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Casinos Austria: Karl Stoss verkündet Abschied

Dieter Maroshi, 26. April 2017, Wirtschaft

Casinos Austria: VIP-Raum in Wien

„Abtreten, wenn es am schönsten ist“ nennt Karl Stoss seine Entscheidung beim Namen und verkündet mit dem besten Ergebnis der Unternehmensgeschichte auch seinen Ausstieg. Seinen laufenden Vertrag bei Casinos Austria wird Stoss noch erfüllen. Es ist die dritte Veränderung bei Casinos Austria innerhalb von kurzer Zeit. Denn inzwischen ist nicht nur die Novomatic-AG, sondern auch die Sazka-Gruppe aus Tschechien als Aktionäre beteiligt.

Karl Stoss bleibt noch bis zum Jahresende 2017. Nach eigenen Angaben haben die Änderungen in der Eigentümerschaft der Firma nichts mit seinem Entschluss zu tun. Er zieht eine Verbindung zum Sport und möchte auf dem „Höhepunkt“ abtreten. Dies ist ihm mit den bislang besten Finanzzahlen unfraglich gelungen.

Karl Stoss möchte mehr Zeit für sein Privatleben

Seit 2007 ist Karl Stoss bei der Casinos Austria AG tätig. Bereits vor einem Jahr hat er seinen Entschluss dem Aufsichtsrat mitgeteilt. Für die Aktionäre kam die Ankündigung auf der Bilanzpressekonferenz am vergangenen Dienstag dennoch überraschend. Der Generaldirekter ist 60 Jahre alt und wird zum Ende des Jahres 2016 gehen – aus eigenem Antrieb, entgegen einiger Spekulationen. Gerüchte besagen, dass Stoss von den neuen Miteigentümern demontiert werden sollte und er daher lieber selber seinen Hut genommen hat. Diese Geschichte verneint der Generaldirekter vehement.

Die neuen Miteigentümer der Casinos Austria AG: Die Novomatic AG hält aktuell 17,2 Prozent. Die tschechische Sazka Gruppe ist derzeit mit 11,35 Prozent beteiligt. Nachdem sämtliche Belange der Aufsicht in den Ländern Australien, Kanada und der Schweiz geklärt sind und die entsprechenden Genehmigungen vorliegen, erhöhen die Tschechen auf 34 Prozent.

Stoss schätzt, dass diese Prozedur noch ein Jahr bis zu 18 Monate in Anspruch nehmen wird. Gleichwohl räumt der starke Mann bei Casinos Austria Gründe ein, warum er mit dem Jahreswechsel abtritt. Er möchte mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Auch seine Hobbys, insbesondere das Bergsteigen, möchte er intensiver betreiben. Nicht zuletzt ist Stoss sozial engagiert und wurde erst kürzlich als Präsident des Österreichischen Olympischen Comités wiedergewählt. Seine Rolle in mehreren Aufsichtsräten füllt der 60-jährige ebenso aus.

Bilanz mit Höhenflug: Abschied am höchsten Punkt

Karl Stoss präsentiert sich selbstsicher. Auch wenn Novomatic und die Sazka Gruppe ihn hätten loswerden wollen, ist er sich sicher, dass er weiterhin eine Mehrheit im Aufsichtsrat für eine Verlängerung seines Vertrages bekommen hätte. Bis hierhin bezeichnet der starke Mann hinter Casinos Austria den Einfluss der neuen Miteigentümer für „bescheiden“. Tatsächlich wurde Stoss sogar gebeten, seinen Posten weiterhin zu bekleiden. Denn immerhin lief es unter seiner Führung wie am Schnürchen. Bestes Beispiel ist das jüngste Ergebnis in der Bilanz. Auf das Jahr 2016 bezogen stehen immerhin 150 Millionen Euro im Betriebsergebnis niedergeschrieben – eine neue Rekordmarke. Im Vergleich zum Jahr 2015 steigerte sich das Konzernergebnis um 65 Prozent auf 91,2 Millionen Euro.

Erfolg auf der ganzen Linie: Auch im Ausland fuhr die Casinos Austria International erstmals seit dem Jahr 2009 überhaupt ein positives Ergebnis in Höhe von 9 Millionen Euro ein.

Dieser eigenen Variante von Stoss, dass sein Abschied eigens gewünscht ist, stehen Insider-Informationen gegenüber. Angeblich hätten die Tschechen Karel Komárek und Jiri Smejc seine Demontage geplant. Eine entsprechende Auseinandersetzung hätte Stoss nicht überstanden und ist daher lieber freiwillig gegangen. In diesem Sinne wäre die Verkündung bei Bekanntgabe der Rekordzahlen der optimale Zeitpunkt gewesen.

Ungereimtheiten im Abschied von Karl Stoss

Im November 2016 hörten sich die Aussagen von Stoss nicht nach freiwilligem Abschied an. Vielmehr waren damals angeblich noch keine Gespräche begonnen worden. „Ich habe noch gar nichts bekanntgegeben und noch nicht mit Rothensteiner gesprochen. Vielleicht tue ich das nächste Woche“ äußerte sich Stoss gegenüber dem Standard. Laut Vertrag steht Karl Stoss eine Betriebspension mit Vollendung des 60sten Lebensjahres zu. Diese Zuwendung soll sich auf 62 Prozent des letzten Brutto-Jahresgehalts belaufen und um durchschnittliche Boni aus den letzten fünf Jahren erweitert werden. Diese Absicherung betrifft in Fall der Fälle nicht nur die Witwe von Stoss, sondern auch seine Kinder. Die Frau würde im Fall seines Todes 60 Prozent der Vorstandspension erhalten.

Wer folgt auf Karl Stoss als Generaldirektor?

Wie groß ist der Einfluss der Miteigentümer bereits?

An dieser Frage wird auch der bisherige Einfluss von Novomatic und der Sazka-Gruppe gemessen werden. Bislang ist noch kein Nachfolger verkündet worden. Stoss hat am Dienstag bereits verkündet, dass er zurücktritt und dass die Suche eines Nachfolgers die Aufgabe des Aufsichtsrates ist. Der Personalausschuss tagt im Mai. Das Abtreten von Karl Stoss wird auf der Tagesordnung stehen.

Da der Vertrag von Co-Vorstand Dietmar Hoschner ebenfalls mit Ende des Jahres 2017 ausläuft, darf sich eine Frau Hoffnungen auf den Posten machen: Bettina Glatz-Kremsner ist aktuell Vorständin und besitzt einen gültigen Vertrag bis ins Jahr 2019. Glatz-Kremsner könnte wird auch deshalb als Nachfolgerin gehandelt, weil sie Verbindungen zum niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll aus der ÖVP hat. Stoss hinterlässt ein schweres Erbe und wünscht sich von seinem Nachfolger „Rückgrat, Geradlinigkeit, Passion und Power.“ Zudem würde Stoss gerne eine „starke Aktionärsstruktur und eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Konzerns, auch im Ausland“ sehen.

Casinos Austria: Karl Stoss verkündet Abschied 300 250 2017-04-26 16:04:14 Online-Casino.de

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