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Australiens Casinos schwächeln

Dieter Maroshi, 8. November 2016, Wirtschaft

Mariah Carey’s Ex – Casino Boss unter Druck

Australische Großcasinos verdienen nicht schlecht. Einen erheblichen Beitrag dazu leisten die reichen chinesischen Gäste. Jetzt bekommen die Konzerne jedoch Ärger mit der Justiz. Und so sind es auch schwere Tage für den australischen Milliardär James Packer, dem rund 48 Prozent des börsennotierten Glücksspielkonzerns Crown Resort gehört. Die Aktie des Konzerns hat in wenigen Tagen ¼  ihres Werts verloren. Das macht die Kleinigkeit von ca. 700 Millionen Aussi-$ aus (ca. 490 Mill. €), wie die FAZ.net berichtet.

Der Grund für den Crash liegt in China. Mitarbeiter des Konzern wurden von chinesischen Behörden mit der Begründung in Haft gesetzt, sie verleiteten reiche Chinesen zum Spielen. Nach chinesischem Recht ist dies verboten.

Aber es kommt noch dicker für Packer. Gleichzeitig zieht eine australische Spielerin vor Gericht, weil Crown Resort angeblich einarmige Banditen einsetze, die Spieler betrögen. Unlängst hat sich Crwon Resort Chef Packer wohl auch noch von seiner vierten Verlobten getrennt, der amerikanischen Sängerin Mariah Carey. Die Dame war im zu spendabel.

China hat in zwei Wellen zunächst 18 Manager und Angestellte von Crown, die über Hongkong fliehen wollten, festgenommen. Bislang gibt es wohl keine Aussagen der Beschuldigten. Es drohen Haftstrafen, da sie reichen Chinesen durch Freiflüge, weiblichen Escort Service und äußerst günstige Kredite dazu bewegt haben sollen, in australischen Casinos zu zocken. Dabei scheint dies zum Geschäftsmodell zu gehören, steht aber eindeutig  im Widerspruch zu geltenden chinesischen Gesetzen. Die Sorge um das Schicksal der in Haft sitzenden Mitarbeiter ist eine Sache, Existenz bedrohend könnte es für den Casino-Konzern werden wenn das lukrative Geschäft mit den Chinesen komplett weg brechen sollte. Insider behaupten, dass die vermögenden Chinesen ihr Schwarzgeld in Casinos waschen.

Keine guten Aussichten also.

Expansionspläne

Die drei Großen Casinobetreiber, neben Crown Resorts die Star Entertainment Group und Sky City, wollten ihre Aktivitäten allein in Australien für rund 10 Milliarden Dollar ausbauen. Packer will mit seinem Lieblingsprojekt, einem mehr als 2 Milliarden Dollar teuren Turm im neuen Stadtteil Barangaroo in Sydney, vor allem sehr reiche Chinesen anlocken. Konkurrent Star plant ebenfalls in Sydney gut eine Milliarde Dollar zu investieren, einschließlich des Baus eines Ritz-Carlton-Hotels. In der aufstrebenden Metropole Brisbane will Star mit chinesischen Partnern ein weiteres Großcasino für gut 3 Milliarden Dollar bauen. Vor dem Hintergrund der Inhaftierungen wird man sehen inwieweit diese Investitionen auch wirklich alle wie geplant realisiert werden.

Die Anti-Korruption Aktivitäten in der chinesischen Politik ziehen weite Kreise in Südostasien. Sogar in Bereichen, die man also vordergründig nicht mit der KP Chinas in Verbindung bringen würde.

Datenleck

Alle reden von den Chancen eines wachsenden Tourismus „down under“. Insgesamt sollen chinesische Besucher im vergangenen Jahr 9 Milliarden Dollar in die australische Wirtschaft gepumpt haben. Kaum vorstellbar, dass diese Summe von Chinas Otto-Normalverbrauchern, die sich ein Spielchen am einarmigen Banditen gönnen, allein kommen kann. Es sind wohl eher die Megasummen, die in der chinesischen Wirtschaft nach Fluchtrouten suchen, welche für entsprechende Auslastung von Casinos, Luxushotels und Markenboutiquen sorgen.

Angeblich ist der chinesischen Polizei während der Verhaftungsaktion das gesamte Datenmaterial der Kunden von Crown in die Hände gefallen.

Nicht nur Schweizer Banken, jetzt auch ein Casinokonzern in Australien, der Opfer von allzu akribischer Datensammelleidenschaft wird. Die Betroffenen schweigen. Einzig der Casinokonzern Bekier hat durchblicken lassen, dass die spendierfreudigen Chinesen rund 30% des Casinoumsatz ausmachen. Davon wieder rund 80% entfallen auf die sogenannten „junket operators“, Anwerbern, die Chinesen wie beschrieben die Reise ins Casino versüßen und auch, wenn nötig, Kredit gewähren.

Bildquelle: crownresorts.com.au

Australiens Casinos schwächeln 962 822 2016-11-08 12:32:13 Online-Casino.de

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