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Westspiel-Casinos: Gewinne als Unternehmen?

Christian Webber, 29. November 2015, Wirtschaft

Westspiel betreibt aktuell vier Casinos. Diese befinden sich in Duisburg, Dortmund, Bad Oeynhausen und Aachen. Der Standort in Duisburg fügt sich mit Berlin und Stuttgart in einer Reihe der größten Casino-Standorte in der Bundesrepublik ein. Bereits am Vormittag sind dort über 20 Spieler an den Automaten tätig. Die klassischen Casino-Spiele, welche von einer größeren Beteiligung leben, befinden sich im Obergeschoss und öffnen erst zum Nachmittag.

Westspiel hat mit der Nachricht überrascht, Millionenbeträge in die Casinos zu investieren. Auch ein fünfter Standort in Nordrhein-Westfalen soll folgen. Dabei schreibt die Firma seit Jahren rote Zahlen. Die Verantwortlichen stellen jedoch klar, dass sie finanziell keine Probleme hätten, würden sie wie ein normales Unternehmen behandelt.

Finanzsystem wurde nicht an die neue Situation angepasst

Vor mehreren Jahren wurden die Mitarbeiter eines Casinos zum großen Teil aus einem Topf bezahlt. Dieser wurde mit reichlich Trinkgeld gefüllt. Heute finden jedoch weniger Spieler in die Casinos und es fließen weniger Trinkgelder. Bei Westspiel haben sämtliche Mitarbeiter, über 1.000 Personen, einen Tarifvertrag.

Die Casinos in NRW müssen direkt die Hälfte ihrer Einnahmen abführen. Die Kosten für die Miete der Gebäude und die Bezahlung des Personals findet erst anschließend statt. Sollte nun noch ein Gewinn vorhanden sein, so müssen weitere 75 Prozent abgegeben werden. Geschäftsführer Dünkel von Westspiel stellt klar: „Würden wir wie ein gewöhnliches Unternehmen besteuert, dann könnten wir aus eigener Kraft schwarze Zahlen in Millionenhöhe schreiben“.

Im vergangenen Geschäftsjahr mussten über 35 Millionen Euro als Spielbankabgabe geleistet werden. Von Nordrhein-Westfalen wird damit die Wohlfahrtspflege finanziert. Kinder von sozial benachteiligten Familien und behinderte Menschen profitieren von diesem Geld. Auch die Städte, in denen die Casinos ansässig sind, erhalten 12 Prozent von den Spielerträgen (brutto).

Wohn führt der Weg der Westspiel-Casinos?

Walter-Borjans ist Finanzminister. Er stellt positive Ergebnisse in Aussicht, sollte Westspiel seine Strukturen verschlanken und in Aachen sein Angebot erneuern. Auch eine fünfte Spielbank, welche ab 2021 in Köln stehen soll, kann hierbei helfen. Kritiker behaupten jedoch, das neue Casino würde dem Standort Aachen Besucher kosten.

Walter Borjans spricht deutlich aus, dass sich Westspiel zu allererst an den Zielen des Spielbankengesetzes messen und erst anschließend um eine hohe Profitabilität bemüht sein muss. Andere Töne schlägt Ralf Witzel von der FDP an. Dass der aktuelle Finanzminister erst innerhalb von sechs Jahren wieder von Gewinnen spricht und dafür nicht einmal konkrete Belege nennen kann, ist ihm ein Dorn im Auge. Zudem zweifelt er an dem Projekt der Spielbank in Köln, da Westspiel aktuell schon rote Zahlen schreibt.

Westspiel-Casinos: Gewinne als Unternehmen? 420 206 2016-09-23 17:31:37 Online-Casino.de

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