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William Hill: Entlassungen in England und Start in den USA

Sabina Kugler, 26. Juli 2019, Wirtschaft

Bildquelle: William Hill

William Hill ist ein Buchmacher und unlängst Online-Casino, welches auf eine 85-jährige Erfahrung zurückblickt. Doch in Großbritannien gibt es derzeit Anlass zur Sorge. Schlussendlich ist ein Gesetz erlassen worden, was die Wettterminals weniger attraktiv macht. Schließungen von Shops sind die Folge. Dadurch verlieren viele Angestellte ihren Job. Während das Unternehmen in England damit in eine kleine Krise schlittern könnte, möchte William Hill in den Vereinigten Staaten richtig durchstarten. Denn dort sind jetzt legale Sportwetten erlaubt.

Der britische Wettanbieter hat diesbezüglich bereits eine Partnerschaft mit den Eldorado Resorts geschlossen. Dabei geht es um eine Zusammenarbeit am Standort Iowa. Doch während die Partnerschaft schon seit dem Jahr 2018 beschlossen ist, geht es nur langsam voran. Dass liegt aber nicht an den Unternehmern, sondern an der Glücksspielbehörde im Bundesstaat. Denn obwohl das Gesetz längst beschlossen ist, muss es noch abschließend zu Papier gebracht werden.

William Hill in Großbritannien: 4.500 Mitarbeiter vor der Entlassung

Wer in Großbritannien aktuell für William Hill arbeitet, der macht sich sicherlich Sorgen um seinen Job. Denn vor Ort sollen 700 Wettbüros die Pforten schließen. Daraus resultiert, dass bis zu 4.500 Mitarbeiter ihren Posten verlieren könnten. Für den Buchmacher wären es ein Drittel seiner stationären Shops, die geschlossen würden. Doch warum wird dieser massive Abbau vorangetrieben? Als hauptsächlicher Grund ist das Gesetz der britischen Regierung gegen die Wettterminals zu nennen. Hier dürfen aktuell pro Filiale lediglich vier Automaten aufgestellt werden. Doch allein damit liegt der Bruttoumsatz bei 1,8 Milliarden GBP jährlich. Doch gesetzlich wurde eine Änderung vorgenommen. Waren vormals Einsätze bis 100 GBP (ca. 112 Euro) möglich, können jetzt je Runde noch 2 GBP riskiert werden.

Für die stationär agierenden Wettanbieter war das Gesetz eine kleine Katastrophe. Denn über Nacht ist ihnen damit eine wichtige Einnahmequelle einfach weggefallen. William Hill hat erklärt, dass es seit April einen signifikanten Rückgang der Einnahmen an Spielautomaten gegeben hat. Dabei hat der Einzelhandelsumsatz über 50 Prozent der Buchmacher-Umsätze ausgemacht. Das Unternehmen prognostizierte nach der Rechtsprechung, dass 900 Wettstationen schließen müssen. Tatsächlich kommt es jetzt zu 700 Schließungen, womit die Prognose unterboten wurde. Doch sind mit dieser Maßnahme noch immer 35 Prozent der Belegschaft im Einzelhandel von einer Kündigung bedroht. Dem Unternehmen hat dies aufgezeigt, dass eine große Abhängigkeit zu Großbritannien besteht. Umso wichtiger scheint das Engagement auf der internationalen Bühne. Schon jetzt ist der Buchmacher online zu erreichen. Wir sind in unserem William Hill Test darauf eingegangen.

Nicht nur William Hill betroffen: Andere im United Kingdom (UK) aktive Wettanbieter, wie Betfred, kämpfen ebenfalls mit einem Rückgang der Einnahmen aus den Fixed Odds Betting Terminals (FOBTs).

William Hill und seine Strategie: Mr Green und die USA

Gehört zur William Hill Gruppe – zum Mr Green Test

Die Führungsriege von William Hill musste einen Plan ausarbeiten. Einerseits wurde hier das Engagement der Mr Green Group verstärkt. Diese ist zu 100 Prozent im Besitz von William Hill. Dort hat also eine Aufstockung um 242 Millionen Pfund stattgefunden. Ziel ist es die Expansion im World Wide Web voranzutreiben. Auch RedBet gehört zum Konzern. Diese Unternehmen sind immerhin in sieben Ländern lizenziert. Damit kann William Hill eine größere Reichweite erlangen, als nur auf ihrem Kernmarkt Großbritannien. Doch die wohl größte Hoffnung ruht auf den Vereinigten Staaten von Amerika. Denn dort sind Sportwetten inzwischen erlaubt. Lediglich die Umsetzung verläuft schleppend.

Die Formulierung der Ziele des Unternehmens bleibt ambitioniert. So ist eine Verdopplung der Konzerngewinne bis ins Jahr 2023 geplant. Doch dafür muss es in den USA vorangehen. Gerade zum Start könnten die Firmen, die vor Ort aktiv sind, sich dort einen Namen machen. Seit 2012 ist William Hill in Amerika aktiv. Zu dieser Zeit wurden drei kleine Buchmacher aus Nevada für 49 Millionen Euro aufgekauft. Schon im letzten Geschäftsjahr war der britische Buchmacher in diesem Segment mit 32 Prozent führend. Inzwischen hat William Hill sein Engagement ausgeweitet und ist in über zwölf Bundesstaaten tätig – entweder als Betreiber, Dienstleister oder mit einer Partnerschaft in Sachen Lotterie. Allein die kürzlich geschlossene Vereinbarung mit den Eldorado Resorts bringt einen Kundenstamm von 23 Millionen Personen in 13 Bundesstaaten ein. Eldorado erhält im Gegenzug 20 Prozent vom US-Geschäft.

Eldorado und Caesar Entertainment schließen sich zusammen: Dass könnte William Hill zugutekommen. Denn dadurch wird der Zugang noch ausgeweitet.

William Hill vermeldet Geschäftszahlen aus den Vereinigten Staaten

William Hill hat auf die ersten 17 Wochen des Jahres 2019 zurückgeblickt. Bezogen auf das US-Geschäft stiegen die gesetzten Beträge um 65 Prozent. Gleichwohl legte der Nettoumsatz um 48 Prozent zu. Gleichzeitig wurde die Anzahl der abgewickelten Sportwetten in den USA verdoppelt. Und wo in Großbritannien Entlassungen bevorstehen, finden Neueinstellungen in New Jersey statt. Hier sucht William Hill in den Bereichen Marketing, Vertrieb, Zahlung, Kundendienst und Produktenwicklung Leute. Da der britische Wettanbieter in den Vereinigten Staaten auch Investitionen tätigt, wie zum Beispiel in eine Technologieplattform, wird bestenfalls mit einem knappen Gewinn im Geschäftsjahr 2019 gerechnet.

GVC Holdings übernehmen MGM Resorts: Auch andere Buchmacher versuchen in Amerika fußzufassen. In diesem Fall geht es um ein Joint Venture bezüglich der Sportwetten und bei Online-Spielen.

William Hill: Entlassungen in England und Start in den USA 1200 1000 2019-07-26 08:04:48 Online-Casino.de

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