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Glücksspiel: Universität Bremen forscht zur Suchtprävention

Martin Hill, 11. Juli 2018, Sport & Spiel

Der Glücksspielsucht auf den Fersen (Bildquelle)

Suchtprävention im Glücksspiel ist ein Anliegen, dem sich Politiker in Deutschland schon länger verschrieben haben. Daher bekam die Universität Bremen einen Forschungsauftrag. Das Ziel lautete Vorschläge zu unterbreiten, wie die Glücksspielsucht effektiv bekämpft werden kann. Prävention, also das Vorbeugen einer Spielsucht, wurde als das wirkungsvollste Instrument ermittelt. Da stellt sich natürlich folgende Frage: Wie lassen sich Spieler vom exzessiven Glücksspiel abhalten?

Positiv hervorzuheben ist, dass die Studie der Universität Bremen Glücksspiele nicht verteufelt. Das Spielen um Geld wird durchaus als Freizeitbeschäftigung erkannt. Daher drehen sich die Vorschläge darum, wie das Spielverhalten der Kunden zu kontrollieren ist. Auftraggeber der Bremer Uni ist das Bundesland Hessen. Nachfolgend möchten wir uns mit den Erkenntnissen der Studie und der Notwendigkeit von Suchtprävention im Glücksspiel beschäftigen.

Hessen setzt sich beim Glücksspiel für Suchtprävention ein

Beim Glücksspiel wird sich in den kommenden Monaten und Jahren etwas tun. Hier sind sich die Experten einig. Noch immer gibt es eine große Lücke zwischen dem deutschen Recht und der europäischen Dienstleistungsfreiheit. Diese gilt es zu schließen. Dabei sind die wirtschaftlichen Interessen der Anbieter, des Staates und natürlich die Bedürfnisse der Kunden zu berücksichtigen. Zu letzteren gehört definitiv der Faktor Suchtprävention. Einerseits ist Glücksspiel ein interessantes Hobby. Andererseits kann eine Spielsucht das Leben des Betroffenen und seiner Familie ins Chaos stürzen. Die Grünen verweisen auf die vom Land Hessen in Auftrag gegebene Studie, um einen Fortschritt zu dokumentieren. Die Untersuchung ist mit 400.000 Euro zu Buche geschlagen. Eine Zahl die sich, sollten die Suchterkrankungen zurückgehen, gelohnt hat. Auftraggeber war das Hessische Ministerium für Soziales und Integration, in Absprache mit den Ministerien für Inneres und Sport, sowie Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

Prof. Dr. Gerhard Meyer vom Institut für Psychologie und Kognitionsforschung hat die Studie durchgeführt. Hessen ist der Ausgangspunkt. Daher wurde das Verfahren OASIS näher beleuchtet. Es handelt sich um ein System zum Spielerschutz, wo sich die Betroffenen selber sperren können. Damit bleibt ihnen der Einlass in die Spielhallen des Landes Hessen verwehrt. Laut einer Umfrage bestätigten die Befragten, dass sie dadurch ihr Spielverhalten heruntergefahren haben. Trotzdem sollen weitere Personalschulungen stattfinden, sagt Jürgen Frömmrich als innenpolitischer Sprecher vom Bündnis 90/Die Grünen. Weiterhin wird darauf verwiesen, dass Hessen jetzt einen Beitrag geleistet hat. Die anderen Bundesländer müssen hier noch nachbessern. Denn selbst wer in Hessen gesperrt ist, könnte in Nordrhein-Westfalen weiterhin eine Spielhalle besuchen.

Positive Entwicklung: Tatsächlich sieht die Universität Bremen bei der Suchtprävention durch OASIS einen guten Trend. Es wurde praktisch bestätigt, dass so effektiv Spielerschutz zu betreiben ist. Die Grünen fordern weiterhin einen europarechtskonformen Glücksspielstaatsvertrag. Damit wären freilich weitreichendere Änderungen möglich.

Das Spielsperrsystem OASIS in Hessen: Ein Überblick in Zahlen!

Einlass verwehrt: Selbstsperrer in Hessen (Bildquelle)

Die Studie bricht für OASIS eine Lanze. Grund genug, sich die Erfolge des Systems einmal näher anzuschauen. Zunächst ist Hessen in Deutschland das erste Bundesland, welches ein einheitliches Sperrsystem eingeführt hat. Schon seit 2014 sind die Spielhallen mit dieser Maßnahme der Suchtprävention ausgestattet. Zu 99 Prozent haben die Betroffenen selber reagiert und sich durch das System sperren lassen. Nur zur einem Prozent haben die Angestellten der Spielhalle die Sperre in die Wege geleitet. Inzwischen sind es bereits 16.300 Spieler, die OASIS erfasst hat. Sollten sich diese Zugang verschaffen wollen, so findet eine Online-Abfrage statt. Ihr Status wird als gesperrt angezeigt und der Zutritt bleibt ihnen verwehrt.

Auch die gesperrten Spieler wurden befragt und haben das Konzept zur Suchtprävention größtenteils als positiv empfunden. Gesperrte Kunden sind zu 88 Prozent männlichen Geschlechtes und weisen zu 47 Prozent einen Migrationshintergrund auf. Es gibt übrigens einen Grund, warum weitere Schulungsmaßnahmen für das Personal der Glücksspielbetriebe nahegelegt werden. Denn in Einzelfällen kam es vor, dass auch gesperrten Kunden der Zugang vom Personal gewährt wurde. Ein Test hat ergeben, dass vier von fünf Personen kontrolliert wurden. Zu einem Drittel konnten die Testpersonen dennoch spielen.

Automatenspiel im Fokus: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Geldspielautomaten das höchste Suchtpotential unter den Glücksspielen vorweisen.

Wo sieht die Universität Bremen noch Nachholbedarf?

Allerdings bestehen die Studienergebnisse nicht nur aus Lobhudelei zum System in Hessen. Auch hier wurde Bedarf erkannt, Nachbesserungen vorzunehmen. Wobei zumindest bestätigt wurde, dass die Maßnahmen zur Suchtprävention besser greifen, wenn sie innerhalb des ganzen Landes Anwendung finden. Ein konkreter Vorschlag aus der Studie lautet, dass jeder Spieler seine persönliche Spielerkarte bekommen soll. Diese wäre vor Beginn eines Glücksspiels beispielsweise in den jeweiligen Automaten einzustecken. Das Gerät müsste folglich auslesen können, ob der Kunde sich hat sperren lassen. Weiterhin könnten auf dieser Karte sogar Limits festgelegt sein. Diese würden den Höchsteinsatz, ein Verlustlimit oder sogar eine maximale Spieldauer umfassen. Entsprechende Limitierungen könnten folglich nicht mehr überschritten werden.

Eine weitere Problemstellung gilt es anzugehen. Denn während in den Spielhallen Einlasskontrollen durchgeführt werden, dürfen gastronomische Betriebe einige Automaten aufstellen. Dort findet jedoch keine Kontrolle statt. Dies betrifft technische Maßnahmen ebenso wie geschultes Personal. Beides ist im Schnellimbiss um die Ecke, wo bis zu drei Geräte aufgestellt werden dürfen, nicht vorzufinden. Hier sieht die Studie Bedarf zur Nachbesserung. Tatsächlich ist sogar von einem Verbot für gastronomische Betriebe die Rede.

Überarbeitung des Glücksspielstaatsvertrages: Hier streben die Grünen weiterhin eine Aufhebung der willkürlichen Anzahl von Konzessionen, die Einführung von Verlustlimits und das Aufheben von Einsatzlimits an. Eine gemeinsame Glücksspielaufsicht ist ein weiteres Ziel.

Glücksspiel: Universität Bremen forscht zur Suchtprävention 1200 1000 2018-07-11 16:27:23 Online-Casino.de

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