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Medienverband fordert Lockerung bei Werbung zu Glücksspielen

Martin Hill, 24. Februar 2020, Unterhaltung

Gehört Casino-Werbung beschränkt? / Shutterstock.com

Die deutsche Politik plant die Neufassung des Glücksspielstaatsvertrages. Mit der Ausschreibung von Lizenzen bezüglich der Sportwetten ist ein erster Schritt getan. Doch über die Ausgestaltung sämtlicher Paragraphen besteht längst noch keine Einigkeit. Dabei ist es interessant zu sehen, wie viele Interessen in eine solche Planung einfließen. Natürlich pochen die Buchmacher, Online-Casinos und Poker-Räume auf eine liberale Regulierung. Sportclubs, besonders im Fußball, wollen weiterhin mit ihren Partnern werben dürfen. In das gleiche Horn stoßen jetzt die Medienvertreter. Denn bezüglich der TV-Werbung sind strikte Einschränkungen geplant.

Zu Wort gemeldet hat sich VAUNET in seiner Rolle als Verband Privater Medien. In einer Pressemitteilung klären sie über die eigene Unzufriedenheit mit der Beschränkung von Werbung auf. Mitglieder von VAUNET sind zum Beispiel Amazon Media EU, die Deutsche Telekom AG, die Mediengruppe RTL, ProSiebenSat.1 und eigentlich Alles, was in der Medienlandschaft Rang und Namen hat. Sky ist dementsprechend auch vertreten.

Führt die Werbebeschränkung zu fehlender Glücksspiel-Kanalisierung

Fangen wir doch ganz vorne an. Was soll die Neufassung des Glücksspielstaatsvertrages bewirken. Einerseits braucht Deutschland ein Gesetz, welches endlich einmal umsetzungsfähig ist. Die Anbieter aus der Branche Glücksspiel sollen sich dem Entwurf unterordnen und nicht nach Schlupflöchern suchen. In diesem Sinne soll ein für deutsche Bundesbürger legales Angebot in den Bereichen Sportwetten, Online-Casino und Poker geschaffen werden. Denn derzeit findet das iGaming, so der übergeordnete Begriff, größtenteils im rechtsfreien Raum statt. Jetzt soll eine Werbeschranke Teil des neuen Gesetzes sein. Dabei gilt es gar nicht die Werbung grundsätzlich zu verbieten. Doch soll sie auf die Uhrzeit von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens (Online-Casino und Poker) beschränkt sein. Sportwetten-Ads dürfen nicht mehr direkt vor oder während Live-Übertragungen zu sehen sein.

Hier sieht der Medienverband ein grundsätzliches Problem. Denn ein übergeordnetes Ziel des Glücksspielstaatsvertrages ist es, die Spieler auf die legalen Portale zu leiten. Schlussendlich müssen die Nutzer irgendwie unterscheiden können, welche Anbieter innerhalb Deutschlands legal sind. Die Medien wären ein Weg. Dann laut Gesetz sollten dort nur lizenzierte Unternehmen mit ihren Clips auf Sendung gehen dürfen. In diesem Fall könnten die Zuschauer sich darauf verlassen, immer auf einer seriösen Plattform zu landen. Doch die Werbeeinschränkung lässt eventuell viele Spieler ratlos zurück. Vor 6 Uhr in der Früh schauen die wenigsten Fernsehen. Und ab 21 Uhr ist für die Frühaufsteher der Tag bald zu Ende. Der Medienverband VAUNET äußert sich deutlich: „Zu starke Werberestriktionen und Eingriffe in die Produkte der Anbieter konterkarieren das Regulierungsziel der Kanalisierung, hin zu lizenzierten Angeboten.“

Die Uhr tickt: Bereits am 5. März 2020 soll der Entwurf ratifiziert werden. Gibt es bezüglich der Werbung noch eine Liberalisierung?

Medien wollen auf Glücksspiel-Werbung im Eigeninteresse nicht verzichten

Ist Internet-Werbung zu konrollieren? / Shutterstock.com

Neben der zu begrüßenden Kanalisierung handelt der Medienverband VAUNET natürlich im Interesse seiner Mitglieder. Das lineare Fernsehen hat derzeit einen schweren Kampf auszutragen. Der Kontrahent: Das Streaming! Je jünger die Zielgruppe, desto eher schwenken die Kunden um. Denn beim Streamen steht jedermann die Uhrzeit frei. Diverse Angebote laufen außerdem noch ohne Werbeunterbrechung. Im Umkehrschluss geht die Anzahl an Zuschauern zurück. Je mehr Personen eine Sendung und demzufolge die zwischendrin laufende Werbung sehen, desto höher fallen letztlich auch die Einnahmen der Sendeanstalten aus.

Wenn die Glücksspiel-Anbieter zwischen 6 und 21 Uhr nicht mehr mit ihren Werbungen auf Sendung sein dürfen, bricht eine weitere Einnahmequelle weg. Diesbezüglich äußerte sich auch Dr. Matthias Kirschenhofer als Vorstand der Sport1 Medien AG und Vorsitzender des Arbeitskreises Wetten bei VAUNET: „Werbung ist die Finanzierungsgrundlage für private Rundfunkanbieter und ein Instrument, das im Glücksspielmarkt hin zu legalen Spielen steuert, dem Regulierungsziel der Länder. Der Glücksspielstaatsvertrag bietet die Chance für die privaten Rundfunkanbieter, neue Werbeerlöse zu generieren. Die geplanten Werbeeinschränkungen tragen der wirtschaftlichen Entwicklung der Medienunternehmen im Verhältnis zu anderen Mediengattungen nicht ausreichend Rechnung. […] Wir appellieren daher an die Länder, hier noch einmal nachzubessern.“

Live-Ticker Werbeverbot: Die Medienhäuser stellen auf ihren Internetseiten immer Ergebnisse zu den jeweiligen Sportereignissen zur Verfügung. Hier soll Sportwetten-Werbung komplett verboten werden. Dies sehen die Medien als Benachteiligung zu weiten Teilen des Internets.

Schwächen des Glückspielneuregulierungsstaatsvertrages aufgedeckt!

Es ist nicht der erste Hinweis, dass das Angebot an Sportwetten und Casino-Spielen attraktiv sein muss, damit die Spieler den legalen Anbietern die Treue halten. Die Politik schreibt sich als Ziele Spieler- und Jugendschutz auf die Fahnen. Die Medienanstalten sehen jedoch, ebenso wie die Online-Buchmacher und Internet-Casinos, dass die Regulierung in einigen Teilen zu streng ist. Bekommen die Spieler ihre gewohnten Live-Wetten nicht geboten, suchen sie sich ein Angebot außerhalb der deutschen Regulierung. Wo ist dieser Spieler dann geschützt?

Heißt es in diesem Fall, so wie eben auch, selber schuld? Doch noch ist der Regulierungszug nicht abgefahren. Die Zeit drängt jedoch. Denn schon am 5. März 2020 treffen sich die Ministerpräsidenten der Länder um eine Entscheidung zum Glücksspiel in Deutschland herbeizuführen. Wir wollen nicht verschweigen, dass die Regulierung selber eine gute Sache ist. Auch die Einrichtung einer zentralen Glücksspielaufsicht ist längst überfällig. Dennoch könnten zu strenge Richtlinien die Kunden verprellen und erneut auf den Schwarzmarkt treiben.

Medienverband fordert Lockerung bei Werbung zu Glücksspielen 1200 1000 2020-02-24 10:50:48 Online-Casino.de

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