. Bis zu zwei weitere Konzessionen, die vermutlich für die Standorte Düsseldorf und Köln ausgestellt werden, kommen zu den Bestandsspielbanken dazu. Aktuell sind also die Anträge eingereicht. Jetzt ist die Gegenseite an der Reihe. In diesem Fall übernimmt Marc Oswald und sein Team von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton AG aus Düsseldorf die Prüfung der Dokumente. Enthalten diese keine formellen Fehler und entsprechen in vollem Umfang den Anforderungen, so kann der Verkauf eine Stufe voranschreiten. Doch zu diesem Zeitpunkt hat noch keine Firma ein Gebot hinterlegt. Zunächst soll die Auswahl der Unternehmen, falls nötig, noch zusammengeschrumpft werden.

Denn in der nächsten Phase gilt es Angebote einzureichen. Dazu werden voraussichtlich nur Bieter aufgefordert, die folgende Anforderungen erfüllen. Die Unternehmen sollen ein Eigenkapital in Höhe von 20 Millionen Euro oder mehr vorzuweisen haben. Weiterhin scheinen eigene Erfahrungen im Betrieb von Spielcasinos essentiell zu sein. Nur drei Bewerber sollen dazu aufgerufen werden, ein Angebot für Westspiel abzugeben. Sollten jedoch mehr Interessenten den bisher erläuterten Anforderungen entsprechen, so arbeitet die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einen weiteren Katalog an Kriterien ab. Hier erfolgt letztlich eine Punktevergabe für den stationären Spielbankenbetrieb bezogen auf die letzten drei Jahre. Auch die Gastronomie wird berücksichtig. Letztlich werfen die Prüfer einen Blick auf die Höhe des Umsatzes und auf Mitarbeiter, die Erfahrungen im Glücksspiel besitzen.

Hat sich die Anzahl der Bieter durch das Auswahlverfahren auf drei Stück begrenzt, so reichen die übrig gebliebenen Unternehmen ein konkretes Angebot ein. Alle drei Firmen werden zur ersten Verhandlungsrunde eingeladen. Doch nach der Abgabe des Gebots bleiben schon nur noch die zwei Höchstbietenden übrig. Hier tritt die Verhandlung in die finale Phase. Letztlich bekommt der Höchstbietende, sofern das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen seine Zustimmung gibt, den Zuschlag.

Geheimhaltung zum Bieterverfahren: „Ob und wie viele Anträge im Teilnahmewettbewerb eingereicht wurden“ so Marc Oswald von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, ist vertraulich. Daher können auch wir über die potentiellen Bieter nur spekulieren. Doch hat es in der Vergangenheit bereits Anhaltspunkte gegeben, welche Unternehmen ein Interesse an dem Betrieb der Spielbanken in Nordrhein-Westfalen haben könnten.

Wer steigt in den Westspiel-Poker ein?

Was kostet die Westspiel GmbH? (Bildquelle)

Im Prinzip geht es um sechs Casinos. Vier davon stehen bereits an den Standorten Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund und Duisburg. Zwei weitere sind geplant. Also reden wir von sechs Standorten. Dabei soll die Lizenzvergabe direkt über 15 Jahre erfolgen. Startzeitpunkt soll das Jahr 2022 sein. Folglich würde die Konzession dann bis zum Jahr 2037 gültig sein. Übrigens ist der Wert von Westspiel auf stolze 2,7 Milliarden Euro taxiert. Allerdings ist nicht anzunehmen, dass auch nur im Ansatz eine solche Summe als Erlös herauskommt. Schlussendlich sorgt vermutlich auch die anhaltende Gesundheitskrise dafür, dass der Verkaufserlös geringer ausfällt. Denn die Wettbewerber, welche in den Bieterwettstreit einsteigen, leiden unter Corona. Spielhallen und Casinos sind geschlossen. Viele Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit.

Doch welche Unternehmen haben wohl ein Interesse an der Übernahme von Westspiel? Ganz oben auf der Liste der potentiellen Käufer könnte die Gauselmann Gruppe stehen. Das Unternehmen betreibt in Deutschland bereits diverse Spielcasinos und natürlich die Merkur Spielhallen. Weiterhin wird die Firma regelmäßig ausgezeichnet – zum Beispiel für Kundenzufriedenheit oder Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Doch zwei Konkurrenzunternehmen aus Österreich zeigen vermutlich ebenso Interesse. Gemeint sind Novomatic und Casinos Austria. Letztgenanntes Unternehmen hat sich bereits 2044 in Niedersachsen Lizenzen für zehn Spielbanken gesichert. Spekuliert wird ebenfalls, ob Tipico in den Verhandlungspoker einsteigt. Allerdings ist das Unternehmen eher auf Sportwetten und Casino-Spiele der eigenen Online-Plattform spezialisiert. Wenngleich Tipico auch Wettshops betreibt. Dennoch scheint der Buchmacher allein schon wegen den formulierten Anforderungen ein wenig aus dem Raster zu fallen. Näheres hat das Westfalen Blatt zusammengefasst.

Erfahrene Bewerber: Gauselmann betreibt aktuell Spielcasinos in Sachsen-Anhalt und Berlin. Auch Novomatic ist bei den Spielbanken in Berlin zumindest beteiligt. Und Casinos Austria haben das gesamte „große Spiel“ in Österreich in den eigenen Spielcasinos gewissermaßen unter Kontrolle.

Westspiel hält Informationen zum Bieterverfahren geheim 1200 1000 2021-02-03 08:48:48 Online-Casino.de

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