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Liebäugelt Novomatic mit einem Rückzug aus Österreich?

Christian Webber, 29. November 2019, Wirtschaft

Novomatic Forum in Wien / Shutterstock.com

Novomatic ist in Österreich verwurzelt. Der Firmensitz steht in Gumpoldskirchen. Und die gute Nachricht vorweg: Dort soll er auch bleiben. Dennoch hat es in den letzten Tagen Gerüchte gegeben. Denn der österreichische Glücksspielkonzern soll insbesondere von dem Gebaren der Casinos Austria die Nase voll haben. Dort sind sie jedoch mit 17 Prozent beteiligt. Hier gibt es natürlich die Möglichkeit, diese Anteile abzustoßen. Selbst eine weitere Loslösung von Österreich ist denkbar. Doch bislang basieren diese Gerüchte einzig auf einer Meldung des „Kurier“, welcher von Signalen von Mitbewerbern aus der Glücksspielbranche spricht.

Dass diese Spekulationen überhaupt aufgegriffen werden, hat natürlich einen Grund. Einmal ist die Affäre rund um die Casinos Austria gemeint. Gemeint sind die Vorwürfe Peter Sidlo zum Finanzvorstand zu wählen und im Gegenzug Vergünstigungen zu erhalten. In Österreich ist sogar schon von der Causa Casinos die Rede. Inbegriffen ist ein ganzer Rattenschwanz von Verflechtungen zwischen Casinos Austria, Novomatic und der Politik.

Welche Argumente sprechen für einen Österreich-Rückzug von Novomatic?

„Wir haben uns das anders vorgestellt, als wir die Casinos Anteile gekauft haben“, wird Harald Neumann in seiner Rolle als Boss bei Novomatic zitiert. Bezüglich konkreter Pläne hat der CEO gegenüber dem Kurier keine Angaben machen wollen. Dies befeuert die Spekulationen natürlich weiter. Doch nüchtern betrachtet gibt es keine klare Aussage, welche einen Rückzug aus Österreich zum Gegenstand macht. Pressesprecher Bernhard Krumpel von Novomatic legte gegenüber der APA offen, dass Spekulationen nicht kommentiert werden. Der Kurier, wo die Gerüchte überhaupt erst entstanden sind, will jedoch wissen, dass zumindest die Zentrale des Konzerns in Gumpoldskirchen verbleiben soll. Ein Weggang des Konzerns wäre für Österreich ein schwerer Schlag. Denn das Unternehmen gehört zu den größten Arbeitgebern und bringt dem Staat demzufolge auch entsprechend Steuern ein.

Das Wort „Rückzug“ muss jedoch ausgelegt werden. Wo könnte sich Novomatic zurückziehen? Der Kurier spricht von dem Automaten-Glücksspiel und den Sportwetten. Beides wäre in der Admiral-Gruppe vereint. Der Standard berichtet, wie aus dem Umfeld der Konkurrenz zu vernehmen ist, dass „es Konsequenzen geben“ soll. Diese sollen „in den nächsten Wochen diskutiert“ werden. Doch bezüglich Admiral gab es am vergangenen Mittwoch schon eine offizielle Aussage: „Ein Rückzug von Admiral steht nicht zur Debatte“, heißt es. Weiterhin wird ausgeführt, dass das aktuelle Geschäftsjahr 2019 sehr gut verläuft und dass von den  Teilbereichen Sportwetten und Automaten in den folgenden Jahren weiterhin eine positive Entwicklung erwartet wird. Tatsächlich steht dem Wettgeschäft das Jahr 2020 mit einer Europameisterschaft bevor.

Gerüchte und Spekulationen: In der Causa Casinos ist noch viel Aufklärung zu betreiben. Auch Novomatic wird sich in den kommenden Wochen sicherlich zum aktuellen Stand der Dinge zu Wort melden.

Verkauft Novomatic seine 17 Prozent Anteile an Sazka?

Glücksspiel-Affäre in Österreich / Shutterstock.com

Selbst wenn Novomatic mit seinem eigenen Geschäft in Österreich bleibt. Es wäre nicht das erste Gerücht – gemeint ist der Rückzug – welches ein Körnchen Wahrheit enthält. Dass die Vorstellungen von Chef Neumann bezüglich der Casinos Austria von der Realität abweichen, hat der starke Mann an der Spitze deutlich gemacht. Eventuell wird also mit einer Veräußerung der Casinos-Anteile geliebäugelt. Denn hier ist Novomatic mit 17 Prozentpunkten beteiligt. Die Sazka-Gruppe ist seit dem 15. Januar 2018 mit 34 Prozent beteiligt. Es halten sich Gerüchte, dass die Übernahme von Anteilen Novomatic und vom Bankhaus Schelhammer & Schattera für die Zukunft beschlossen ist.

Doch Novomatic dementierte diese Gerüchte jedoch vor gut 1,5 Jahren. Doch in der Zwischenzeit ist einiges vorgefallen. Eventuell überdenken die Österreicher ihre Beteiligung aktuell. Die Sazka-Gruppe hat bestimmt Interesse. Schon damals war die Aufstockung im Gespräch, womit die Tschechen auf bis zu 61 Prozentpunkte der CASAG Anteile gekommen wären. Allerdings sind es auch hier ebenfalls nur Gerüchte, die aus einer Aussage von Novomatic-Chef Neumann abgeleitet und mit nicht näher definierten Quellen aus dem Umfeld von Novomatic abgeleitet werden. Die Sazka-Gruppe äußerte sich folgendermaßen: „Wir glauben fest daran, dass sich die beiden größten Aktionäre Sazka und ÖBAG mit zusammen 71 Prozent rasch gemeinsam auf das Wohl des Unternehmens verständigen sollten.“

Sazka fordert Wandel in der Personalstruktur: Der Aktionär würde gerne einen Personalwechsel in Positionen sehen, wo die aktuell handelnden Personen an Hintergrunddeals beteiligt waren.

Wie geht es für Novomatic 2020 weiter?

Was aktuell passiert, ist völlig offen. Es hat wenig Sinn die Spekulationen weiter anzuheizen. Erst muss die Causa Casinos vollständig aufgeklärt werden. Es ist im Rahmen der Möglichkeiten, dass Novomatic die Aktien der CASAG abstößt, um sich vom gesamten Druck in dieser Affäre zu befreien. Gibt das Unternehmen aus Niederösterreich seine Anteile an Sazka ab, so steht weiteres Kapital zum Investieren bereit. Dieses könnte zum Beispiel in die Tochter „Novomatic Americas Holdings Inc. gesteckt werden. Dabei handelt es sich um die Beteiligung in Amerika. Denn auf den Markt in den USA, der im Glücksspiel-Bereich mit über 100 Milliarden Euro beziffert wird, entbrennt aktuell ein starker Wettbewerb. Novomatic betreibt Standorte in mehr als 50 Ländern und bringt seine Dienstleistungen und Produkte sogar in 75 Nationen ein.

Liebäugelt Novomatic mit einem Rückzug aus Österreich? 1200 1000 2019-11-29 08:40:26 Online-Casino.de

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