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Einsatzlimit und Panikknopf: Deutsches Glücksspiel im Wandel

Dieter Maroshi, 9. Oktober 2020, Technik

Online-Glücksspiel in Deutschland (Bildquelle)

Unlängst haben wir von den Übergangsregeln zum deutschen Glücksspiel berichtet. Langfristig sollen Online-Casinos und Poker-Seiten legal werden. Auch Sportwetten kommen vollständig aus dem Graubereich heraus. Doch ein neues Gesetz greift erst ab dem 1. Juli 2021. Bis dahin haben sich die Bundesländer in Deutschland, nach harten Verhandlungen, jetzt auf eine Regelung zum Übergang geeinigt. Im Zuge dieser Duldung kommt ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro je Spieler und Monat zur Anwendung. Nur wer hohe Einkünfte vorweisen kann, dessen Limits dürfen angehoben werden. Doch wollen wir uns an dieser Stelle mit zwei Themen befassen, die bislang nicht so sehr im Rampenlicht gestanden haben. Gemeint sind das Einsatzlimit am Spielautomaten und der neue Panikknopf.

Allerdings wollen wir einen Punkt vorwegstellen. Regeln greifen ab einem unterschiedlichen Zeitpunkt.  Auf Basis eines Umlaufbeschlusses der Länder, gibt es keine Strafe mehr für Anbieter, die sich schon jetzt an künftige Regeln halten. Dazu zählen ab dem 15. Oktober 2020 bereits das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro und der Panik-Knopf. Ab dem 15. Dezember 2020 kommen dann der Maximaleinsatz von einem Euro an Spielautomaten und eine erhöhte Spieldauer je Runde hinzu. Deutsche Casino-Spieler befinden sich hier irgendwo zwischen Schutz und Bevormundung. Doch bis zum finalen Gesetz Mitte 2021 können sich Regeln auch noch ändern.

Sportwetten und Online-Casinos: Diese Regeln gelten ab dem 15. Oktober 2020

Tatsächlich halten wir das monatliche Einzahlungslimit in Höhe von 1.000 Euro für nicht sonderlich brisant. Einerseits deckt diese Summe den Großteil der Spieler in Deutschland ab. Es wird nur wenige Kunden geben, die monatlich mehr Geld riskieren wollen. Und es handelt sich um ein Limit für die Einzahlung. Wenn du also 1.000 Euro einzahlst und 2.000 Euro gewinnst, so könntest du mit diesem Betrag ebenfalls weiterspielen. Doch damit haben wir uns im Zuge der offiziellen Duldung schon befasst. Gerade weil das Limit, wenn ein entsprechendes Einkommen nachgewiesen ist, bis auf eine Summe von 30.000 Euro ansteigen kann, klingt diese Regelung sehr fair. Hier sehen wir also den Spielerschutz gut berücksichtigt. Gleichzeitig finden die Interessen der Spieler hier ihren Platz.

Weitere Maßnahmen könnten von einigen Anbietern und Kunden als störend empfunden werden. Dazu zählt der stündliche Reality Check. Dabei handelt es sich um eine technische Nachfrage von Seiten des Casinobetreibers. Wer eine Stunde mit Spielen beschäftigt ist, soll mit dieser Maßnahme in die Realität zurückgeholt werden. Normalerweise ist dies mit einem Klick bestätigt und schon wird weitergespielt. Jetzt nicht mehr! Denn ab sofort gilt nach dem Reality Check eine fünfminütige Pause einzuhalten. Doch hier kommt schon die technische Umsetzung ins Spiel, welche von diversen Betreibern bemängelt wird. Wenn der Spieler in Spielbank A nicht zocken kann – Stichwort Reality Check – nutzt er aktuell vermutlich einfach sein Konto bei Spielcasino B.

Warum kommt der Panik-Knopf? Zunächst einmal sei gesagt, dass es sich dabei um eine Selbstsperre über einen begrenzten Zeitraum handelt. Über 24 Stunden ist es dann nicht mehr möglich Einsätze zu riskieren. So sollen die Spieler selber aktiv werden können, wenn sie merken, dass ihr Spielverhalten über das normale Maß hinausgeht. Erneut ist diese Maßnahme aktuell jedoch bestenfalls auf einen einzelnen Anbieter anzuwenden.

Starke Einschränkungen für Casino-Spieler ab dem 15. Dezember 2020

Casino und Wetten künftig mit Limit / Shutterstock.com

Ab Mitte Dezember gibt es striktere Schranken, welche von den Casinoseiten zu beachten sind. Viele Kunden merken vermutlich erst dann, dass es Änderungen gegeben hat. Denn plötzlich ist der maximal erlaubte Einsatz bei Spielautomaten auf einen Euro je Runde beschränkt. Nur zur Verdeutlichung. Derzeit können je nach Slot zwischen 25 und über 100 Euro als Einsatz ausgewählt werden. Außerdem ist es zwingend nötig, dass die Gewinnwahrscheinlichkeiten an dem jeweiligen Spiel aufgezeigt werden. Obendrein, sicherlich auch um das Einsatzlimit nicht zu unterlaufen, ist es lediglich gestattet einen Spielautomaten je Domain zur gleichen Zeit zu verwenden. Erneut scheint es jedoch nicht ausgeschlossen, dass Spieler dann auf mehreren Plattformen gleichzeitig aktiv sind. Diesbezüglich kann es noch keine technische Hürde geben.

Die Einsatzgrenze fällt sehr niedrig aus. Andererseits waren diverse Spins je Minute möglich. Und bei Einsätzen von 100 Euro und mehr, konnten schnell 1.000 Euro in 60 Sekunden riskiert werden. Daher gibt es noch eine weitere Einschränkung und diese betrifft gewissermaßen die Zeit. Denn eine Runde im Automatenspiel soll ab Mitte Dezember mindestens fünf Sekunden andauern. Übrigens wird es auch beim Pokern Änderungen geben. Positiv ist vorab anzumerken, dass Online-Poker künftig erlaubt ist. Die Spieler werden nur noch per Zufall Tischen zugewiesen. Maximal ist das Spielen an vier Tischen gestattet. Außerdem sollen nur noch Poker-Spiele die Zulassung erhalten, welche das pokern zwischen natürlichen Personen ermöglichen.

Branche übt Kritik: Besonders die ambitionierte Zeitspanne zur Umsetzung von komplexen IT-Projekten wird von Seiten des DSWV Normalerweise nimmt eine solche technische Umsetzung Monate in Anspruch. DSWV-Präsident Mathias Dahms spekuliert sogar, dass es den Glücksspielanbietern an dieser Stelle absichtlich schwergemacht wird. Aktuell bleibt nur abzuwarten, ob die Sportwetten-, Poker- und Casino-Seiten die Umstellung fristgerecht schaffen.

Einsatzlimit und Panikknopf: Deutsches Glücksspiel im Wandel 1200 1000 2020-10-09 08:28:16 Online-Casino.de

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