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Casino-Mekka Liechtenstein: Wie viele Spielbanken verträgt das Land?

Liechtenstein wird zu Europas Casino-Standort / Shutterstock.com

Ist Liechtenstein auf dem besten Weg das Las Vegas von Europa zu werden? In Asien ist es Macau. Und in Amerika natürlich Las Vegas selber. Eigentlich fehlt in Europa also ein Standort, den Zocker gerne und regelmäßig aufsuchen. Es ist erst einige Jahre her, da hat Liechtenstein seine Gesetze dahingehend angepasst. Das Land wollte als Casino-Standort attraktiv werden. Schon jetzt lässt sich ein Fazit ziehen: Es ist gelungen. Vielleicht sogar zu gut. Denn neben den bereits vorhandenen Spielbanken laufen weitere Prüfverfahren. Und bei Gebäudekomplexen werden Umbauten hin zum Casino geprüft. Inzwischen regt sich bei den Bürgern jedoch der Unmut.

Spielcasinos sorgen für Arbeit in Liechtenstein. Gleichwohl sind sie gut für das Staatssäckel. Denn die Einkünfte der Casinos kommen ebenfalls der Staatskasse zugute. Vielleicht rufen wir uns Liechtenstein erst einmal ins Gedächtnis. Wir reden von dem kleinen Staat, der sich zwischen Österreich und der Schweiz befindet. Mit einer Fläche von gerade einmal 160 km² handelt es sich um den viertkleinsten Staat in Europa. 38.000 Einwohner hat das Fürstentum gerade mal. Und doch finden sich dort inzwischen bereits fünf Spielbanken wieder. Tendenz steigen!

Was macht Liechtenstein als Spielbanken-Standort attraktiv?

Der Standort ist attraktiv. Denn für eine Reise von Deutschland, Frankreich und Italien aus, ist Liechtenstein nicht sonderlich weit weg. Es ist um ein Vielfaches näher, als Las Vegas oder Macau. Und mit diesen Standorten müssen wir Liechtenstein vergleichen, wenn es um die Bereitstellung von Casinos geht. Damit hat Liechtenstein ein relativ großes Einzugsgebiet. Aber kommen die Besucher denn in der gewünschten Masse in den Kleinstaat, um dort zu spielen? Tatsächlich haben die fünf Spielbanken einen Spielertrag (Brutto) von 78 Millionen Franken (knapp 72 Millionen Euro) eingefahren. Und diese Summe kam natürlich nicht dank der 38.000 Einwohner des Landes zustande. Gespielt haben viele Gäste von außerhalb. Dieses Ergebnis konnte jetzt das zweite Jahr in Folge gehalten werden. Dabei waren die Spielcasinos in 2020 wegen Corona sogar teilweise im Frühjahr und auch im Dezember geschlossen. Folglich ist die Tendenz noch immer steigend.

Außerdem ist Liechtenstein als Casino-Standort noch nicht in aller Munde. Auch deshalb ist noch Potential auf weitere Gäste und höhere Spielerträge gegeben. Auch deshalb ist Liechtenstein als Adresse für Casinos nach wie vor gefragt. Denn ein weiteres Prüfverfahren läuft laut Wirtschaftsministerin Sabine Monauni bereits. Außerdem ist ebenfalls bekannt, dass an vier anderen Orten des Landes nach Bauwerken und Infrastrukturen für weitere Spielbanken Ausschau gehalten wird. Es sind übrigens nicht die einheimischen Unternehmen, die auf den Markt drängen. Das Interesse aus dem Ausland ist ungebrochen. Liechtenstein hat die Chance sich als Casino-Standort in Europa zu etablieren. Allerdings bleibt an diesem Punkt die Frage offen, ob es das erklärte Ziel des Landes und deren Bevölkerung ist. Es regt sich bereits ein Widerstand.

Keinen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Lizenz: Dass ist der Standpunkt des Staates, nachdem Casino Admiral auf eine erneute Ausschreibung gepocht und dafür vom Staatsgerichtshof sogar Recht zugesprochen bekam. Inzwischen gilt ein Bewilligungssystem, welches auf dem freien Wettbewerb beruht.

Was spricht gegen Liechtenstein als Casino-Standort?

Keine Casino-Grenze in Liechtenstein. Bild: Shutterstock.com

Das Volk ist von weiteren Casinos in ihrem beschaulichen Landen nicht gerade begeistert. Einsprüche bezüglich der neuen Standorte befinden sich laut Neuer Züricher Zeitung in der Vorbereitung. Auch vermelden einige inländische Zeitungen über Leserkommentare, dass der Ruf von Liechtenstein wegen der „Spielhöllen“ nicht zu gefährden ist. Doch sind es nicht nur die Bürger, welche Kritik äußern. Auch aus den Reihen der Politik regt sich Widerstand. Gleich zwei Parteien wollen weitere Spielbanken verhindern oder doch zumindest die Regulierung konkreter lenken. Dazu könnte eine wesentlich höhere Steuerlast für die Betriebe beitragen. Denn sollten sich die Gewinne verringern, so verliert Liechtenstein als Standort zugleich an Attraktivität. Dass an der Steuerschraube gedreht wird, gilt als recht wahrscheinlich. Doch vermutlich nicht vor 2022.

Doch noch greift hier das Gesetz aus 2016, welches auf dem Konzept der freien Marktwirtschaft basiert. Rechtlich sind Auflagen zu erfüllen. Wer diese Hürden nimmt, der darf über ein Gewerbe eine Spielbank in Liechtenstein betreiben. Zu prüfen ist jedoch die Konkurrenz aus dem Ausland. Denn Liechtenstein liegt zwischen Österreich und der Schweiz. Auch Deutschland ist nicht fern. Natürlich finden sich in diesen Ländern ebenfalls Spielbanken wieder. Wenngleich es in Liechtenstein keine zahlenmäßige Schranke für Casinos geben soll, so wäre eine Pleitewelle wegen ausufernder Konkurrenz ebenfalls nicht gut. Allerdings laufen Überlegungen, um die Tischspiele attraktiver und die Spielautomaten weniger attraktiv zu machen. Denn die Geldspielgeräte sind zahlenmäßig im Land deutlich überlegen. Wenngleich es inzwischen kritische Stimmen gegen die Casinos und das recht offene Gesetz gibt, profitiert der Staat finanziell von den Spielbanken.

Verlockende Einkünfte: Der Staat kann sich aus finanzieller Hinsicht nicht beschweren. Denn im Jahr 2020 flossen fast 27 Millionen Franken in das Staatssäckel. In 2021 kalkuliert Liechtenstein mit 25 Millionen. Hier ist ein kleiner Abzug wegen der Corona-Krise eingeflossen. Doch schon ab 2022 plant das Land mit 30 Millionen an Steuereinnahmen.

Casino-Mekka Liechtenstein: Wie viele Spielbanken verträgt das Land? 1200 1000 2021-07-16 10:26:41 Online-Casino.de

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