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William Hill bietet mit 242 Millionen Pfund auf Mr Green

Martin Hill, 31. Oktober 2018, Wirtschaft

Bildquelle: William Hill

William Hill gehört in Großbritannien zu den Schwergewichten im Sektor des Glücksspiels. Dort können nicht nur Sportwetten abgegeben werden. Es ist ebenso möglich das Online-Casino zu besuchen und Poker zu spielen. So ist es dort beispielsweise möglich, auf das nächste Land zu wetten, welches die EU verlässt. Doch jetzt hat William Hill selber ein Gebot hinterlegt. Das Glücksspiel-Unternehmen geht eine Wette über 242 Millionen britische Pfund auf das Online-Casinos Mr Green ein.

Mr Green ist vielen Spielern in Deutschland ebenfalls ein Begriff. Denn der Anbieter hat sich auf dem deutschen Markt etabliert und schaltet hierzulande sogar Werbung. Das Unternehmen ist in Schweden notiert. Die Intention von William Hill ist klar formuliert. Die schwedische Firma soll übernommen werden, um die eigene Präsenz auf dem internationalen Markt zu stärken. Dabei hilft der Unternehmensstandort von Mr Green, welche von Malta aus agieren.

Welche Ziele verfolgt William Hill mit der Übernahme von Mr Green?

Am Dienstag äußerten sich die Verantwortlichen von William Hill zur angestrebten Übernahme. Es wurde hervorgehoben, dass die Schweden ihren Fokus durchaus auf dem britischen Markt gelegt haben, wo die eigenen Prioritäten liegen. Weiterhin soll die internationale Expansion mit einem Aufkauf gefördert werden. Denn Mr Green ist nicht nur im UK, sondern darüber hinaus ebenfalls in Italien, Dänemark, Lettland und sogar Irland stark vertreten. Weiterhin hofft William Hill auf eine Diversifizierung, also eine Erweiterung der eigenen Produktpalette. Dies würde dem im FTSE 250 gelisteten Index gut zu Gesicht stehen. Philip Bowcock bringt es als Vorsitzender des Vorstandes auf den Punkt: „Diese geplante Übernahme beschleunigt die Diversifizierung von William Hill und macht uns sofort zu einem digitaleren und internationaleren Geschäft.“

Die Zahlen aus dem dritten Quartal 2018 von Mr Green sprechen eine deutliche Sprache. So sind 40 Prozent des Umsatzes im Westen Europas erzielt worden. 36 Prozentpunkte gehen an die nordischen Länder, die eigentliche Heimat des Glücksspielanbieters. Und 21 Prozent des Umsatzes wurden in Mittel-, Ost- und Südeuropa erzielt. William Hill könnte durch den Aufkauf auf einen Schlag eine bedeutende Präsenz in diversen Ländern aufbauen. Gleichwohl hilft die Lizenzierung auf Malta dabei, den Markteintritt in anderen Ländern zu beschleunigen. Bowcock führt weiterhin aus, dass die Übernahme die Marke William Hill zu einem Portfolio machen würde. Diese Aussage zielt darauf ab, dass an das Unternehmen Mr Green auch Redbet angeschlossen ist.

Auslandsexpansion: Glücksspielunternehmen aus Großbritannien versuchen vermehrt in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten ihr Portfolio zu erweitern. Damit soll den drohenden Verlusten wegen der neuen Regelungen hinsichtlich der Fixed Odds Betting Terminals (FOBTs) und der Erhöhung der Glücksspielsteuer entgegengewirkt werden.

So reagiert der Aktienmarkt auf den geplanten Kauf von Mr Green

Die Börse reagiert stark auf Übernahmen (Bildquelle)

Die Aktionäre von Mr Green würden 69 schwedische Kronen in bar erhalten. Denn der Börsenwert beziffert sich aktuell auf 2,8 Milliarden schwedische Kronen. Hierbei handelt es sich um eine Summe in Höhe von 242 Millionen britische Pfund, für die William Hill den Zuschlag erhalten möchte. Allerdings müssen die Aktionäre den Deal vorher genehmigen. Die Tendenz geht jedoch eindeutig in Richtung Verkauf. Denn Inhaber von 40 Prozent des Aktienpaketes haben bereits zugestimmt, die geplante Übernahme zu unterstützen. Daraufhin haben die Wertpapiere von William Hill am Mittwochmorgen (bis 10 Uhr) einen Anstieg um 6,30 Prozent verbuchen können. Einen größeren Sprung machten die Aktien von Mr Green. Sie stiegen von 4,70 Euro zur Tageseröffnung, auf über 6,40 Euro an.

Mr Green ist an der Börse in Stockholm notiert, wo die Aktie gegenüber dem Schlusskurs vom 30. Oktober um 48,5 Prozent zulegte. William Hill hat verkündet, dass durch den Aufkauf der Umsatz und Gewinn im Online-Geschäft ansteigen wird. Gleichwohl wurde darauf verwiesen, dass die Anteile im Ausland erhöht würden. Umgekehrt reduziert sich dadurch das Engagement auf dem britischen Markt, der künftig mit 21 Prozent besteuert wird. Für William Hill ist es nicht die einzige Übernahme in der jüngeren Vergangenheit. Denn mit dem US-amerikanischen Casino-Unternehmen Eldorado wurde ebenfalls eine Übereinkunft getroffen. Diese zielt darauf ab, auf den erst kürzlich liberalisierten Markt in Amerika fußzufassen. William Hill und Ladbrokes Coral, die ebenfalls ein Joint Venture mit der Casino-Gruppe MGM in Amerika eingegangen sind, wollen durch ihre Expansion ins Ausland dem rückläufigen Geschäft mit den Festwettenterminals entgegenwirken.

Wer erobert Amerika? Diese Frage stellt sich nach der Liberalisierung des US-Marktes hinsichtlich des Glücksspiels. Auch die Österreicher aus dem Hause Novomatic mischen mit.

William Hill und Mr Green auf den Zahn gefühlt

William Hill wurde bereits 1934 gegründet. Damit gehört das Unternehmen zu den ältesten Glücksspielanbietern, die noch aktiv sind. Seit 2002 ist der Glücksspielkonzern an der Börse in London gelistet. Um sich online besser aufzustellen, wurden im Jahr 2008 Partnerschaften mit Orbis und Playtech eingegangen. Nicht nur im Internet ist das Unternehmen aktiv. Es betreibt zudem 2.300 lizenzierte Wettbüros in Großbritannien. Insgesamt werden 16.600 Mitarbeiter beschäftigt.

Vergleichsweise jung erscheint Mr Green, welches erst im Jahr 2007 gegründet wurde. Das Hauptquartier befindet sich auf Malta. Lizenzen werden jedoch ebenso vom UK, Irland, Dänemark und Italien gehalten. Die Schweden Fredrik Sidfalk, Henrik Bergquist und Mikael Pawlo gelten als Gründer. Mr Green gehörte zu den ersten Anbietern, die unterschiedliche Softwareanbieter unter einem Dach vereinten. Nähere Infos zum Online-Casino lassen sich im Mr Green Review nachlesen.

William Hill bietet mit 242 Millionen Pfund auf Mr Green 1200 1000 2018-10-31 10:56:23 Online-Casino.de

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