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Win2day wegen mangelhaftem Spielerschutz kritisiert

Dieter Maroshi, 27. August 2021, Technik

Win2day steht nach Konsumentenschutztest in der Kritik. Copyright: win2day

Während in Deutschland die Neuauflage vom Glücksspielstaatsvertrag für mehr Sicherheit bei den Spielern sorgen soll, startet in Österreich aktuell eine Debatte um den Spielerschutz. Im Blickpunkt der Aufmerksamkeit steht win2day, die Plattform, welche Online-Glücksspiele in der Alpenrepublik bündelt. Wer vom Sofa aus an einem Spielautomaten spielen oder ein anderes Game um echtes Geld betreiben möchte, der findet sich meist dort ein. Kürzlich hat jedoch ein Konsumentenschutztest stattgefunden. Vorab gilt es zu erwähnen, dass es auch in Österreich Regeln gibt, an welche sich der Betreiber zu halten hat. Genau dies ist jedoch laut Test nicht geschehen.

Was ist ein Konsumentenschutztest? Damit wollen wir anfangen. Eigentlich ist es sehr simpel. Ein vom Salzburger Institut für Glücksspiel und Abhängigkeit Beauftragter meldet sich bei win2day an und spielt. Dabei prüft dieser Scheinkunde aktiv, ob sich die Spieleplattform an die gültigen Vorschriften in Österreich hält. Dementsprechend werden Einzahlungen getätigt, Spiele gestartet und Einsätze erhöht. Allerdings gibt es nicht nur Kritik an der Art, wie Regeln missachtet werden. Weiterhin wird darauf verwiesen, dass manche Vorschriften nicht vor einer Spielsucht schützen. Welche Kritikpunkte beim win2day Test angesprochen worden sind, wollen wir nachfolgend einmal aufschlüsseln.

Kritik an win2day: Wo sieht der Konsumentenschutztest einen Regelverstoß?

„Wir wollen nicht schimpfen, wir wollen den Spielerschutz weiterentwickeln“, erklärt Roman Neßhold als Institutsvorsitzender bei einer Pressekonferenz in der Österreichischen Hauptstadt Wien. Warum kam es überhaupt zum Konsumentenschutztest? Diverse Spieler hatten wohl gemeldet, dass sich win2day nicht an geltendes Recht hält. Die Plattform gehört zu Casinos Austria und den österreichischen Lotterien. Doch sind dort auch Sportwetten und 72 verschiedene Arten von Casino-Spielen vorzufinden. Um das Abrutschen in eine Spielsucht zu verhindern, ist mit „Mentor“ eine Software vorhanden. Diese soll Spielverhalten erkennen, welches auf Probleme hindeutet. Hier sehen die Tester schon den ersten Kritikpunkt. Denn „Mentor“ ist als Standardeinstellung erst einmal ausgeschaltet und muss von Neukunden eingeschaltet werden. Dabei soll die Aktivierung in den Einstellungen gar nicht mal so leicht zu finden sein.

Grundsätzlich gibt es ein Einsatzlimit von 800 Euro pro Woche. Doch die Spielerschützer sehen diese Limitierung bezogen auf das durchschnittliche Gehalt eines Österreichers als viel zu hoch an. Immerhin ist es so möglich 3.200 Euro monatlich zu verspielen. Obendrein scheint es möglich, sich mehrere Konten unter dem gleichen Namen anzulegen. Somit erhöht sich der mögliche Einsatz bei einem Zweitkonto auf 6.400 Euro. Neßhold erklärt: „Das ist natürlich fatal, wenn man bedenkt, dass gerade Menschen, die Probleme mit dem Spielen haben, nach solchen Möglichkeiten suchen, die Limits auszureizen, mehr und länger zu spielen.“ Doch an dieser Stelle war der Selbstversuch noch nicht beendet. Denn der Tester hat es geschafft, bei der Spieleplattform win2day 500 Euro in drei Minuten zu verspielen. Nach dieser Logik könnten in der Stunde 10.000 Euro eingesetzt werden. Gesetzt wurden in diesem Beispiel 25 Euro je Spielrunde an einem Spielautomaten.

Reform des Glücksspielgesetzes: Das ist die Forderung vom Salzburger Institut. Vorschriften müssen nach Auffassung der Tester verschärft werden. Obendrein scheint es wichtig, dass sich win2day an die vorhandenen Regeln hält und diese jemand prüft.

Folgende Verbesserungen erwartet das Salzburger Institut von Casinos Austria

Win2day: Österreichs Glücksspiel-Seite (Bildquelle)

Zunächst einmal sei es erforderlich, die Höhe des Einsatzes zu beschränken. Aktuell dürfen 800 Euro monatlich gesetzt werden. Doch liegt das Durchschnittseinkommen eines Österreichers nur bei 2.100 Euro im Monat. Der Vorschlag: Einsatzhöhen müssen nach der Situation des Vermögens und Einkommens gestaffelt erlaubt sein. Ein Problem sieht Institutsleiter Neßhold auch darin, dass die Spielerschutzsoftware „Mentor“ nicht gleich nach der Erstanmeldung aktiv ist. Viele Kunden würden von der Schutzmaßnahme gar nichts wissen oder diese bewusst oder einfach aus Bequemlichkeit nicht einschalten. Hier gilt es nachzubessern. Obendrein gehören sowohl das Betreiben mehrerer Konten, als auch das Parallelspiel unterschiedlicher Games verboten. So ließe sich die Möglichkeit sehr schnell, sehr viel Geld zu verspielen schon beträchtlich verringern.

Ein weiterer Vorschlag an win2day lautet, die Spieldauer zu erhöhen. Wenn ein Automatenspiel fünf statt drei Sekunden dauert, so lässt sich fünfmal weniger Geld verspielen. Alternativ oder parallel dazu sollte der erlaubte Einsatz verringert werden. Denn im Konsumententest ließen sich 25 Euro je Runde setzen. Neßhold würde es außerdem gerne sehen, wenn Sportwetten und Casino-Spiele über unterschiedliche Konten abzurechnen sind. Immerhin gelte für beide Spielformen ein jeweils eigenes Gesetz. Auf dem Punkt gebracht werden schärfere Regeln gefordert.

Doch Casinos Austria verteidigen sich und win2day. Denn das wöchentliche Einsatzlimit von 800 Euro ist vom Finanzministerium bestimmt worden. Weiterhin gibt Casinos Austria zu bedenken, dass Konkurrenten aus dem Ausland häufig gar keine Limits einhalten müssen. Dass Sportwetten über das gleiche Konto verrechnet werden, sei aus Spielerschutzgründen ein Vorteil. Denn so gelten dort ebenfalls die Casino-Limits. Einsichtig zeigt sich win2day bei „Mentor“. Hier soll im September-Update nachbessert werden. Die Nutzung von Mehrfachkonten soll die Software erkennen. Da lag laut Angabe von Casinos Austria ein Systemfehler vor. Näheres gibt es auf Krone.at zum Nachlesen.

Wird das deutsche Modell gefordert? Niedrige Einsatz- und Einzahlungslimits und längere Spieldauern gehen schon in Richtung Glücksspielstaatsvertrag.

Win2day wegen mangelhaftem Spielerschutz kritisiert 1200 1000 2021-08-27 08:17:31 Online-Casino.de

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