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Gehört das Sportwetten Sponsoring in der Bundesliga unterbunden?

Martin Hill, 24. März 2022, Sport & Spiel

Unibet zieht sich vom deutschen Markt zurück / Shutterstock.com

Fußball ist des Deutschen liebstes Kind. An jedem Wochenende versammeln sich Freunde und Familien vor dem Fernseher, um das Lieblingsteam anzufeuern oder doch zumindest Teil dieses Spektakels zu sein. Nicht selten wird dabei eine Wette platziert. Denn erst damit fühlt sich auch der Tipper vor den Fernsehgeräten zugehörig. Doch wird dieser Part von Spielerschützern eher als Schattenseite des Fußballs oder sogar des Sports allgemein genannt. Und damit steht ebenso das Sportwetten Sponsoring der Club in der Bundesliga unter Beschuss. Inzwischen hat fast jedes Team einen Partner aus der Branche der Online-Wettanbieter.

Fraglos ist das Werbebombardement in diesem Bereich jedem Fußballfan schon aufgefallen. Nicht wenigen, egal ob Sportwetten Spieler oder nicht, ist es ein Dorn im Auge. Denn die Wettpartner finden sich nicht nur bei Interviews auf der Werbetafel hinter dem Spieler. Sie sind mitunter an den Baden, auf den Trikots und eventuell sogar auf der Anzeigetafel zu finden. Vieles davon könnte dem Fernsehzuschauer egal sein. Andererseits ist die Werbung vor dem Spiel und in der Halbzeit ebenfalls von Buchmachern geprägt. Nicht zu vergessen, dass es mitunter sogar während des Spiels Einblendungen gibt. Nachfolgend wollen wir die Vorteile und Nachteile des Sportwetten Sponsorings in der Bundesliga einmal gegenüberstellen.

Was spricht gegen das Sportwetten Sponsoring in der Bundesliga?

Fußballer sind Vorbilder. Diese Betrachtung ist zwar ziemlich einseitig. Inzwischen laufen schon 16-jährige in der Bundesliga auf. Da stellt sich schon die Frage, wie viel Vorbild ein so junger Mann schon sein kann. Trotzdem wird er von vielen Zuschauern am Fernsehen gesehen und bewundert. Damit ist eine „Vorbildfunktion“ gegeben. Denn andere Menschen, besonders Kinder und Jugendliche, wären gerne in seiner Lage. Und dieses Vorbild wirbt, mit seinem Trikot oder weil die Banden es im Hintergrund suggerieren, mit Sportwetten. Weil die Wettanbieter Werbepartner des Vereins sind, darf ein Spieler sich praktisch auch gar nicht negativ dazu äußern.

Ohnehin stellt sich der Sport damit verzerrt da. Natürlich geht es im Profi-Sport um Ergebnisse. Doch für Amateure sollte auch die Fitness und die Bewegung im Vordergrund stehen. Doch Wett-Tipps vermitteln nur noch mehr den Eindruck, dass nur das Ergebnis zählt. In diesem Fall hat der Tipper sogar am Ergebnis einen Anteil. Was übrigens besonders bei Wetten im Amateurbereich oder zumindest im schlechter bezahlten Sport und Fußball für Probleme sorgt. Manipulationsskandale in der Bundesliga sind hingegen unwahrscheinlich. Denn im Oberhaus wird gut bezahlt. Dort ist ein Spieler kaum bestechlich.

Der wichtigste Faktor ist schlicht und ergreifend, dass viele Kinder und Jugendliche vor dem TV sitzen. Und da auch deren Eltern wetten, ist es scheinbar ganz normal. Damit wird ein völlig falscher Eindruck vermittelt. Zumal Gewinne immer groß gefeiert, Verluste aber eher heruntergespielt werden. Sportwetten bekommen den Anschein, dass diese ganz normal sind. Und da trägt das Sportwetten Sponsoring in der Bundesliga aktiv zu bei.

Wie viel Geld ist im Markt? Aus dem Jahr 2020 liegen Zahlen vor. Damals lag der Gesamtumsatz des deutschen Sportwetten Marktes bei 7,8 Milliarden Euro. Vor der Corona-Pandemie, im Jahr 2019, waren es sogar schon 9,3 Milliarden Euro – Tendenz steigend.

Was spricht für das Sportwetten Sponsoring in der Bundesliga?

Premier League als Finanz-Primus / Bild: Shutterstock.com

Grundsätzlich sind die Kontra-Argumente stichhaltiger. Doch gibt es aktuell einfach kein Verbot für Fußballvereine sich einen Wettpartner zu sichern. Schlussendlich reden wir von der Bundesliga. Da werden Millionen bewegt – und nicht nur für Spielertransfers. Folglich sind die Clubs nicht nur als Vereine, sondern als kleine Unternehmen zu sehen. Und aus unternehmerischer Sicht gilt es zu versuchen, das bestmögliche Firmenergebnis zu erzielen. Wenn ein Online-Buchmacher also ein gutes Angebot hinterlegt, so wird dieses nicht ausgeschlagen. Rechtlich spricht aktuell nichts gegen ein Sportwetten Sponsoring in der Bundesliga.

Dann ist da die Konkurrenzfähigkeit zu nennen. Solange andere Länder, wie England, das Sponsoring durch Wettanbieter nicht verbieten, wäre die deutsche Bundesliga im Nachteil. Und gerade in Bezug auf die englische Premier League ist das Oberhaus in Deutschland wirtschaftlich ohnehin längst im Hintertreffen. Diesbezüglich können wir gerne auf die aktuelle Runde bei der Champions League schauen. Schon seit dem Achtelfinale ist außer dem FC Bayern München dort nämlich kein Team mehr vorhanden. Dortmund, Wolfsburg und Leipzig verabschiedeten sich aus der Königsklasse schon in der Gruppenphase. Von den vier Spielen im Viertelfinale, werden drei Stück mit englischer Beteiligung ausgespielt. FC Villarreal vs. FC Bayern München ist die einzige Ausnahme.

Sportwetten sind laut Glücksspielstaatsvertrag legal. Werbung ist nicht verboten. Die Pro-Argumente betreffen jedoch in erster Linie das deutsche Recht und die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Während sich die Kontra-Argumente mehr auf den Schutz der Konsumenten beziehen. Generell scheint die Ansicht bei der Glücksspiel-Werbung, sei es auf den Trikots oder im TV, zu kippen. Viele Zuschauer sind gegen diese Art der Werbung und auch gegen ein Sportwetten Sponsoring in der Bundesliga.

Blick ins Ausland: Zumindest in Spanien ist Trikot- und Stadion-Werbung für Wettanbieter untersagt. In Italien ist Sport-Sponsoring durch Buchmacher bereits seit 2018 verboten. In England formieren sich einige Vereine (z.B. Bolton Wanderers) gegen ein Sponsoring durch Sportwetten-Anbieter.

Gehört das Sportwetten Sponsoring in der Bundesliga unterbunden? 1200 1000 2022-03-24 10:43:20 Online-Casino.de

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