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Marktaufsicht billigt Fusion von Evoluton Gaming mit NetEnt

Martin Hill, 25. November 2020, Wirtschaft

Quelle: Evolution Gaming

Zwei Riesen der Casino-Branche schließen sich zusammen. Die Planungen diesbezüglich laufen schon mindestens seit dem Sommer 2020. Doch erst jetzt scheint dem Zusammenschluss nix mehr im Wege zu stehen. Denn die Markthüter legten vorerst ein Veto ein. Gemeint ist die Aufsicht aus Großbritannien – die „Competition and Markets Authority“ (CMA). Bei den Unternehmen Evolution Gaming und NetEnt handelt es sich um Software-Schmieden. Beide Firmen beliefern gewissermaßen die Online-Casinos mit Spielautomaten und Live-Games. Künftig soll dieser Weg also gemeinsam fortgesetzt werden.

Doch wo lag bezüglich der Fusion überhaupt das Problem? Warum hat sich die CMA bei diesem möglichen Zusammenschluss eingemischt? Und ist der Deal jetzt durch? Insbesondere Casino-Fans beobachten die Entwicklung bei diesen beiden Entwicklern ganz genau. Wer obendrein noch Aktien von einem der Unternehmen besitzt, der hat erst recht ein Auge auf die Zukunft. Doch zunächst wollen wir mal einen Blick darauf werfen, warum der Deal jetzt über mehrere Monate blockiert wurde – und in diesem Sinne natürlich auch, weshalb die Marktaufsicht jetzt die Freigabe gegeben hat.

Warum prüften die Markthüter die Fusion von Evolution und NetEnt?

Wann greifen die Wettbewerbshüter ein? Normalerweise ist ein Einschreiten dann geplant, wenn eine Art Monopolstellung mit dem Zusammenschluss in Kraft treten würde. Doch bei NetEnt und Evolution Gaming ist es wahrlich nicht so, dass es sich um die einzigen Software-Anbieter für Online-Casinos handelt. Da wären mit iSoftbet, Microgaming, Playson, Play´n Go, Yggdrasil und Co noch viele weitere Namen auf dem Markt. Allerdings teilen sich NetEnt und Evolution Gaming einen ganz konkreten Teilabschnitt innerhalb der virtuellen Spielbanken. Gemeint sin die Live-Casinos, welche im Grunde genommen fast immer mit einer Software einer der beiden Anbieter ausgestattet ist. Daher hat die CMA eine ausführliche Prüfung durchgeführt. Letztlich kamen die Verantwortlichen wohl zu dem Schluss das der Wettbewerb auf dem Markt auch nach einer Fusion noch groß genug ist.

Übrigens ist es so, dass Evolution Gaming hier NetEnt übernimmt. Doch wo liegen die Vorteile einer Übernahme? Einmal ist dann die glasklare Marktführerschaft im Teilbereich der Live-Casinos gewährleistet. Doch genau diese Sparte fällt in Deutschland seit Mitte Oktober weg. Gleiches gilt aktuell übrigens für die Tischspiele (Roulette, Blackjack, etc.). Doch Spielautomaten sind weiterhin erlaubt – unter Auflagen. Und genau an dieser Stelle hätte Evolution Gaming in Deutschland in die Röhre geschaut. Denn der Spezialist für das Live-Casino hat keine eigenen Slots im Programm. Ganz anders NetEnt. Es gibt vermutlich kaum einen anderen Anbieter, der eine solche Vielfalt an Automaten betreibt. Und diese wären auch mit wenigen Handgriffen nach neuem deutschen Recht hierzulande konform zu betreiben. Ob Spielautomaten, wie Gonzos Quest, Starburst und Co demnächst unter dem Label Evolution Gaming aufzurufen sind oder ob die Marke NetEnt trotz Übernahme erhalten bleibt, steht noch nicht fest.

Evolution Gaming drängt nach Amerika: Viel mehr noch als Deutschland, liegt Evolution der Markt in den USA am Herzen. NetEnt besitzt eine Lizenz in den Staaten. Dies ist vermutlich einer von mehreren Gründen, warum Evolution Gaming die Übernahme von NetEnt vorangetrieben hat.

Ist der Zusammenschluss von Evolution Gaming und NetEnt jetzt durch?

Die Markthüter machen den Weg frei. Wir berichteten schon im Juni von der geplanten Übernahme NetEnts durch Evolution Gaming. Jetzt könnte es eigentlich ganz schnell gehen. Doch trotz der Freigabe durch die CMA gibt es noch keine offizielle Stellungnahme. Scheinbar wollen die Konzerne ihre Entscheidung oder deren Umsetzung nicht übers Knie brechen. Geplant scheint, dass die Aufgaben der Übernahme von Evolution noch im Dezember 2020 angegangen werden. Stand jetzt handelt es sich aber noch um zwei separate Unternehmen. Für Spieler im Online-Casinos könnte der Zusammenschluss ebenfalls positive Auswirkungen haben. Denn jetzt müssen die Casinoseiten nur noch mit einem Vertragspartner verhandeln, was einer weiteren Verbreitung der Spiele dienlich sein kann. Im Großen und Ganzen scheint der Deal übrigens dennoch durch zu sein. Denn Vorstände und Räte haben das Angebot bestätigt und die Aktionäre stimmten ebenfalls mehrheitlich zu.

Aktien sind ein schönes Thema. Noch am 2. Januar 2020 stand die Aktie von NetEnt lediglich bei 2,54 Euro. Corona hat den Preis auf 1,38 Euro (18. März 2020) gedrückt. Anschließend ging es stetig bergauf. Mit der bevorstehenden Übernahme sprang der Kurs auf einen vorübergehenden Höchststand von 8,50 Euro (20. Juli 2020). Doch dieser wurde noch am 12. Oktober 2020 geknackt. Damals war eine Aktie 9,35 Euro wert. Heute steht das Wertpapier bei 8,15 Euro. Evolution Gaming hat eine ebenso raketenhafte Entwicklung genommen. Zum Jahresbeginn lag die Aktie bei 27,80 Euro. Ein kurzer Aufstieg wurde durch die Gesundheitskrise ausbremst. Neue Spiele schrieben die Erfolgsgeschichte jedoch fort. Über die Sommermonate steigerte sich der Kurswert bis auf ein Maximum von 67,10 am 17. Juli 2020. Der bisherige Höchststand war am 12. Oktober 2020 (wie bei NetEnt) erreicht. Damals stand der Kurs bei 73,18 Euro. Aktuell steht das Wertpapier noch bei 64,04 Euro.

Übernahme genehmigt: Nicht nur die CMA aus Großbritannien, auch die maltesische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde hat ihre Zustimmung zum Deal gegeben.

Marktaufsicht billigt Fusion von Evoluton Gaming mit NetEnt 1200 1000 2020-11-25 09:07:13 Online-Casino.de

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