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Finanzhof: Gewinne im Poker unterliegen nicht der Umsatzsteuer

Martin Hill, 27. Oktober 2017, Steuern

Poker Spieler mit Chips und Zigarre (Bildquelle)

Gewinne im Glücksspiel sind als steuerfrei bekannt. Lotto wirbt gewissermaßen damit, dass keine Steuern auf Auszahlungen abzuführen sind. Aber wie ist es beim Poker? Das Kartenspiel, welches zwischen Glücksspiel und Geschicklichkeitsspiel wandelt, kann professionellen Spielern umfassende Einkünfte einbringen. Müssen diese als Umsatzsteuer abgeführt werden. Der Bundesfinanzhof hat diesbezüglich eine Entscheidung gefällt.

Gewinne aus Wetten, Lotteriegewinnen und sonstigen Spielen sind in der Bundesrepublik nicht steuerpflichtig. Ein ehemaliges Urteil des Bundesfinanzgerichts entschied pro Steuern auf Poker-Gewinne, da es sich nicht um ein reines Glücksspiel handelte. Kürzlich stand der Finanzhof vor der gleichen Frage und musste diese aus Sicht des Spielers und des Veranstalters beantworten und dabei die vorangegangenen Entscheidungen revidieren.

Darum müssen Gewinne aus Pokerspielen nicht versteuert werden!

Ein konkreter Fall führte zu einer Entscheidung in der Frage Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel beim Pokern. Ein Spieler, der in den Jahren 2006 und 2007 bei Turnieren und auch online abgeräumt hat, auf eine Umsatzsteuererklärung jedoch verzichtete, stand im Fokus der Ermittlungen. Der Spieler wollte keinen Betrug begehen. Er war schlicht und ergreifend der Auffassung, dass Pokern als Glücksspiel nicht der Steuerpflicht unterliegt. Das Finanzamt hatte eine gegenteilige Auffassung. So ging der Fall vor das Finanzgericht, welches dem Amt zustimmte. Die Auffassung beider Ämter ist ähnlich gelagert. Der Steuerschuldner wurde als Berufsspieler betrachtet. Er unternahm erfolgreich Pokerspiele mit der Absicht Gewinne zu erzielen. In diesem Sinne sollte der Mann als Unternehmer betrachtet und zur Zahlung von Umsatzsteuer verdonnert werden. Die vorerst abschließende Entscheidung lautete: Umsatzsteuerpflichtige Tätigkeit gegen Entgelt.

Schlussendlich schaffte es dieser Fall bis vor den Bundesfinanzhof. Die Sachlage wurde erneut analysiert, der Poker-Spieler bekam Recht zugesprochen. Denn der Spieler hat die Einkünfte nicht aus der Teilnahme an Turnieren, den Online-Veranstaltungen oder Cash-Games, sondern erst durch den Ausgang eines bestimmten Ergebnisses eines Wettbewerbs gewonnen. Hätte der Veranstalter ein Preisgeld ausgelobt, welches von der schlussendlichen Platzierung unabhängig gewährt wird, läge der Sachverhalt anders. In diesem Fall wäre es als Bezahlung für eine Dienstleistung des Spielers zu werten gewesen. Diese unterliegt der Steuerpflicht.

Spieler aus Nordrhein-Westfalen gewinnt Prozess: Fast 10 Jahre hat es gedauert, bis der Poker-Spieler in höchster Instanz das Verfahren gegen sein zuständiges Finanzamt gewonnen hat. Nach unbestätigten Gerüchten soll es um eine Summe von 90.000 Euro in Spielgewinnen gegangen sein.

Konkret nachgeforscht: Wann fällt beim Pokern die Umsatzsteuer an?

Damit der Spieler umsatzsteuerpflichtig ist und seine Poker-Gewinne dem Finanzamt melden muss, hat ein Leistungsaustausch zu erfolgen. Tatsächlich könnte ein bekannter Profi, um das Ansehen des Turnieres zu steigern, mit einem Antrittsgeld geködert werden. Der Spieler bekäme allein für seine Teilnahme eine finanzielle Vergütung. Diese wäre unabhängig vom anschließenden Spielgewinn zu bewerten. In diesem Fall liegt die Zahlung im Austausch für eine Dienstleistung vor. Wer von der Umsatzsteuer befreit ist, muss freilich nicht gar keine Steuern zahlen. Gewinne aus Poker-Turnieren können der Gewerbesteuer und der Einkommenssteuer unterliegen. Dies geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofes aus 2016 hervor.

Beliebtheit des Poker-Spiels: Ob der ehemalige Edeltechniker Mario Basler, der aktuelle Fußball Star Neymar oder sogar Max Kruse vom SV Werder Bremen, sie alle nehmen bisweilen an Poker-Turnieren teil.

Pokern: Zwischen Sport, Glücks- und Geschicklichkeitsspiel

Mobil können Profis überall spielen (Bildquelle)

Zunächst ist Pokern als Denksport anerkannt. Denn die International Mind Sports Association (IMSA) hat das Kartenspiel vor mehreren Jahren in diesen Status erhoben und somit dem Schach, Dame oder Bridge gleichgestellt. Allerdings hat diese Bezeichnung rechtlich keinen bindenden Charakter. Noch immer ist es eine Streitfrage, ob Pokern nun als Geschicklichkeitsspiel oder als Glücksspiel zu bewerten ist. Freilich ist der Erfolg zumindest zum Teil von der Ausgabe der Karten abhängig. Geschickte Spieler können jedoch Bluffen und selbst mit einem schlechten Blatt eine gute Leistung erbringen. Umgekehrt ist es möglich den Gegenspieler zu deuten. Hat dieser ein gutes Blatt auf der Hand oder blufft er selber?

Es gibt jedoch zumindest ein Argument, welches die Waagschale beim Pokern mehr in Richtung Geschicklichkeit schwingen lässt. Denn einige Profis verdienen mit dem Pokerspiel ihren Lebensunterhalt und holen sich regelmäßig Gewinne ab. Diese können, über ein Turnier oder mehrere Veranstaltungen gesehen, mehrere Millionen Euro betragen. Wie kommt es also, dass diverse Spieler immer wieder auf dem Siegertreppchen landen? Ist dies noch als Glück zu bezeichnen oder kann diese Regelmäßigkeit nur mit dem Geschick im „Denksport“ Poker erklärt werden? Immerhin steht Daniel Negreanu aus Kanada mit 34,3 Millionen US-Dollar in der Rangliste der ewigen Poker-Gewinner auf dem ersten Platz. Anschließend folgen die drei Amerikaner Erik Seidel, Daniel Colman und Antonio Esfandiari mit Summen von 33,1 Millionen, 28,6 Millionen und 27,6 Millionen US-Dollar. Die Top-Five komplettiert der Deutsche Fedor Holz mit 26,5 Millionen US-Dollar. Selbst der 50te Platz in dieser Liste schafft es noch auf eine Gewinnsumme von 10,5 Millionen US-Dollar.

Aktuell erfolgreichster deutscher Spieler: Christoph Vogelsang hat allein bis zur Mitte des Jahres 2017 6 Millionen US-Dollar Insgesamt steht die derzeitige Nummer 23 auf der ewigen Liste bei einem Umsatz von 14,3 Millionen US-Dollar. Diese Gewinne beziehen sich auf unterschiedliche Turnier-Formate.

Finanzhof: Gewinne im Poker unterliegen nicht der Umsatzsteuer 300 250 2017-10-28 09:04:30 Online-Casino.de

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