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Casino-Raub: Alles abgesprochen

Martin Hill, 7. Juni 2016, Wirtschaft

Urheber: Dennis Skley (Flickr)

Wo viel Geld fließt, da findet auch die Kriminalität Ansatzpunkte. Vor zwei Jahren wurde ein Casino in Dietenheim überfallen. So wurde es zumindest dargestellt. Das Amtsgericht Ulm kam jetzt jedoch zu dem Schluss, dass es sich um ein bühnenreifes Theaterstück gehandelt hat. Geld wurde zwar entwendet, eine Gefahr hat jedoch nicht bestanden.

Durch einen Mittäter im Inneren des Hauses wurde der Prozess des Diebstahls beschleunigt. Zudem hat diesbezüglich für den „Bedrohten“ nie auch nur den Hauch einer Gefahr bestanden. Dass das Theaterstück aufgeflogen ist, geht zu großen Teilen auf einen Facebook-Eintrag mit nur zehn Lettern zurück.

Gericht durchschaut Casino-Farce

Zwei Täter im Alter von 20 Jahren haben ein Casino überfallen. Am 20. Juli 2014 wurde ein 25-jähriger mit einer Schreckschusspistole und einem Schlagstock bedroht – so sollte es zumindest aussehen. Denn der Casino-Angestellte war Mittäter. Vor dem Etablissement wartete ein 18-jähriger als Fahrer des Fluchtwagens.

Die Beute betrug 800 Euro. Sehr mager, wie auch die Täter dachten. Sie hatten offensichtlich mit mehr gerechnet. Allerdings ebenfalls nur mit 1.200 Euro, wie sie später vor Gericht zugaben. Der Fehlbetrag kam durch einen ausgefallenen Wechselautomaten zustande. Der entstandene Ärger hat dazu geführt, dass dem Casino-Angestellten sein Anteil verweigert wurde.

Die Folge war eine Facebook-Nachricht vom Casino-Angestellten, der auf seinen Anteil wartete, an einen der Räuber. „Wo bleibst?“ lautete der Text. Dieses kurze Satzfragment hat das Gericht in der Ansicht bestätigt, dass kein klassischer Raub vorlag. Vielmehr war es eine Schmierenkomödie, wo alle Beteiligten sich kannten.

Des einen Freud ist des anderen Leid

Für die „Räuber“ ist diese Verbindung eine gute Nachricht. Denn die beiden Diebe innerhalb des Casinos und der Fahrer des Fluchtautos waren zudem geständig und haben den Casino-Angestellten belastet. Die Facebook-Nachricht hat ihre Geschichte untermauert. Zudem wurde die Geldkassette in einer Geschwindigkeit aufgefunden, wie die Videoaufnahmen bewiesen, wie es nur mit Insider-Wissen möglich gewesen ist.

Damit war ein Raub-Delikt für die drei Männer vom Tisch. Was bleibt ist eine vorgetäuschte Straftat. Der Angestellte muss sich jetzt noch wegen seiner Mittäterschaft verantworten. Diese gilt für das Gericht als erwiesen an, wofür auch seine Geldsorgen aus Glücksspiel sprechen.

Der Verteidiger des Angestellten aus dem Casino hat noch einen anderen Blick auf die Dinge. Sich widersprechende Aussagen, eine vermeintlich gefälschte Facebook-Nachricht und eine schlampige Ermittlungsarbeit werden hier als Argumente ins Feld geführt. Letzter Punkt bezieht sich darauf, dass zwei Angeklagte in nebeneinander liegenden Zellen eingesperrt wurden und sich hätten absprechen können.

Der jetzt 20-jährige Fahrer wurde zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt. Der Drahtzieher wurde zu 10 Monaten Haft, der Mittäter zu 7 Monaten verurteilt.

Bildquelle: Flickr/Dennis Skley
Lizenz: Attribution-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-ND 2.0)
Name: Paragraphendschungel 218/365

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