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Zieht Pokerprofi vor das Verfassungsgericht?

Martin Hill, 13. Januar 2016, Recht & Gesetze

Poker kann von zwei Sichtweisen aus betrachtet werden. Viele Spieler berufen sich auf das Können, welches für das Spiel nötig ist. Die eigenen Karten einschätzen, den Gegner abschätzen und das allseits bekannte „Pokerface“ können beim Spiel einen Unterschied ausmachen.

Auf der anderen Seite sind die Karten auf der Hand des Spielers vom Glück abhängig. Sie können sich nicht ausgesucht werden. Es stellt sich daher folgende Frage: Ist Poker ein Glücksspiel oder überwiegt das Können der Spieler?

Der Fall Eddy Scharf wird vermutlich demnächst vor dem Verwaltungsgericht verhandelt werden. Gegenstand dieses Rechtsstreits ist eine geforderte Steuernachzahlung. Hierbei könnte auch die grundlegende Frage geklärt werden, ob Poker denn nun ein Glücksspiel ist.

Müssen Steuern auf Pokergewinne gezahlt werden?

Eddy Scharf ist in der Branche als Pokerprofi bekannt. Bereits vor sieben Jahren hat er erstmals Schlagzeilen gemacht, da er angebliche Steuerschulden nicht bezahlen wollte. Der Fall ging vor das Gericht. Es ging beim Spieler, der Gewinne in Casino Turnieren eingefahren hat, eine Steuernachforderung ein.

Verhandlungen wurden bereits von unterschiedlichen Gerichten in Deutschland geführt. Inzwischen hat Scharf Verfassungsbeschwerde eingereicht. Der Fall wird wohl vor dem Verfassungsgericht ausgetragen werden.

Warum ist die Frage entscheidend, ob Poker ein Glücksspiel ist? Wer bereits einmal im Lotto gewonnen hat, der weiß, dass diese Beträge nicht der Steuer unterliegen. Es handelt sich um ein steuerfreies Glücksspiel. Dies könnte auch für Poker gelten. Denn in Deutschland gilt das Kartenspiel nach wie vor als Glücksspiel. Die Gerichte sehen dies jedoch nicht eindeutig. Es gab bereits unterschiedliche Aussagen zu diesem Sachverhalt.

Ebenfalls beanstandet wird die Nachforderung, wegen einer fehlerhaften Gewinnermittlung. Denn Eddy Scharf führt an, dass seine Pokergewinne nicht den eigentlichen Gewinn darstellen. Die Kosten für die Teilnahme am Pokerturnier wurden angeblich nicht bedacht.

Glücksspiel oder Geschicklichkeit?

Diese Frage ist in Bezug auf Poker schon oft gestellt worden. Gerichtlich gibt es ebenfalls keine eindeutige Aussage. Wird hier nicht eingeschritten, um Steuern kassieren zu können? Umso wichtiger, dass eine Grundsatzentscheidung herbeigeführt werden. In jedem Fall wüssten Spieler dann, was im Falle eines Gewinns auf sie zukommt.

Problematisch ist, dass steuerlich auch Verluste geltend gemacht werden könnten. Aber diese sind beim Poker nur schwerlich zu belegen. Scharf kritisiert zudem das Verhalten der Richter, die sich seiner Meinung nach nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Für Scharf selber ist Poker eine Mischung aus Glücksspiel und Geschicklichkeit. Die geforderte Steuernachzahlung hätte finanziell schwerwiegende Folgen für den Profispieler, der „im wirklichen Leben“ als Pilot arbeitet.

Zieht Pokerprofi vor das Verfassungsgericht? 300 200 2016-09-30 08:17:16 Online-Casino.de

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