Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Geldwäsche in Bitcoin-Casinos: Wie groß ist die Gefahr?

Martin Hill, 22. Januar 2018, Wirtschaft

EU-Richtlinie gegen Geldwäsche (Bildquelle)

Der Bitcoin boomt. Das gilt nicht nur für das Zahlungsmittel selber, sondern auch für eine andere Branche. Denn im Online-Glücksspiel fasst die Kryptowährung immer mehr Fuß. Allerdings soll es eine Schattenseite geben. Durch die fehlende Aufsicht des Staates oder eines Kontrollorgans ist die Gefahr der Geldwäsche omnipräsent. Daher gibt es selbst in Nationen, wo Lizenzen vergeben werden, unterschiedliche Auffassungen zum Bitcoin.

Innerhalb von Deutschland sind die Online-Casinos derzeit in einer Grauzone aktiv. Die Unternehmen berufen sich auf die EU-Lizenz und die Dienstleistungsfreiheit in Europa. Das deutsche Recht wird damit ausgehebelt. Und der Staat selber schaut weg und lässt die Steuereinnahmen aus den Casinos in den Haushalt einfließen. Es scheint wie eine stillschweigende Übereinkunft. Und jetzt kommt der Bitcoin um die Ecke und verkompliziert die Lage weiterhin.

Ohne Aufsicht des Staates: Gefahr der Geldwäsche durch den Bitcoin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat die Kontrolle der Zahlungsdienstleister inne. Daher stand die Behörde auch im Fall der Paradise Papers im Blickpunkt. Schließlich wurden Zahlungen zu den angeblich verbotenen Casinos geleistet. Da es jedoch keine Anweisungen vom Staat gab, diese Transaktionen zu stoppen, bleibt der Weg weiterhin offen. Aber immerhin gibt es ein Aufsichtsorgan. Dieses entfällt jedoch völlig, wenn plötzlich via Bitcoin eingezahlt wird. Die Kryptowährung wäre von keinem Finanzdienstleister kontrolliert. Mit diesem Szenario tut sich die deutsche Glücksspielaufsicht schwer. Und nicht nur in Deutschland verursacht diese Art zu bezahlen Bauchschmerzen. Auch Gibraltar hat seine Bedenken. Dementsprechend soll den Online-Casinos, welche mit einer Lizenz aus Gibraltar agieren, die Aufnahme der Bezahlmethode Bitcoin untersagt bleiben.

Dazu gibt es eine Aussage von Phill Brear in seiner Funktion als Beauftragter zum Glücksspiel von Gibraltar: „Nach unserer Ansicht ist der Bitcoin keine akzeptable Form der Bezahlung in unseren Glücksspielunternehmen.“ Der Beauftragte wurde noch deutlicher und verbindet weiterhin den Bitcoin mit den Schlagworten „Korruption“ und „unehrlicher Transaktion“. Zudem findet ein Verweis auf die Kurssprünge der virtuellen Bezahlmethode statt. Tatsächlich hat sich der Bitcoin, trotz seines Höhenfluges, nicht als stabil erwiesen. Das Zahlungsmittel wird häufiger wie ein Objekt der Spekulation behandelt und weniger wie eine seriöse und überall anerkannte Zahlungsmethode.

Kein Verbot: Obwohl der Glücksspielbeauftragte den Bitcoin im Online-Casino nicht gutheißt, soll kein Verbot erfolgen. Vielmehr soll der eigene Einfluss genutzt werden, um die Unternehmen vor Ort mit Vorgaben den rechten Weg zu weisen.

Niedersächsisches Innenministerium sieht Gefahr der Bitcoin-Geldwäsche

Bitcoins: Zwischen moderner Zahlung und Geldwäsche (Bildquelle)

Deutliche Worte erfolgten aus Deutschland. Vom niedersächsischen Innenministerium ist zu vernehmen, dass eine große Gefahr vom Bitcoin im Online-Casino ausgehe. Vor Ort werden die Zahlungsströme koordiniert. Illegale Transaktionen sind folglich zu stoppen. Die Wirtschaftswoche zitiert das Innenministerium von Niedersachsen folgendermaßen: „Online-Glücksspiel weist generell ein höheres Geldwäscherisiko auf, da schnell und einfach hohe Summen umgesetzt werden können. Je leichter anonym oder mit gefälschten Identitäten aufgetreten werden kann, desto höher ist die Gefahr des Missbrauchs.“ Wer von Deutschland mit dem Bitcoin in ein Glücksspielunternehmen einzahlt, macht sich zudem strafbar. Denn laut Geldwäschegesetz dürfen nur zugelassene Zahlungsmittel in Deutschland Anwendung finden. Der Bitcoin gehört nicht dazu.

Umgekehrt wird bei den Bitcoin Casinos damit geworben, dass die Datenübertragung absolut sicher ist und dass keine Kontodetails übertragen werden. Es ist weiterhin von erhöhten Standards in Bezug auf die Sicherheit die Rede. Selbst Datenspionage soll so gut wie unmöglich sein. Diese Vorteile schüren die Angst vor der Geldwäsche weiterhin. Anonymität mag den Spielern ein Gefühl der Sicherheit geben. Für den Staat geht dadurch jedoch die Kontrolle verloren. Da Casinos mit diesen Vorteilen scheinbar punkten können, haben einige Glücksspielunternehmen den Bitcoin in die Riege ihrer Bezahlmethoden aufgenommen.

Bitcoin als zweischneidiges Schwert: Die Vorteile des Bitcoins aus Spielersicht, sind gleichzeitig Nachteile für den Staat. Die Anonymität der Kunden und schwer zurückzuverfolgende Daten erhöhen die Skepsis gegenüber den Bitcoin. Denn die Gefahr der Geldwäsche klingt sogar in den Vorzügen an.

Lottoland wirbt mit Bitcoin-Lotterie

Mit dem Glücksspielunternehmen Lottoland kommt eine weitere Komponente ins Spiel. Denn das Unternehmen ist in Gibraltar lizenziert und wirbt in Deutschland. Auf der Homepage heißt es: „Für nur 3,50 € kannst du mitspielen“ und „Beste Chancen: Jeder siebte Tipp gewinnt.“ Aktuell steht der Jackpot bei 1.310 Bitcoins, was einem Gegenwert von über 13,5 Millionen Euro entspricht. Wie bereits angeklungen verbietet Gibraltar den Bitcoin nicht, unterstützt die Kryptowährung aber auch nicht. Dennoch findet bereits seit Dezember die Bitcoin-Lotterie statt. Sechs Zahlen werden gezogen. Der Gewinner wird in Bitcoin bezahlt. Der Euro-Wert richtet sich nach dem aktuellen Kurs. Das Lotto-Spiel bleibt auch deshalb erhalten, weil nur die Auszahlung in Bitcoin stattfindet und nicht der gesamte Zahlungsprozess.

In Deutschland ist Lottoland seit längerem in der Werbung präsent. Zwar wird nicht gesondert für diese Form der Lottorie geworben. Dennoch lockt das Unternehmen durch sein Marketing deutsche Kunden auf die Homepage, wo eine Gewinnauszahlung in Bitcoins möglich ist. Bislang scheinen die Staaten mit dem Bitcoin noch ein wenig überfordert. Die Gesetzgebung hält mit der Entwicklung aktuell nicht Schritt.

Hat der Bitcoin Zukunft? Finanzexperten sehen in der Zahlungsmethode mehr ein Spekulationsobjekt, als eine seriöse Methode Überweisungen durchzuführen. Ist der Bitcoin also nur ein langanhaltendes Strohfeuer? Die Zeit wird es zeigen. Die Gefahr der Geldwäsche ist zumindest nur schwer von der Hand zu weisen.

Geldwäsche in Bitcoin-Casinos: Wie groß ist die Gefahr? 300 250 2018-01-22 18:05:58 Online-Casino.de

Weitere Casino News