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Glücksspiel am Telefon kostet den Job

Martin Hill, 17. September 2015, Sport & Spiel

Als Arbeitnehmer besteht ein Vertrag mit dem Unternehmen. Es wird Arbeitsleistung für Bezahlung geboten. Natürlich soll die Firma dabei nicht bestohlen werden. Diesen Eindruck hatte ein Chef jedoch, als er herausfand, dass eine Mitarbeiterin während der Arbeitszeit Glücksspielanrufe getätigt hatte.

Die Folge war die fristlose Kündigung. So eindeutig, wie die Sachlage vom Firmenchef vermutet war, sahen die Richter das Vergehen der Frau gar nicht. Und zumindest die Gesetzgebung war froh, dass es durch die Anrufe nicht tatsächlich zum Gewinnfall gekommen ist.

Kündigung statt Jackpot

26.000 Euro standen im Jackpot beim Radiogewinnspiel „Das geheimnisvolle Geräusch“. Im ganzen Land ist dieses Spiel beliebt und bekannt. Häufig läuft der Sound über Wochen im Radio und wir mit immer mehr Tipps versehen. Irgendwann kommt jemand mit der richtigen Antwort durch. Und dieser jemand wollte die Frau aus dem besagten Unternehmen sein.

Sie wählte die Nummer des Radiosenders nicht einmal, sondern gleich 37-Mal hintereinander. Dafür wurde nicht etwa das Handy, sondern das Telefon im Büro genutzt. Ihr Anwalt teilte später mit, dass seine Mandantin nicht über die Folge nachgedacht hatte. Private Anrufe wurden vom Vorgesetzten toleriert. Dass für das Glücksspiel Kosten anfallen würden, hatte die Frau ausgeblendet.

Die Beschuldigte räumte mit einem Tag Verzögerung ein die Anrufe bei der Glücksspiel-Hotline getätigt zu haben. Daraufhin wurde sie fristlos gekündigt.

Gerichtsentscheid: Fristlos zu hart

Eine Regelung für Privattelefonate am Arbeitsplatz war nicht gegeben, wie der Richter später ausführte. Dies bezieht sich nicht nur auf die Anrufe selber, sondern auch auf den Umfang dieser Telefonate. Dieser Punkt wurde der Angeklagten gutgeschrieben. Damit konnte das Vergehen nicht mit Diebstahl gleichgesetzt werden.

Diese Auffassung hat der Chef des Unternehmens vertreten. Es handelt sich hierbei übrigens nicht um einen Einzelfall. Bei einem Anruf wäre die fristlose Kündigung zu hart. Bei 1.000 Anrufen, so bereits in Leipzig geschehen, war sie rechtens. Der aktuelle Fall mit 37 Durchwahlen pendelte sich im Mittelfeld ein.

Die Mitarbeiterin wollte die aufgelaufenen Kosten in Höhe von 18,50 Euro begleichen. Dieser zog jedoch die Kündigung vor. Das Gericht machte deutlich, dass kostenpflichtige Gewinnspiel-Anrufe auch von der Duldung von Privatanrufen ausgeschlossen sind. Der Pflichtverstoß, welche eingeräumt wurde und finanzielle Entschädigung geboten wurde, hat die fristlose Kündigung nicht gerechtfertigt.

Eine gewöhnliche Kündigung wäre das richtige Mittel gewesen. Die Angeklagte war erst einen Monat im Unternehmen und hätte ihre Kündigungsfrist schnell erreicht. Froh war der Richtiger hingegen, dass der Jackpot nicht geknackt wurde. Ansonsten wäre noch strittig gewesen, wem der Hauptgewinn zusteht.

Glücksspiel am Telefon kostet den Job 300 200 2016-09-05 16:15:07 Online-Casino.de

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