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Westspiel verdoppelt seinen Verlust: Casino-Verkauf in Gefahr!

Martin Hill, 3. August 2018, Wirtschaft

Bildquelle: Westspiel GmbH

Westspiel ist der Betreiber von Casinos in Aachen, Dortmund, Duisburg und Bad Oeynhausen. Die Spielbanken stehen derzeit zum Verkauf. Mitarbeiter der Standorte haben bereits protestiert. Immerhin hängen über 1.000 Arbeitsplätze an den Glücksspielhäusern. Doch steht über Allem derzeit der wirtschaftliche Misserfolg. Der Jahresfehlbetrag hat sich weiter ausgeweitet. Unter diesen Voraussetzungen wird es schwer, die Casinos an Interessenten zu veräußern.

Dass im vergangenen Jahr bereits ein Fehlbetrag von 2,9 Millionen Euro das Konzernergebnis überschattet hat, ist bekannt. Daraufhin wurde die Privatisierung als Ziel ausgegeben. Doch hat sich bis heute kein Käufer gefunden. Und es kommt noch schlimmer. Denn inzwischen hat sich der Verlust auf 7,6 Millionen Euro ausgeweitet.

Westspiel Casinos vor dem Aus: Verluste nicht aufzuhalten?

Tatsächlich haben die NRW.Bank und das Land Nordrhein-Westfalen bereits Unterstützungsleistungen als Entgegenkommen ermöglicht. So wurde die Spielbankenabgabe reduziert. Auch gab es eine Aufstockung des Eigenkapitals um 60 Millionen Euro. Eine zusätzliche Konzession wurde ebenfalls ausgestellt. Alles vergebens. Ohne diese Zuwendungen wäre ein Konkurs wahrscheinlich gewesen. Und doch hat es Westspiel nicht geschafft, sich aus der Verlustspirale zu befreien. Schlimmer noch: Das Minusgeschäft hat weiter zugelegt. Ein weiterer Casino-Standort wurde nicht gefunden. Und die bisherigen Projekte laufen nicht wie gewünscht. Auf Grund dieser Tatsachen sprach Ralf Witzel von der FDP-Landtagsfraktion deutliche Worte: „Eine wettbewerbliche Ausschreibung des Glücksspielbetriebs ist ordnungspolitisch geboten, ökonomisch vernünftig und zugleich gesellschaftspolitisch verantwortbar – ohne Abstriche bei der Anbieterseriosität, der Casinoaufsicht und der Spielbankabgabe.“

Die geplante Privatisierung von Westspiel wird von den aktuell kursierenden Zahlen jedoch nicht vereinfacht. Denn ein Verlustgeschäft von 7,6 Millionen Euro ist schwer zu vermitteln. Warum wird dieser Schritt erwogen? Einmal steht es dem Bundesland und sogar dem Staat nicht gut zu Gesicht, wenn ein von ihm betriebenes Casino dauerhaft Minus macht. Außerdem haben schon sieben andere Bundesländer ihre Glücksspielhäuser in private Hand gegeben und dort hat sich das Blatt tatsächlich gewendet. Politisch ist beachtlich, dass in fünf dieser Bundesländer die SPD den Regierungschef stellt. Und doch stellt sich die SPD gegen die Privatisierung der Spielbank Hohensyburg. Als Begründung werden hier 330 Arbeitsplätze angesprochen, die bedroht sind. Während die FDP sich für die Privatisierung stark macht, möchte die CDU vorher ein Gutachten durchführen.

Europaweiter Verkauf: Um Interessenten anzulocken sollen die Casinos nicht nur in Nordrhein-Westfalen oder in ganz Deutschland, sondern gleich in ganz Europa ausgeschrieben werden.

Wie beeinflusst die wirtschaftliche Lage den geplanten Westspiel-Verkauf?

Gauselmann gilt als Westspiel-Interessent (Bildquelle)

Innerhalb eines Jahres wurden aus 2,9 Millionen Verlust 7,6 Millionen Euro. Mehr als 150 Prozent hat die Fehlleistung zugelegt. Ein Insider der NRW.Bank, der Westspiel praktisch zugehört, äußerte sich drastisch: „Wenn die Gruppe derzeit überhaupt verkäuflich ist.“ Und doch scheint es zumindest einen konkreten Interessenten zu geben und zwar aus dem Inland. Gemeint  ist die Gauselmann Gruppe. Schon in der Vergangenheit sprach Mario Hoffmeister vom Zentralbereich der Kommunikation deutliche Worte: „Natürlich haben wir ein grundsätzliches Interesse an der Übernahme. Wenn das Thema werden sollte, hören wir uns das gerne an und entscheiden, ob es eine lohnenswerte Investition sein könnte.“ Doch die Vorzeichen haben sich geändert. Nach Bekanntwerden der wirtschaftlichen Gegebenheiten, tönt Hoffmeister leiser: „Westspiel ist jetzt ein Sanierungsfall.“

Wenn ein Verkauf weiterhin vorangetrieben werden soll, so muss sich Westspiel wohl auf einen niedrigen Erlös einstellen. Denn wenn nach einem Erwerb erst noch umfassende Sanierungsmaßnahem durchzuführen sind, so wird dies den Kaufpreis negativ beeinflussen. Ein weiterer Interessent soll das Marktgeschehen derzeit genau beobachten. Gerüchte besagen, dass auch Novomatic aus Österreich seine Fühler nach den Casinos ausgestreckt hat. Aber woraus resultieren überhaupt die negativen Konzernergebnisse? Für den Standort Köln haben Abschreibungen auf den Neubau viel Kapital verschlungen. Und auch die Ansprüche auf Altersversorgung ausgeschiedener Angestellter haben das Ergebnis beeinflusst.

Wirklich unverkäuflich? Sind die Spielbanken von Westspiel wegen des schlechten Ergebnisses kaum mehr zu verkaufen oder schlagen Interessenten jetzt erst recht zu. Immerhin ist jetzt die Möglichkeit vorhanden, den Preis drastisch zu drücken.

Casino-Mitarbeiter haben Angst vor einem Stellenabbau

Die Gewerkschaft Verdi befürchtet tatsächlich einen Abbau der Stellen. Dies gilt insbesondere bei einem Verkauf. Denn bei einer Privatisierung ginge es um die Optimierung der Erlöse. Neben der Erschließung von Einnahmequellen, kommt ebenfalls der Abbau von Ausgaben in Betracht. Und außerdem sind diesbezüglich immer wieder die Vorzeige-Spielbanken von Gauselmann in Magdeburg und Leuna-Günthersdorf ein Thema. Sie gelten europaweit als die modernsten Casinos. Dort kommt eine Ticketing zum Einsatz. Dadurch wird das Personal an den Kassen des Casinos nicht mehr benötigt. Die Spieler haben die Möglichkeit, ihr Bargeld direkt am Spieltisch in Chips umzutauschen. Ist die Spielleidenschaft befriedigt, so werden die Chips über einen Barcodeleser am Automaten wieder in Euros umgewechselt.

Lutz Lienenkämper äußerte eigene Bedingungen für einen Verkauf. So sollen die Spielbanken im Paket verkauft werden. Außerdem ist es das erklärte Ziel, die staatliche Aufsicht mit der Vergabe der Casinos in private Hand zu stärken. Zudem sollen keine weiteren Casinos aus dem Boden schießen können. Es geht beim Verkauf konkret um die vier Casinos in Bay Oeynhausen, Duisburg, Dortmund und Aachen, sowie um die bereits bestehende Lizenz in Köln, welche mit übernommen würde.

Westspiel verdoppelt seinen Verlust: Casino-Verkauf in Gefahr! 1200 1000 2018-08-03 15:23:11 Online-Casino.de

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