Gauselmann Gruppe knüpft beim Umsatz an 2019 an!

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Die Merkur-Sonne: Das Firmenlogo der Gauselmann-Gruppe (Bildquelle)

Zwei Pandemie-Jahre liegen hinter uns. Doch jetzt kann die Gauselmann Gruppe in eine erfolgreiche Zukunft gucken. Denn die Umsätze des Unternehmens nähern sich dem Vor-Corona-Niveau. Es ist zwar noch nicht klar, ob die Summe aus 2019 bereits in 2022 geknackt wird. Allerdings steht schon jetzt fest, dass der Wert in einer ähnlichen Größenordnung einlaufen werde. „Es ist eine tolle Nachrichte, dass wir die pandemiebedingte Talsohle durchschritten haben und uns endlich wieder in Bereichen bewegen, die wir vorher gewohnt waren“, lässt sich Gründer Paul Gauselmann in einer Pressemeldung zitieren.

Vor das Unternehmen ist dies eine positive Nachricht. Gleiches gilt für die dort angestellten Mitarbeiter, die nicht um ihren Job zittern müssen. Andererseits ist es vielleicht sogar ein wenig merkwürdig. Denn die Kosten für das Heizen und für Lebensmittel steigen. Dabei handelt es sich um Grundbedürfnisse. Dies zeigt vermutlich auch, dass es im Zweifel nicht die Ärmsten sind, welche das Glücksspiel finanzieren. Ein Großteil des Umsatzes kommt von den sogenannten Highrollern rein. Dabei handelt es sich um Spieler, die große Summen setzen und sich dies dementsprechend auch leisten können. Nachfolgend werfen wir erst einmal einen Blick auf die Umsatzerwartung für das Jahr 2022.

Mit welchem Umsatz kalkuliert die Gauselmann Gruppe 2022?

Um hier eine echte Vergleichbarkeit zu erreichen, können wir nur auf Zahlen blicken, die schon heute vorliegen. Das erste Halbjahr 2022 ist gelaufen. Und der Konzern hat einen Halbjahresumsatz in Höhe von 1,746 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Rückblick auf das Jahr 2019 zeigt, dass damals im gleichen Zeitrahmen 1,740 Milliarden Euro zustande kamen. Damit liegt das aktuelle Kalenderjahr nahezu gleich auf, tatsächlich sogar gering in Führung. Übrigens hat das zweite Halbjahr 2019 praktisch den exakt gleichen Umsatz erzielt. Auf das gesamte Jahr gesehen kamen nämlich 3,4 Milliarden Euro Umsatz zusammen. Jetzt ist es jedoch so, dass sich diese Entwicklung nicht zwingend in 2022 wiederholt. Die bereits angesprochene Verteuerung der Lebenshaltungskosten spielt besonders bei Niedrig- und Mittelverdienern eine Rolle. Es ist durchaus nicht unrealistisch, dass bei nicht notwendigen Ausgaben gespart wird. Das Glücksspiel zählt in diesem Fall vermutlich dazu.

Dennoch ist es eine Erfolgsmeldung, welche Paul Gauselmann folgendermaßen beschreibt: „Dieser Erfolg ist in erster Linie unseren guten Ideen sowie der Einsatzfreude unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken.“ Weiterhin fährt Gauselmann fort: „Das zeigt einmal mehr, was man mit harter Arbeit und Teamgeist alles erreichen kann.“ Bleibt die Frage nach den Geschäftsjahren 2020 und 2021 offen. Aus diesen Jahren ist bekannt, dass die Gauselmann Gruppe in Addition zwei Milliarden Euro an Umsatz eingebüßt hat. Dies ist zu einem großen Teil auf den Lockdown und die damit verbundenen Schließungen von Spielstätten zurückzuführen. Diese Maßnahmen betrafen die Merkur Spielotheken, sowie die Wettshops. Auch Spielbanken und die Schiffscasinos waren betroffen. Insgesamt spricht Gauselmann in diesem Zusammenhang von 1.000 Filialen, die für ungefähr neun Monate haben schließen müssen. Gleichzeitig liefen die Betriebskosten jedoch weiter.

slotsGauselmann Gruppe startet Online-Spielothek: Gemeinsam mit der Novomatic hat Gauselmann das Joint Venture Mernov Betriebsgesellschafts mbH gegründet. Bei JackpotPiraten und BingBong lassen sich legal Spielautomaten um echtes Geld spielen.

Gründe für die positive Entwicklung und ein Wehrmutstropfen

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Merkur Spielotheken wieder offen / Bildquelle

In der benannten Pressemittelung wird die Diversifizierung als Treiber dieser positiven Entwicklung gesehen. Dies meint, dass die Gauselmann Gruppe breit aufgestellt ist. Damit geht eine Verringerung der Abhängigkeit zu einzelnen Branchenzweigen einher. Die Erreichung des Umsatzniveaus von 2019 ist tatsächlich auch darauf zurückzuführen, dass die landbasierten Spielbanken und das Auslandsgeschäft florieren. Dies hat die schwächelnde Lage im Heimatland Deutschland beträchtlich aufgefangen. Unternehmerisch sind England und Spanien die wichtigsten Märkte im Ausland. Laut aktuellen Zahlen werden ca. 60 Prozent des Umsatzes im Ausland eingefahren. Spielbanken hat das Unternehmen unlängst nicht nur in Sachsen-Anhalt. Die Gauselmann Gruppe ist bei Spielcasinos in Brandenburg und Berlin beteiligt. Außerdem gehören Standorte aus Nordrhein-Westfalen seit 2021 zum Portfolio.

Gauselmann hat ein Händchen für Spielbanken. Denn schon im zweiten Jahr ließ sich aus Sachsen-Anhalt Positives verkünden. Die Besucherzahlen haben sich im zweiten Jahr des Betriebs mehr als verdoppelt. Paul Gauselmann schwärmt: „Eine solche prozentuale Steigerung habe ich bislang in keinem anderen Bereich erlebt.“ Grundsätzlich wirkt sich die positive Bilanz auch an anderer Stelle auf die Firmengruppe aus. Denn es wurde Personal gesucht und gefunden. Die Anzahl der Mitarbeiter ist im Jahr 2021 bereits um 10,7 Prozent angestiegen. Damit arbeiten inzwischen knapp 15.000 Mitarbeiter für das Unternehmen. Dazu kommt das Online-Geschäft in Deutschland, welches jetzt mit BingBong und den JackpotPiraten fahrtaufnehmen soll. Dieser Geschäftszweig könnte gestärkt werden, wenn die neue Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder jetzt noch gegen die in Deutschland illegal operierenden Anbieter vorgeht.

license-64x64.pngWehrmutstropfen Rahmenbedingungen: Zugleich beklagt die Gauselmann Gruppe jedoch die Restriktionen für das gewerbliche Spiel in Deutschland. So mussten unter anderem 30 Prozent der Spielautomaten in Spielstätten abgebaut werden. Dies wiederum kommt der Legalisierung und Kanalisierung auf das legale Angebot nicht gelegen. Denn die fehlende Auswahl kann Spieler schnell in die Hände ausländischer Betreiber führen.

Autor: Dieter Maroshi
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