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Wie groß ist der Einfluss von Freispielen und Boni auf das Spielverhalten?

Dieter Maroshi, 17. Februar 2022, Sport & Spiel

Glücksspiel-Studie (Bildquelle)

Um Neukunden zu gewinnen, werben Online-Spielotheken und Internet-Wettanbieter mit einem Bonus. In der Branche der Sportwetten lässt sich der Standard leicht benennen: 100 % bis zu 100 Euro Willkommensbonus. Wer als neuer Kunde also 100 Euro einzahlt, der darf mit 200 Euro spielen. Was hingegen nicht erlaubt ist: Einzahlen, Bonus kassieren und Abbuchen. Logisch. Immerhin hat der Buchmacher oder das Online-Casino kein Geld zu verschenken. Daher gibt es Regeln. Und diese sind nicht immer ganz leicht zu erfüllen. Irgendwann ist der Bonus umgesetzt oder aufgebraucht. Doch ist es inzwischen die Regel, dass Boni neu aufgelegt werden. Dabei geht es darum untätige Kunden zum Spielen zu animieren oder Bestandskunden zum Bleiben zu bewegen.

Diesbezüglich stellt sich konkret die Frage, wie groß die Auswirkungen solcher Bonusangebote im Nachlauf des ersten Kontakts eigentlich sind. Die Gambling Commission UK hat diesbezüglich eine Erhebung gestartet und seine Kenntnisse geteilt. Dabei fand eine Erhebung von Daten statt, die sich auf Online-Spieler und ihr Spielverhalten bezieht. Vierteljährlich wurden die Ergebnisse aufgezeichnet. Die Datenlage umfasst 8.000 Erwachsene ab 18 Jahren. Eine telefonische Umfrage wurde als Mittel der Wahl verwendet. Ausgearbeitete Fragen über Gratiswetten und Bonusangeboten wurden gestellt. Ziel war es herauszufinden, wie Spieler auf Anreize dieser Art reagieren. Ebenfalls sollte die Häufigkeit dieser Anreize ermittelt werden.

Bonus-Analyse für Bestandskunden: Art und Häufigkeit der Glücksspiel-Reize

In einem ersten Schritt beschäftigt sich die Abfrage damit, wie häufig Spieler innerhalb der letzten zwölf Monate Anreize zugestellt bekommen haben, bei einem Glücksspielunternehmen tätig zu werden. Gleichzeitig wurde gefragt, auf welchem Wege die Zustellung geschah. 65 Prozent der Befragten bekamen Anreize zugestellt. 58 Prozent erhielten Angebote zu Gratiswetten oder kostenlosen Spins. An erneute Anmeldeangebote erinnerten sich noch immer 54 Prozent der Angesprochenen. Zuletzt gab es noch den Indikator „Erinnerung zum Spielen mit Bonus“. Hier meldeten sich 41 Prozent der Befragten zu Wort. Schlussendlich blieben 19 Prozent über, die auch noch über andere Wege zum Spielen motiviert worden sind. Diese Angaben beziehen sich auf 1.500 der Befragten, die in den letzten zwölf Monaten mindestens ein Glücksspiel durchgeführt haben.

Die Abfrage befasste sich auch mit der Art der Kontaktaufnahme. Weiterhin geht es um die Zustellung von Angeboten im Bereich Freispiel oder Bonus. Erneut haben sich 65 Prozent gemeldet, die eine Offerte zugestellt bekommen haben. 47 Prozent der Befragten bekamen einen Newsletter – also eine E-Mail mit dem Angebot zugestellt. Die Benachrichtigung per SMS wählten 17 Prozent als Antwortmöglichkeit aus. Weitere 16 Prozent bekamen über eine Glücksspiel-App einen entsprechenden Hinweis. Interessant ist die Benachrichtigung in einer Nicht-Glücksspiel-App, die immerhin mit acht Prozent angegeben wurde. Abschließend ist die gezielte Werbung in Suchmaschinen (15 Prozent) oder in Sozialen Medien (21 Prozent) zu nennen.

Wobei natürlich herauszustellen ist, dass viele Angebote deshalb zustande kommen, weil Kunden bei mindestens einem Glücksspiel-Anbieter ein Konto unterhalten. Auch Werbeeinblendungen, beispielsweise bei Sozialen Netzwerken, werden oftmals anhand der eigenen Suchintentionen gesteuert.

Zusammenfassung: Mit 65 Prozent bekamen über die Hälfte der Befragten Angebote eines Glücksspielanbieters zugestellt. Bei 58 Prozent waren es Gratiswetten/Freespins und zu 54 Prozent Anmeldeangebote. Erinnerungen zum (erneuten) Spielen liegen mit 47 Prozent knapp unterhalb der Hälfte.

In welchen Sparten und in welcher Häufigkeit gab es Angebote?

Daten zur Werbe-Häufigkeit im UK (Bildquelle)

Welcher Part im Online-Glücksspiel wirbt am aggressivsten? Hier stehen die Sportwetten mit 73 Prozent ganz oben auf der Liste. Tatsächlich sind wir nicht verwundert. Denn ob Champions League, Weltmeisterschaft oder Wimbledon – Ereignisse im Sport finden rund um das Jahr statt. Daher gibt es immer einen Anlass seine Kundschaft gezielt mit Freiwetten oder Bonus-Aktionen anzusprechen. Auf dem zweiten Platz der prozentualen Auflistung finden sich bereits die Online-Slots mit 39 Prozent. Danach kommt Online-Bingo mit 37 Prozent. Weiterhin sind Online-Casinos (ohne Slots) mit 30 Prozent, die National Lotterie mit 23 Prozent und andere Lotterien (auch Rubbellose und Instand Win Games) mit 15 Prozent zu nennen. Eine persönliche Ansprache lag immer im einstelligen Prozentbereich.

Bei der Häufigkeit ist auch zwischen der Art der Kontaktaufnahme zu unterscheiden. So gaben sieben Prozent der Befragten an täglich per E-Mail Nachrichten zu erhalten. Acht Prozent bekommen jeden Tag Textmitteilungen (SMS) und 9 Prozent eine Mitteilung über eine Glücksspiel-App. In Social Media sind es erneut acht Prozent die jeden Tag mit Werbung konfrontiert sind. Einmal pro Woche erhalten Glücksspieler zu 51 Prozent E-Mails, zu 58 Prozent SMS oder eine Mitteilung in der Glücksspiel-App, sowie zu 54 Prozent eine Anzeige im Sozialen Netzwerk. Einmal monatlich steigen die Werte auf 84 bis 88 Prozent in die Höhe.

Weitere Informationen zu Anzeigen bezüglich Freiwetten/Freespins und Bonusaktionen, sowie zu der Umfrage vom der Gambling Commission UK finden sich im obigen Link.

Problematische Feststellung: Im Vereinigten Königreich hat Glücksspiel Tradition. 31 Prozent fühlen sich durch diese Anreize ermutigt. Und 35 Prozent der Problemspieler bekommen täglich Anreize. Dies mag auch daran liegen, dass diese sich bei diversen Plattformen angemeldet haben. Je mehr Anmeldungen, desto häufiger trudeln auch Werbeangebote beim Kunden ein.

Wie groß ist der Einfluss von Freispielen und Boni auf das Spielverhalten? 1200 1000 2022-02-17 11:04:10 Online-Casino.de

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