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Wie das Land Bremen den Spielhallen das Leben schwermacht

Bremen verschärft Spielhallen-Regeln weiter / Shutterstock.com

Spielhallen blicken deutschlandweit auf schwere Jahre zurück. Neue Regeln und Gesetze haben den Betrieb für manche Betreiber unmöglich gemacht. Schlussendlich gilt es Mindestabstände einzuhalten. Auch Mehrfachkonzessionen wurden unterbunden. Doch das Bundesland Bremen hat noch nicht genug. Immer weiter soll die Anzahl an Spielhallen sinken. Dafür haben sich die Politiker in der Verantwortung weitere Anpassungen der Vorschriften ausgedacht. Bislang ist dieses Thema an der Öffentlichkeit größtenteils vorbeigegangen. Doch schon zum 1. Juli 2022 sollen die Anpassungen gelten. Worauf sich die Bremer Spielhallen-Betreiber einstellen sollten, möchten wir nachfolgend aufschlüsseln.

Damit jedoch nicht genug. Denn wenngleich die Spieletablissements mit harten Regeln belegt werden, so scheint dies nicht im gleichen Maße für das vom Land Bremen betriebene Spielcasino zu gelten. Dort sind nämlich viele der Regeln im Vergleich zu den Spielotheken des Landes aufgeweicht. An dieser Stelle könnte von Doppelmoral die Rede sein. Ohnehin scheinen viele der Vorschriften nicht mehr zeitgemäß. Was nützt zum Beispiel ein Mindestabstand, wenn Kunden im Internet mit nur wenigen Klicks die gleichen Spiele um echtes Geld ausführen können. Geht es jedoch nur darum die Spielhallen aus dem Stadtbild zu entfernen, so sind die Maßnahmen der Bremer Politiker fraglos zielführend.

Regelverschärfung in Bremen: Spielhallen steht schweres Los bevor

Zunächst einmal liegt der Mindestabstand zwischen Bremer Spielhallen derzeit bei 250 Metern. Hier tritt demnächst eine Verdopplung auf 500 Meter in Kraft. Außerdem zählt dieser Mindestabstand nicht nur zu anderen Spielhallen, sondern ebenso zu Wettannahmestellen und natürlich zu Bildungseinrichtungen (Oberschulen). Der Nordwestdeutsche Automatenverband geht von einem Rückgang der Spielotheken in Bremen aus. Laut Analyse müssen vier von fünf Spielhallen schließen. Doch die Gäste lassen sich ihr Hobby nicht zwingend nehmen. Dementsprechend großen Zulauf müssten die verbleibenden Spielotheken haben. Doch da kommt eine weitere Regel zum Vorschein. Und zwar wird das Mindestalter für den Einlass angehoben. Hat vorher ein Alter von 18 Jahren ausgereicht, müssen Kunden ab Juli 21 Jahre oder älter sein. Freilich lassen sich Spielhallen, die aus dem Raster fallen, nicht von heute auf morgen schließen. Da wird eine Übergangsfrist festgelegt werden.

Wer seinen Betrieb dann weiter aufrechterhalten möchte, der muss obendrein eine Sachkundeprüfung bestehen. Dazu kommt eine Zertifizierung. Auf die Betreiber kommen also Kosten und ein zeitlicher Aufwand zu. Tatsächlich gibt der §29 Abs. 4 GlüStV 2021 diese Vorschrift her. Wenn die Mitarbeiter entsprechend geschult sind, ist der Spielerschutz eigentlich gewährleistet. Gemeinsam mit der Vorgabe des erhöhten Mindestabstandes wirkt die Regel jedoch redundant. Übrigens dürfen in Spielotheken schon länger keine alkoholischen Getränke mehr herausgegeben werden. Speisen waren nur gegen Geld erlaubt. Künftig ist jedoch die Herausgabe von Getränken und Speisen, sowie dessen Verzehr im Etablissement vollständig untersagt. Keine Ausnahmen! Wer essen oder trinken möchte, der muss die Lokalität verlassen. Logischerweise müssten die Mitarbeiter also die Besucher kontrollieren. Und Behörden müssten dann ebenfalls schauen, ob diese Regel umgesetzt wird. Ein riesiger Aufwand!

Lange suchen und kurz bleiben: Spielhallen sollen in Bremen künftig schwerer zu finden sein (Reduzierung des Angebots). Außerdem sollen Kunden dort nur über eine möglichst kurze Zeit ihrem Spielvergnügen nachgehen (Kein Essen, kein Trinken).

Gelten diese Regeln auch für die Spielbank an der Schlachte

Bremer Casino hat Tischspiele / Shutterstock.com

In Bremen gibt es die Spielbank an der Schlachte. Als Inhaber ist die „Bremer Spielcasino GmbH & Co. KG“ geführt – also gewissermaßen das Land (zu 66,7 Prozent) bzw. seit der Übernahme 2021 die Bremer Toto und Lotto GmbH. In einer Pressemeldung aus dem Jahr der Übernahme steht: „Die Bremer Toto und Lotto GmbH verfügt über jahrelange Erfahrungen im Bereich Glücksspiel. Sie kann auch in Zukunft die Spielsuchtprophylaxe sowie dem Jugend- und Spielerschutz […] gewährleisten.“ Da stellt sich jedoch die Frage, ob die Spielbank Bremen den gleichen hohen Anforderungen gerecht werden muss, wie die Spielhallen. Schlussendlich hat das Casino bereits Vorteile beim Platz und damit einhergehend bei der Spielauswahl. Denn neben den Automatenspielen finden sich dort auch Tisch- und Kartenspiele wieder.

Noch heißt es auf der Homepage der Spielbank Bremen „Das Mindestalter unserer Gäste ist 18 Jahre.“ Nun gut, kann sich Anfang Juli natürlich ändern. Denn erst mit 21 Jahren wäre das Casino beim Einlass mit den Spielotheken gleichgestellt. Weiterhin heißt es auf dem Portal: „Unser gastronomisches Angebot bietet Ihnen alles fürs leibliche Wohl – eine große Auswahl an Drinks und leckere Snacks.“ Gewissermaßen ein Hohen für die Spielhallen-Betreiber, die ihre Kunden künftig auf Essen und Getränke filzen müssen, um sich an die Regeln zu halten. Und es ist nicht zu erwarten, dass die Spielbank an der Schlachte kurzfristig sein gastronomisches Angebot einstellt. Damit ist das Glücksspielprogramm der Stadt Bremen in diversen Bereich bevorteilt im Gegensatz zu den unerwünschten Spielhallen.

Spielerschutz in Spielothek und Spielbank: Betreiber müssen in beiden Etablissements Sozialkonzepte vorlegen und für tadellos geschultes Personal sorgen. Auch der Einlass wird jeweils kontrolliert. Darauf können sich die Verantwortlichen also nicht berufen, wenn sie erklären wollen, warum in einer Spielbank gegessen und getrunken werden darf, in einer Spielhalle in Bremen jedoch nicht.

Wie das Land Bremen den Spielhallen das Leben schwermacht 1200 1000 2022-06-27 10:44:21 Online-Casino.de

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