Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Ladbrokes verleitet Highroller zu folgeschweren Wetten

Ralf Schneider, 19. Dezember 2018, Sport & Spiel

Sportwetten: Grenzenlos über das Web zu platzieren (Bildquelle)

Ladbrokes ist einer der größten Buchmacher im United Kingdom (UK). Kürzlich wurde ein Fall publik, wo ein Spieler täglich bis zu 66.000 Euro in Sportwetten investierte. Um sein Hobby zu finanzieren, stahl er das Geld. Bedenklich ist hierbei jedoch das Vorgehen des Wettanbieters. Denn der Kunde wurde mit speziellen Angeboten gelockt. Problematisch wurde es für Ladbrokes als fünf der Geschädigten sich beim Unternehmen beschwerten. Eine Millionenzahlung sollte die Wogen glätten. Doch auch dieses Vorgehen ist wohl nicht ganz sauber.

Ein Highroller, so könnte der Spieler aus Dubai bezeichnet werden. Im Casino oder auch bei den Sportwetten werden so die Kunden bezeichnet, welche regelmäßig hohe Beträge einsetzen. Sie machen einen nicht unbeträchtlichen Teil der Einkünfte aus. Daher ist es aus Sicht der Buchmacher nur logisch, sich diese Spieler gewogen zu halten. Doch die eigene Wette auf das Schweigen der Geschädigten, die hat Ladbrokes verloren.

Ladbrokes lockt Spieler mit Fußball-Karten der Premier League

Wenn jemand täglich bis zu 60.000 britische Pfund beim Spielen einsetzt, dann muss dieser Kunde über sehr viel Geld verfügen. Und wer das nötige Kleingeld nicht besitzt, der stiehlt es. So ist zumindest ein Wett-Fan aus Dubai vorgegangen. Seinen Kunden stahl er das nötige Guthaben, um seine Sportwetten platzieren zu können. Der Buchmacher scheint seine finanzstärksten Kunden mit Anreizen bei der Stange halten zu wollen. So wurde, aufgedeckt vom Guardian, öffentlich, dass dem Kunden Business-Class-Reisen von Dubai nach London ermöglicht worden sind. Inbegriffen waren Tickets zwischen Arsenal und Tottenham. Allein der Flug kostet über 2.000 britische Pfund und da sind die Eintrittskarten zum Derby noch nicht inbegriffen. Auch zu Partien des FC Arsenal war der Premium-Kunde geladen. Und einen Boxkampf zwischen Floyd Mayweather und Marcos Maidana bekam er ebenfalls spendiert. Geschenkte zu Weihnachten und zum Geburtstag gehören ebenso zum Programm, um für die Highroller zu sorgen.

Selbst nachdem der Kunde seit Wochen und Monaten keinen Einsatz mehr getätigt hatte, wurden ihm weiter Gratifikationen zugesagt. Der Spieler hat sich seinem Kundenberater beim Buchmacher anvertraut. Er glaubte ein Problem mit dem Spielen zu haben. Die ausbleibenden Einsätze waren also auf eine selbsterlegte Spielpause zurückzuführen. Allerdings kann dieses Gespräch über die vermeintliche Sucht nicht nachgewiesen werden. Dennoch gibt das Verhalten des Wettanbieters Fragen auf. So hätte beispielsweise geprüft werden müssen, aus welcher Quelle die Einsätze stammen. Dies ist regulatorisch nötig, um Geldwäsche auszuschließen. Hinsichtlich des Falls hat Ladbrokes mit seinem Kunden eine Vereinbarung getroffen, zu der sich der Spieler selbst geäußert hat: „Zu allem Überfluss machte Ladbrokes mich zum Teil eines Deals, an dem ich nicht teilnehmen wollte. Für die Unterschrift musste ich meine Reha verlassen. Dabei habe ich nie nach einem Cent gefragt oder erhalten. Ich habe mein Zuhause, meine Familie und mein Unternehmen wegen des Spielens verloren.“

Anonymer Spielsüchtiger: Der ehemalige Premium-Kunde möchte, um seine Familie zu schützen, seinen Namen nicht preisgeben.

Ladbrokes kauft sich das Schweigen der Geschädigten für 1 Millionen Pfund

Glücksspiel Aufsicht in U.K.  – gamblingcommission.gov.uk

Die eigenen Kunden hofieren, damit diese dem Unternehmen treu bleiben, ist die eine Sache. Doch die Geschädigten, in diesem Fall die Bestohlenen, zu bestechen, das steht auf einem anderen Blatt Papier. Und damit wird sich voraussichtlich die Gambling Commission in Großbritannien beschäftigen. Tatsächlich wurde eine Zahlung von 975.000 britischen Pfund, was einer Summe von 1,1 Millionen Euro entspricht, zugesagt. Als Gegenleistung sollte das Schweigen erkauft werden. Trotzdem hat The Guardian die Vergleichsvereinbarung zu Gesicht bekommen. Bestandteil des Deals war ein Verzicht, der Regulierungsbehörde über diesen Vorfall Bescheid zu geben. Doch eigentlich hätte Ladbrokes selber die Gambling Commission verständigen müssen. Dazu sind sie in sämtlichen Streitfragen verpflichtet.

Für gewöhnlich gibt die britische Glücksspielregulierung keine Kommentare zu Einzelfällen ab. In diesem Fall wurde jedoch eine Ausnahme gemacht: „Wir haben klare Erwartungen an die lizenzierten Unternehmen. Wir erwarten von ihnen eine offene und kooperative Zusammenarbeit mit uns. Darin inbegriffen sind sämtliche Informationen, die wir erwartungsgemäß erfahren wollen.“ Worauf sich Ladbrokes jetzt einstellen muss, bleibt abzuwarten. Die 888 Holdings bekamen im Jahr 2017 von der Glücksspielaufsicht eine Strafe in Höhe von 8,4 Millionen Euro aufgebrummt. Das Fehlverhalten war ähnlich. Es lag ein Versäumnis bei Kunden vor, die sich haben sperren lassen. Außerdem wurde bei Spielern mit auffälligem Spielverhalten nicht genug hingeschaut. In diese Kerbe schlägt auch der Spielsüchtige aus dem Fall mit Ladbrokes: „Das Erschreckende ist, dass die Zunahme von Zeit und Geld, welches ich in Glücksspiel investiert habe, sehr groß gewesen ist. Ich kann nicht glauben, dass es nicht bemerkt und kontrolliert wurde. Man hätte mir Fragen stellen müssen.“

Er selbst hat die unterzeichnete Vereinbarung mit dem Buchmacher gebrochen. Dadurch kam der Fall ans Licht der Öffentlichkeit. Und genau aus diesem Grund, weil ein öffentliches Interesse am Vorgehen von Ladbrokes vorliegt, hat der Spieler diesen Schritt gewagt. Er sagt selber, dass er darauf hofft, dass einige der Opfer ihr Geld vollständig zurückerhalten.

In Behandlung: Der Süchtige hält sich noch immer in der Gordon Moody Association auf und wird dort wegen seiner Spielsucht behandelt.

Ladbrokes verleitet Highroller zu folgeschweren Wetten 300 250 2018-12-19 11:57:06 Online-Casino.de

Weitere Casino News