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Casinos Austria: Verkauf der Auslandsanteile zur Debatte

Martin Hill, 8. September 2017, Wirtschaft

Casinos Austria: Freitag der 13. als Glückstag

Die Casinos Austria ist eine Aktiengesellschaft aus Österreich, welche allein daheim 12 Spielbanken betreibt. Die Gründung des Unternehmens geht bereits auf das Jahr 1934 zurück. Ebenfalls zugehörig ist die Auslandstochter „Casinos Austria International“. Insgesamt stehen damit 33 Glücksspielbetriebe unter der Kontrolle der CASAG. Allerdings stehen die Auslandsbeteiligungen auf der Kippe, was den staatlichen Miteigentümern nicht gefällt.

Im Jahr 2016 konnte die Casinos Austria AG auf einen Nettospielerlös von über 326 Millionen Euro in Österreich, sowie über 126 Millionen Euro international zurückblicken. Mit mehr als 1.800 Mitarbeitern innerhalb von Österreich und über 1.700 Mitarbeiter im Ausland ist hier ein profitables Ungleichgewicht zu erkennen. Aber warum sollen die Auslandsanteile nun veräußert werden?

Risse in der heilen Fassade? CASAG-Vorstand vs. Öbib!

Zunächst müssen wir einen Blick auf die Zusammensetzung der Casinos Austria AG werfen. Einerseits ist der Vorstand des Unternehmens zu nennen. Da das Unternehmen jedoch teilstaatlich betrieben wird, müssen auch die Aktionäre von der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (Öbib) an Bord geholt werden. Dazu gehören auch der Eigentümervertreter und der Finanzminister. Von staatlicher Seite kann zumindest die Geschwindigkeit kritisiert werden, in welcher ein Verkauf des Auslandsgeschäfts vorangetrieben wird. Dieses Bestreben scheint insbesondere dem neuen Chef Alexander Labak ein Anliegen. Hier prallen wirtschaftliche Interessen aufeinander. In den Jahren 2009 bis 2015 mussten bei den Auslandsbeteiligungen Verluste hingenommen werden. Erst 2016 konnten wieder Gewinne eingefahren werden.

Die letzte Sitzung des Aufsichtsrates fand am 23. Juni 2017 statt. Dort stand die Sondierung eines Verkaufs anscheinend bereits auf der Tagesordnung. Ein Entschluss ist diesbezüglich jedoch nicht gefallen. Die Öbib äußerte sich im August folgendermaßen: „Aufsichtsratsmitglieder haben sich gegen eine Beschlussfassung zu einem Zeitpunkt ausgesprochen, zu dem noch keine Gesamtstrategie der Gesellschaft vorliegt.“ Dieses Statement ist gut zwei Wochen her. Damit schien die Versendung eines Teasers vorerst vom Tisch. Dieser sollte an potentielle Interessenten verschickt werden, um den Verkauf der Auslandsbeteiligungen konkreter werden zu lassen. Dieses Verschicken der Erstinformationen hat somit einen offiziellen Aufschub bis zur Klausur Mitte September erhalten. Aber weit gefehlt!

Eigentümer-Verhältnisse: Die Öbib, vertreten durch den Finanzminister, hält 33,24 Prozent an der Casinos Austria AG. Weitere 38,29 Prozent stehen bei der Medial Beteiligungs-GmbH. 17,19 Prozent hat die Novomatic AG unter Kontrolle, 5,31 Prozent das Bankhaus Schelhammer & Schattera, während die verbliebenen 5,97 Prozent unter weiteren Aktionären aufgeteilt sind.

Erstinformationen zum Verkauf der Auslandsgeschäfte ist bereits verschickt!

Chef Labak möchte sich auf Österreich konzentrieren (Bildquelle)

Den Rat der Aktionäre mit dem Teaser zum Verkauf der Auslandsgeschäft noch zu warten und dieses Vorgehen bei der im September angesetzten Klausur nochmals zu diskutieren und gegebenenfalls eine Strategie auszuarbeiten, ist scheinbar nicht angekommen. Labak sollte auch deshalb warten, damit der Wert der Aktien nicht sinkt. Weiterhin ist die Beschreibung als Equity-Story ohne internationale Ausrichtung des Unternehmens schwer zu rechtfertigen. Abwarten scheint jedoch nicht Labaks Stärke, denn die Informationen sind bereits ausgesandt. Interessenten sind anscheinend vorhanden. Und jeder von ihnen hat inzwischen ein Schreiben auf dem Tisch. Damit soll ein näheres Interesse beleuchtet werden. Gab es ein zeitliches Dilemma? Aus dem Brief vom 22. August, verschickt von der Öbib an die Casag AG, wird erläutert, warum noch gewartet werden sollte. Dort wurde eindrücklich auch auf eine „positive Entscheidung“ des Aufsichtsrates verwiesen, welche bislang noch nicht vorliegt. Allerdings scheinen die entsprechenden Informationen schon einen Tag zuvor, am 21. August, verschickt worden zu sein.

Wobei es auch hier zwei Seiten der Medaille gibt. Denn der Aufsichtsrat soll im Juni seine Zustimmung zu diesem Vorgehen gegeben haben. Dies wird auch vom Aufsichtsratsvorsitzenden, dem Raiffeisen-Generalanwalt Rothensteiner, bestätigt: „Die Vorgehensweise des Vorstands steht in absolutem Einklang mit dem Stand der Diskussion in der jüngsten Aufsichtsratssitzung. Das Management agiert selbstverständlich in Abstimmung mit mir.“ Vom Finanzminister ist noch kein Kommentar zum jüngsten Missverständnis abgegeben worden. Allerdings darf angesichts der Vorgeschichte bezweifelt werden, dass dieses Vorgehen seine Zustimmung gefunden hat. Die Aktionäre hätten es hier lieber gesehen, dass der neue Eigentümer das Unternehmen erst strukturiert und anschließend eventuell ein Verkauf erwogen wird. Denn die tschechischen Eigentümer, die Sazka-Gruppe, welche die Anteile vom Mühlenkonzern Leipnik-Lundenburger und Uniqua übernommen haben, sind selber noch nicht lange dabei. Gibt die Bundeswettbewerbsbehörde „Grünes Licht“, so steigt der Anteil der Sazka-Gruppe auf 34 Prozent an. Die Tschechen wären damit größter Aktionär.

So ist die CASAG aufgestellt: 33 Glücksspielbetriebe werden betrieben. Das Unternehmen ist in 13 Ländern aktiv und verfügt neben den 12 Standorten in Österreich auch über sechs Schiffscasinos und einen VLT-Standort in Mazedonien.

Wohin führt der Weg für die Casinos Austria AG?

Diese Frage möchte aktuell beantwortet werden. Zum Teil ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Der Teaser ist verschickt. Damit ist offiziell bekundet, dass ein Verkauf zur Debatte steht. Eventuelle Interessenten können sich jetzt einbringen. Bevor der Verkauf ansteht, haben natürlich auch die aktuellen Aktionäre noch ein Mitspracherecht. Karl Stoss, der ehemalige Konzernchef, hatte in den letzten Jahren seiner Ägide selber viele verlustreiche Märkte abgestoßen und so das Auslandsgeschäft erst wieder in positive Zahlen geführt. Verkleinert sich die CASAG noch weiter?

Casinos Austria: Verkauf der Auslandsanteile zur Debatte 300 250 2017-09-08 16:17:43 Online-Casino.de

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