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Westspiel Verkauf: Folgt Erweiterung auf 16 Casinos in NRW?

Sabina Kugler, 14. Dezember 2018, Wirtschaft

Bildquelle: Westspiel GmbH

Westspiel wird privatisiert. Dieser Schritt wurde über eine längere Zeit erwogen und unlängst ist der Prozess in Bewegung gesetzt worden. Doch das Land Nordrhein-Westfalen will noch weitergehen. Denn eine Erweiterung auf 16 Casino-Standorte steht zur Debatte. Darüber hinaus ist sogar das Verbot von Online-Casinos fraglich. Bislang ist nix fixiert. Allerdings gibt es Arbeitspapiere, welche sich mit den entsprechenden Plänen auseinandersetzen. Falls die Umsetzung erfolgt, so wird dies nicht von heute auf morgen möglich sein.

Denn sowohl für den Verkauf, insbesondere jedoch für die Erlaubnis des Online-Spiels in NRW, ist eine Änderung des Gesetzes nötig. Derzeit sieht weder der Glücksspielstaatsvertrag, noch das Spielbankgesetz in Nordrhein-Westfalen die Erlaubnis von Online-Casinos vor. Hinter den Kulissen wird bereits an einer erneuten Überarbeitung des Glücksspielstaatsvertrages gearbeitet. Vielleicht kommt das Land NRW dem bundesweiten Gesetz sogar zuvor. Es wäre ein wichtiger Schritt hin zur Legalisierung der Online-Casinos.

Was geschieht mit Westspiel? Übernimmt Gauselmann die Casinos?

„Je mehr man die Braut aufhübscht, desto interessanter wird sie“, wird ein Sprecher des Glücksspielriesen Gauselmann zitiert. Diese Aussage wurde hinsichtlich der Gesetzesänderung in Bezug auf den Verkauf von Westspiel vorgebracht. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass von Seiten Gauselmanns durchaus Interesse besteht. Insbesondere, wenn das Verbot Online-Casino-Spiele anzubieten in NRW aufgehoben wird, ist dieser Schritt nachzuvollziehen. Denn Ende des letzten Jahres hat sich das Unternehmen aus dem Markt der Online-Casinos zurückgezogen. Geschlossene Partnerschaften mussten annulliert werden. Damals hieß es auch, dass dieser Schritt gegangen wird, weil Gauselmann auf eine positive Veränderung hinsichtlich der Gesetzgebung bei Online-Casinos in Deutschland hofft. Die Firma wollte zum Zeitpunkt der Legalisierung die Gesetze respektieren, um sich bei einer anschließenden Bewerbung Hoffnungen auf eine Lizenz machen zu können.

Mehr als die Übernahme, unabhängig vom aufkaufenden Unternehmen, macht sich die Politik Sorgen um den Schutz der Spieler. Daher haben sich die CDU und FDP berufen gefühlt, eine Beteiligung des Landes an Westspiel zu prüfen. Ilona Füchtenschnieder-Petry hat in ihrer Rolle als Vorsitzende des Fachverbandes Glücksspielsucht eine Warnung vor der Erweiterung des Marktes ausgesprochen: „Weitere Spielbank-Standorte in NRW und die Freigabe des Online-Casino-Verbots erhöhen die Spielsuchtgefahr.“ Für die Politikerin ist ein überschaubarer Markt leichter zu kontrollieren. Die Antwort vom Finanzministerium des Landes ließ nicht lange auf sich warten. Die Mitteilung besagt, dass im Zuge einer eventuell angestrebten Änderung des Gesetzes, ebenso die Standards hinsichtlich der Aufsicht und der Vermeidung von Missbrauch gestärkt würden.

Casino-Standorte von Westspiel: Derzeit hat das Unternehmen Spielcasinos in Dortmund, Duisburg, Aachen und Bad Oeynhausen vorzuweisen. Ein Standort in Köln ist geplant. Die Privatisierung soll nun vorangetrieben werden. Damit einhergehen, könnte die Erweiterung auf 16 Casinos.

Geht der Westspiel-Verkauf im Jahr 2020 über die Bühne?

Erlaubt NRW das Online-Casino-Spiel? (Bildquelle)

Nicht ganz eindeutig ist, ob sich NRW wirklich für die Aufhebung des Verbots von Online-Casinos einsetzt oder nur darauf spekuliert, dass die Erlaubnis mit der Überarbeitung des Staatsvertrages erteilt wird. Bekannt ist hingegen, dass zumindest Schleswig-Holstein und Hessen hinter einer Öffnung des Marktes für Online-Casinos in Deutschland sind. Allerdings soll es unter den Entscheidungsträgern der Länder darüber keinen Konsens geben. Für Gauselmann wäre die Erlaubnis auf Glücksspiele im Internet natürlich ein großer Anreiz bei Westspiel einzusteigen. Scheinbar gibt es für einen Verkauf konkrete Pläne.

Doch derzeit hat die Suche nach einem Transaktionsberater Vorrang. Die Planung sieht vor, dass zum Ende des Jahres 2020 ein Kaufvertrag unterschrieben ist. Der Vollzug soll kurz darauf folgen. Interessant ist diesbezüglich die Planung in Köln, wo ein weiteres Casino entstehen soll. Westspiel hat bekanntgegeben, dass diese Pläne weiter vorangetrieben werden sollen. Da zuletzt jedoch keine Bewegung bei der Standortsuche oder hinsichtlich des geplanten Neubaus in Gang gekommen ist, scheint eine Vermutung nahezuliegen: Die angedachte Privatisierung von Westspiel blockiert ein Vorankommen hinsichtlich des Casino-Standorts in Köln. Dabei wollte das Unternehmen mit einem Standort in Köln die eigenen Bilanzen aufpeppen. Derzeitige Planungen sprechen von einem Standort am Bahnhof Messe/Deutz.

Private Casinos: 67 Spielbanken sind in Deutschland offiziell zugelassen. Acht Bundesländer haben bislang auf eine Privatisierung verzichtet. Es handelt sich um 35 Spielbanken in öffentlich-rechtlicher Hand. Vier Spielcasinos davon finden sich in NRW wieder.

Wie könnte eine Gesetzesänderung hinsichtlich des Glücksspiels aussehen?

Diesbezüglich lässt sich aktuell nur spekulieren. Fakt ist jedoch, dass schon die Privatisierung eine Erneuerung des Spielbankengesetzes in NRW erforderlich machen würde. Die Ausweitung der Casino-Standorte sollte anschließend problemlos möglich sein. Problematischer ist schon das derzeit gültige Verbot von Online-Casinos. Allerdings ist das Glücksspielrecht derzeit Sache der Länder. Es besteht daher durchaus die Möglichkeit, sollte sich hinsichtlich des Glücksspielstaatsvertrages keine Einigkeit unter den Ministerpräsidenten ergeben, dass einige Bundesländer ihr eigenes Ding durchziehen.

In diesem Sinne wäre eine Gesetzesänderung auch dahingehend möglich, dass das Bundesland Nordrhein-Westfalen die Erlaubnis für Online-Casino-Spiele gibt. Für die neue Einrichtung von Casinos würde übrigens die Einwohnerzahl als Maßstab genommen. So könnte Köln mit 4,5 Millionen Bewohnern bis zu fünf Spielbanken beherbergen. Derzeit ist der nächste Standort für die Kölner das Casino in Aachen. Hinsichtlich der eventuell neu entstehenden Spielcasinos wird von NRW mit höheren Einnahmen gerechnet. Allerdings müssten diese mit den geplanten Ausgaben für den Spielerschutz, welcher ebenfalls erhöht werden müsste, gegengerechnet werden. Ebenfalls darüber berichtet die Kölnische Rundschau.

Westspiel Verkauf: Folgt Erweiterung auf 16 Casinos in NRW? 1200 1000 2018-12-14 09:36:30 Online-Casino.de

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