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Darum kommt jetzt Sportwetten Werbung auf ARD und ZDF

Sportwetten Werbung: Auch im Stadion ganz normal. / Bild: Shutterstock.com

Sportwetten Werbung oder generell Clips für Glücksspiele sind so manchem Fernsehzuschauer ein Dorn im Auge. Wer sich dieser Beschallung entziehen wollte, der kannte in den vergangenen Jahren nur einen Weg. Im TV mussten die öffentlich-rechtlichen Sender herhalten. ARD und ZDF galten als Ruheoasen vor der Casino- und Sportwetten-Werbung. Doch damit ist jetzt Schluss. Gründe gibt es mehrere. Zuvorderst ist jedoch zu nennen, dass seit dem 1. Juli 2021 die Online-Glücksspiele – auch die Casinospiele – ganz offiziell als legal gelten. Einzige Voraussetzung: Eine gültige Lizenz aus Deutschland. Zumindest die großen Namen der Branche sind diesbezüglich bereits gut aufgestellt.

ARD und ZDF übertragen gerade die EM 2021. Wenngleich die TV-Rechte für dieses Großereignis im Fußball nicht günstig war, lässt sich die Investition mit dem öffentlichen Interesse rechtfertigen. Ab dem Viertelfinale war erstmals Glücksspiel-Werbung zu sehen. Und hier fängt zumindest ein kleines Paradoxon an. Denn in der Mediathek der ARD findet sich eine Dokumentation mit dem Titel „Gefährliche Sportwetten“. Dabei wird über Suchtgefahren und sogar über erhöhte Selbstmordraten gesprochen. Und doch können sich die Öffentlich-Rechtlichen des Sportwetten-Sponsorings nicht länger entziehen. Auf der einen Seite steht die Legalität der Dienstleistungen. Auf der anderen Seite ist Tipico Premium-Partner der DFL und hat ein Recht auf Erstzugriff bei der Programmwerbung.

Näheres führt die Süddeutsche aus.

Sportwetten sind legal. Und Tipico hat sich als Premium-Partner bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingekauft. Sie haben sich damit das Erstzugriffsrecht auf Werbeplätze gesichert. Bislang konnten sich ARD und ZDF immer dann drücken, wenn die Werbung von vermeintlich illegal agierenden Anbietern gekommen wäre. Doch inzwischen ist die Legalität bestätigt. Haben die Anbieter eine Konzession aus Deutschland, so muss das Recht zu werben eingeräumt werden. Besonders die Werbeeinblendungen von Tipico werden mit dem Beginn der Bundesligen daher relativ häufig zu sehen sein. Und nicht nur der vermeintliche Marktführer Tipico wittert Morgenluft und eine neue Werbeplattform. Auch Bwin kam bei ARD und ZDF schon zum Zuge. „King of Europe“ heißt der neue Bonus beim Anbieter, der gerade auch bei den Öffentlich-Rechtlichen beworben wird.

Bezüglich der Sportwetten Werbung hat sich Einiges geändert. So dürfen Funktionäre nicht mehr werbend als sogenannte Testimonials auftreten. Tipico darf also werben, aber nicht mehr mit „Ihre Wette in sicheren Händen“ durch Oliver Kahn. Er bekleidet ein Amt beim FC Bayern. Auch aktive Spieler dürfen nicht als Werbebotschafter für Wettanbieter fungieren. Doch braucht es natürlich keine Testimonials, ja im Prinzip braucht es nicht einmal Schauspieler, um eine Werbung zu schalten. Faktisch haben laut White List vom Regierungspräsidium Darmstadt schon über ein Dutzend Anbieter eine deutsche Lizenz – Tendenz steigend. Zuletzt bekam Tiptorro die Konzession ausgestellt. Und wer lizenziert ist, der gilt seit dem 1. Juli 2021 offiziell als legal. Folglich darf auch die Werbung in ARD und ZDF nicht verweigert werden.

Sportwetten kontra Alkohol und Tabak: Bier und Zigaretten sind Suchtmittel. Tabak-Werbung ist inzwischen komplett aus dem TV verschwunden. Für Alkohol wird weiter geworben. Und auch gegen Sportwetten Werbung gibt es derzeit keine Handhabe.

Sportwetten Werbung bei den Clubs: Sponsoring in der Kritik

Ard und ZDF künftig mit Wett-Werbung / Shutterstock.com

Was macht es schon, wenn Tipico, Bwin und Co Sportwetten Werbung in ARD und ZDF schalten? Dort kommt die Sportschau. Und in der Sportschau sind die Clubs der Bundesliga zu sehen. Nicht wenige laufen mit einem Buchmacher auf dem Trikot auf. Und wenn dies tatsächlich nicht der Fall sein sollte, so finden wir bestimmt eine entsprechende Bandenwerbung während wir Fußball schauen. Für die Fußballclubs stehen Millioneneinnahmen auf dem Spiel. Doch bislang wird nicht aktiv gegen das Sport-Sponsoring vorgegangen. Gerade den kleineren Vereinen würde dadurch vermutlich sogar die Existenz-Grundlage, zumindest bei einer kurzfristigen Entscheidung, genommen. Durch die Vorbildfunktion im Fußball und weil viele Kinder und Jugendliche zuschauen, steht das Sport-Sponsoring jedoch stark in der Kritik. Nicht nur in Deutschland machen sich Experten zu diesem Thema Gedanken. Besonders in England und Österreich gibt es diesbezüglich interessante Entwicklungen.

In Großbritannien ist es laut unser neuen Analyse vom Beratungsunternehmen Caytoo so, dass die Werbung für Glücksspiele im Sport abnimmt. Hinter dem Bau- und Ingenieurwesen, der Autoindustrie und den Finanzdienstleistern sind Glücksspiele nur noch auf dem vierten Platz zu finden. Experten sehen die Forderungen der Gesellschaft nach einer größeren Verantwortung im Profi-Sport als maßgeblich bei dieser Entwicklung an. Trotz des Rückgangs ist bei einer Überarbeitung des Glücksspielwesens in England auch ein Verbot von Sport-Sponsoring aus diesem Bereich eingebracht worden. Die englischen Proficlubs könnten es sich vermutlich leisten. Anders sieht es in Österreich aus. Dort sollen ausländische Anbieter per IP-Sperre ausgeschlossen werden. Dann würde sich das Sport-Sponsoring nicht mehr lohnen. Doch in der Alpenrepublik ist der Profi- und Breitensport stark von der Zusammenarbeit mit Online-Buchmachern abhängig.

Verzerrt die Politik den Wettbewerb? Das ist natürlich eine etwas eigenartige Art das Thema zu betrachten. Doch in Ländern, wo die finanzkräftigen Wettanbieter werben dürfen, profitieren die Vereine. Anderswo nicht, was ein Ungleichgewicht durch fehlende Sportwetten Werbung erzeugen kann.

Darum kommt jetzt Sportwetten Werbung auf ARD und ZDF 1200 1000 2021-07-05 09:35:28 Online-Casino.de

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