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GSA setzt neue EU-Standards für Wetten und Online-Casinos

Dieter Maroshi, 21. Januar 2019, Technik

Glücksspiel in Deutschland und Europa (Bildquelle)

Die Gaming Standards Association (GSA) hat vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) den Auftrag erhalten, neue Standards hinsichtlich der Berichterstattung im europäischen Online-Gaming zu erstellen. Denn noch bevor die Kunden eines Glücksspielanbieters in Europa ihre Einsätze legen können, muss der Veranstalter erst diverse Überprüfungen über sich ergehen lassen. Oberflächlich betrachtet setzen die Regulierungsbehörden der jeweiligen Länder hier die Maßstäbe. Dass viele hierbei auf die Berichte des Europäischen Komitees für Normung zurückgreifen, fällt bei der Betrachtung meist unter den Tisch. Jetzt steht eine Überarbeitung hinsichtlich der Sportwetten und Online-Casinos an.

Tatsächlich ist dieser Schritt schon lange überfällig. Denn die Regeln hinsichtlich des Online-Gamings sind häufig schwammig formuliert. Deutschland ist das beste Beispiel. Hier sind Online-Casinos nach deutschem Recht sogar verboten. Sie werden dennoch toleriert, weil ein Konflikt mit der EU-Dienstleistungsfreiheit besteht. Ähnlich verhält es sich mit den Sportwetten, die zwar grundsätzlich per Gesetz geregelt sind, wo die Anbieter aber größtenteils ohne Lizenz für Deutschland, wohl aber für die EU, agieren.

Online-Casinos und Sportwetten: So finden die Daten der Behörden Anwendung

Bei genauerer Betrachtung lässt sich feststellen, dass das Europäische Komitee für Normung bereits vor längerer Zeit das Arbeitsgremium CEN/TC 456 ins Leben gerufen hat. Seine Aufgabe ist die Schaffung von einheitlichen Standards im Glücksspiel. Es geht jedoch nicht darum, die Regeln für jedes Land der EU eigens festzulegen. Vielmehr soll ein Rahmen geschaffen werden, der in ganz Europa Anwendung findet. Das Ziel ist, Daten der Glücksspielanbieter im World Wide Web zu erheben. Die Regulierungsbehörden der einzelnen Länder erhalten schließlich Zugriff auf diese Sammlung. Mit dieser Einsicht soll die Entscheidung ermöglicht werden, ob ein bestimmter Buchmacher oder ein konkretes Online-Casinos im jeweiligen Land mit einer Lizenz auszustatten ist. Doch besteht für die Nationen in Europa keine Pflicht auf diese Daten zurückzugreifen. Die GSA ist erst seit 2017 Mitglied des Gremiums zur Erstellung der Glücksspiel-Normen.

Die Berichterstattung zu verbessern wurde kürzlich als Ziel ausgerufen. Dieses Vorhaben könnte einige Vorteile mit sich bringen. Für die Länder wäre eine Verbesserung der Standards, die bestenfalls EU weit zur Anwendung kommen, hilfreich. Kunden der Glücksspielunternehmen könnten mit größerer Sicherheit ihrem Hobby nachgehen, da entsprechende Regeln ebenso den Spieler- und Jugendschutz betreffen. Nicht zuletzt profitieren die Buchmacher und Online-Casinos selber. Denn solange alle Nationen eigene Daten erheben, um Konzessionen vergeben zu können, sind immer wieder neue Anforderungen zu erfüllen. Eine leitende Rolle bei der Ausarbeitung der EU-Standards übernimmt GSA-Geschäftsführer Mark Pace, der sich sichtlich über diese Aufgabe freut: „Als Co-Projekt-Leiter des Technischen Komitees gewählt zu werden, ist eine große Ehre. Ich bin sehr dankbar für die Stimmen so vieler Mitgliedsstaaten und werde ernsthaft daran arbeiten, eine technische Lösung zu liefern, von der die Aufsichtsbehörden und die Anbieter von Online-Glücksspielen profitieren werden.

Standard-Datensatz: Die Übermittlung bestimmter Kerndaten an die Aufsichtsbehörden, würde die Arbeit von allen Parteien erleichtern.

Welche Aufgabe übernimmt die GSA bei der Ausarbeitung?

EU-Daten helfen bei Lizenzierung (Bildquelle)

Als Mitglied des Komitees ist die GSA dafür zuständig, insbesondere technische Lösungen voranzubringen. Darin inbegriffen sind die Bereitstellung eines Reporting Interface und ein „Regulatory Data Set“. Letzteres kann als Verzeichnis angesehen werden. Darin sollen sämtliche Daten enthalten sein, welche zu erheben sind. Das Interface selber ist die Benutzeroberfläche, welche in regelmäßigen Abständen zu erneuern ist. Die Aufsichtsbehörden der Länder sollen dabei auf drei unterschiedliche Arten von Daten-Sets zugreifen können. Einmal handelt es sich um Echtzeit-Berichte, welche die aktuellsten Daten ausliefern. Weiterhin ist von „Fast-Echtzeit-Berichten“ die Rede, wo die Sammlung nur leicht dem tatsächlichen Geschehen hinterherhinkt. Zuletzt gibt es Berichte in größeren Abständen, die vermutlich in Bereichen zum Einsatz kommen, wo nicht stetig mit Änderungen zu rechnen ist.

Der Präsident der GSA, Peter DeRaedt, verspürt durch die Teilnahme am Komitee eine Anerkennung der eigenen Leistungen: „Der Beitritt zum CEN-Komitee TS 456 als verbindende Organisation und danach die Wahl als Geschäftsführer der GSA Europa aufgrund seiner Bemühungen ist eine bedeutende Honorierung der über 20-jährigen Verpflichtung der GSA, Standards für die Gaming-Branche zu schaffen.“ DaRaedt spricht weiterhin von Erfolgen, die bereits umgesetzt wurden. Dazu zählt beispielhaft die kürzlich erfolgte Partnerschaft mit BlockRe, einem Unternehmen welches die Blockchain-Technologie und seine Risiken bewertet.

Bitcoin als Zahlungsmethode: Diese Art zu bezahlen könnte sich in den kommenden Jahren in Online-Casinos durchsetzen. Daher ist es von Vorteil, dass die GSA mit diesem Konzept bereits Erfahrungen gesammelt hat und vermutlich sogar ein eigenes Gremium für die Blockchain auf die Beine stellt.

Wird das europäische Glücksspiel mit neuen EU-Standards durchsichtiger?

Auch in der Vergangenheit gab es Bemühungen, das Glücksspiel in Europa an Standards anzupassen. Deutschland steht vermutlich, sofern die Überarbeitung des Glücksspielgesetzes in diese Richtung voranschreitet, vor weiteren Lizenzvergaben. Aktuell laufen die einzigen Konzessionen, vergeben vom Bundesland Schleswig-Holstein, nach und nach aus. Könnte die hierzulande einzurichtende Regulierungsbehörde auf die EU-Standards zurückgreifen, welche die Glücksspielunternehmen ausgeben müssten, würde Arbeit eingespart werden. Lizenzen würden schneller vergeben und Sportwetten und Online-Casinos bräuchten diverse Informationen nicht an diverse Länder separat zu verteilen. Zumindest für die Regulierung und die Anbieter wäre der Prozess daher durchsichtiger.

GSA setzt neue EU-Standards für Wetten und Online-Casinos 1200 1000 2019-01-21 15:57:31 Online-Casino.de

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