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Wettbewerbsbehörde kontra Novomatic-Deal?

Martin Hill, 13. August 2015, Recht & Gesetze

Am vergangenen Dienstag äußerte sich Theodor Thanner als Chef der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) zu den Plänen von Novomatic in großem Stil bei der Casino Austria AG mitzumischen. Seine Aussage „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir dieses Projekt durchwinken“ ist sehr deutlich formuliert. Besonders verärgert war die BWB wohl über die Tatsache, nicht einbezogen worden zu sein.

Wird ein Zusammenschluss angestrebt, so ist eine Anmeldung der beteiligten Unternehmen üblich. Hierbei wird abgeklärt, ob und unter welchen Bedingungen ein Einstieg oder eine Übernahme möglich ist.

Novomatic reagiert auf Kritik

Eine vorab abgegebene Erklärung ist von Seiten Novomatics, aus dem Internet durch das Stargames Casino bekannt, nicht eingereicht worden. Nach den Äußerungen von Thanner gab es jedoch einen Tag später ein erstes Gespräch.

Über die Medien hat jedoch eine Kommunikation stattgefunden. Es war gewissermaßen ein offenes Geheimnis, dass mit den Anteilen der Leipnik-Lundenburger und der MTB Privatstiftung ungefähr 40 Prozent der Casino Austria AG übernommen würden. Mit den bisherigen Anteilen und eventuellen weiteren Übernahmen, käme Novomatic vielleicht sogar über 50 Prozent und hätte somit die Kontrolle inne.

Besonders die Anteile, ungefähr 20 Prozent, von der Vienna Versicherungsgruppe und dem Bankhaus Schellhammer und Schattera stehen im Fokus. Die Bedenken und Thanner sind unterdessen nicht von der Hand zu weisen und wurden auch schon von anderen Experten im Bezug mit dem Kartellrecht ins Spiel gebracht.

Novomatic übt sich in Zurückhaltung. Denn noch haben andere Aktionäre ein Vorkaufsrecht, von dem Gebrauch gemacht werden kann. In diesem Sinne steht noch gar nicht fest, über wie viel Prozent der Anteile im Anschluss verfügt wird. Eine bemerkenswerte Randnotiz ist, dass von Seiten der EU beim Glücksspiel ein Monopol akzeptiert wird, sofern das Unternehmen sich um den Schutz der Spieler bemüht und auf überdimensionierte Werbung verzichtet.

Einstieg von Novomatic bei der Casag: Ausgang ungewiss!

Wie diese Geschichte endet ist noch völlig offen. Carl Stoss als Chef der Casino Austria AG spricht von einem „langen Weg“. Behördliche Genehmigungen müssten eingeholt und rechtliche Aspekte, besonders in Bezug auf den Wettbewerb, bedacht werden.

Viele Wettbewerber sind nicht vorhanden. Wenn die beiden großen Namen Casag und Novomatic schließlich kooperieren oder in den Zuständigkeitsbereich des jeweils anderen eindringen, können daraus Probleme erwachsen. Von einer marktbeherrschenden Stellung ist die Rede, wenn über 30 Prozent kontrolliert werden.

Novomatic betreibt in Österreich aktuell aber kein Vollcasino. Zwei zunächst zugesprochene Lizenzen wurden entzogen. Die Casino Austria hat hingegen mehrere Casinos unter ihrer Kontrolle stehen.

Wettbewerbsbehörde kontra Novomatic-Deal? 300 200 2016-09-23 17:09:25 Online-Casino.de

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