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Novomatic in Liechtenstein: Glücksspiel erstmals seit 171 Jahren

Martin Hill, 11. August 2017, Sport & Spiel

Bildquelle: Novomatic Gruppe

In Liechtenstein waren Casinos über eine längere Zeitspanne verpönt. Erst kürzlich wurde beschlossen, den Markt für das Glücksspiel wieder zu öffnen. Novomatic hat seine Chance erkannt und genutzt.  In Ruggell hat jetzt das erste liechtensteiner Casino seit 171 Jahren seine Pforten geöffnet. Der Standort gilt als vorteilhaft, da die Spielbank mitten im Dreiländereck zu finden ist.

Wenngleich die Eröffnung des Casinos in Ruggell formlos über die Bühne ging, stehen doch diverse Spielemöglichkeiten für Besucher beriet. Mit fünf Spieltischen und mehr als 100 Spielautomaten können unbeschwerte Stunden im Spielcasino verbracht werden. Für Novomatic sprach hierbei auch die Nähe zum Heimatland Österreich, von wo das Geschäft erfolgreich betrieben wird.

Mit Verspätung: Der „Eldorado-Touch“ kommt doch!

Wir schreiben das Jahr 1999. Der damalige Regierungschef Mario Frick sprach sich energisch gegen ein Casino in Liechtenstein aus. Einen „Eldorado-Touch“, wie er es nannte, bräuchte das Fürstentum nicht. Tatsächlich mussten 171 Jahre vergehen, bis in den Landesgrenzen von Liechtenstein das Spielen wieder erlaubt war. Und warum auch nicht? Immerhin gibt es im angrenzenden Österreich und auch in der Schweiz Casinos. Selbst Deutschland ist nicht weit entfernt. Wenn die Spieler jedoch über die Landesgrenze pilgern, um ihrer Lust auf Glücksspiel zu frönen, gehen die Einkünfte ebenfalls in die Kasse eines anderen Staates. Umgekehrt erhalten die Spielbanken im Österreichischen Bregenz, im Osten der Schweiz und im Süden von Deutschland eine neue Konkurrenz.

Erstes Casino seit 1846: Inzwischen ist es bereits 171 Jahre her, dass in Liechtenstein legal ein Spielcasino betreten werden konnte.

Politisch gab es zunächst Wiederstand. Dieser war jedoch im Jahr 2010 gebrochen. Die Parlamente des Landes, sowie der Landtag stimmten einem neuen Gesetz zu, dem Geldspielgesetz. Um den Betrieb einer Spielbank legal zu machen, musste zudem das Glücksspielverbot aufgehoben werden. Dieses hatte seit dem Jahr 1949 Bestand. Ziel der Politiker ist eine aufstrebende Wirtschaft. Sehr schnell gingen die Bewerbungen für den interessanten Standort in Liechtenstein ein. Da sich zwei Unternehmen als berufen fühlten, gipfelte die Entscheidung in einem Rechtsstreit. Der EFTA-Gerichtshof in Luxemburg entschied für eine Wiederholung der Ausschreibung. Darauf ließ sich die Regierung nicht ein und änderte sein Vorgehen. Anstatt Konzessionen zu vergeben, wurden Bewilligungen ausgesprochen. Der Unterschied: Es können durchaus mehrere Anbieter an verschiedenen Standorten auf ein Casino hoffen.

Liechtenstein als attraktiver Standort: Österreich und Schweiz im Vergleich

Einer der Gründe für den vorangegangenen Rechtsstreit ist die Attraktivität des Standortes in Liechtenstein. Dieser wäre freilich noch attraktiver gewesen, wäre die Konzession auf eine beschränkt geblieben. Denn in diesem Fall wäre nur die Konkurrenz aus dem Ausland zu beachten gewesen. Jetzt werden wohl weitere Casinos im Fürstentum folgen, zusätzlich zu den Spielstätten der Nachbarländer. Denn von den Landesgrenzen Liechtensteins aus, lassen sich innerhalb von 30 Minuten sechs Casinos im Ausland ansteuern. Von Bregenz in Österreich, über St. Gallen, Pfäffikon und Bad Ragaz in der Schweiz, bis hin zu Konstanz und Lindau in Deutschland ist der Weg jeweils nicht weit.

Steueroase Liechtenstein: Für Casinobetreiber ist das Fürstentum finanziell ein sehr guter Standort. Denn je nach Ertrag müssen zwischen 17,5% und 40% an Steuern abgeführt werden. In Österreich wird mit einem fixen Wert von 30% gearbeitet, während in der Schweiz zwischen 40 und 80% als Abgabe anstehen. Wobei hier nie mehr als 55% an Steuern für Unternehmer zur Anwendung kam.

Details zum Deal, dem Unternehmen und der Eröffnung

In Ruggell rollte die Kugel! (Bildquelle)

Novomatic tritt gar nicht selber als Betreiber des Casinos Ruggell auf. Es handelt sich um die Tochterfirma Casino Admiral Liechtenstein, welche das Projekt überwacht. Beteiligt sind zudem das Grand Resort in Bad Ragaz und die Schweizer ACE Casino Holding. Schon bei der Vertragsunterschrift von Novomatic im Januar 2017, wo der Mietvertrag für das Geschäftszentrum Kokon in Ruggell besiegelt wurde, sprachen die Österreicher vom „attraktiven Standort im Dreiländereck“ und einer „optimalen Ergänzung in der Nähe des Heimatlandes Österreich“. Die Eröffnung des Casinos fand am Mittwoch, den 09. August 2017, statt. Der Eintritt ist frei. Geld wird beim Spielen ausgegeben. Die Kleiderordnung ist als legere zu bezeichnen. Novomatic beschäftigt vor Ort 45 Mitarbeiter. Grundsätzlich ist das Unternehmen aktuell so gut aufgestellt, wie noch nie. Denn nach Abschluss des 1. Quartals 2017 wurde ein Rekordumsatz für das Geschäftsjahr 2016 verkündet. Der Umsatz lag bei 2,3 Milliarden Euro. Schon vor Monaten sprach der Vorstandsvorsitzende Harald Neumann von Auslandsplänen. Damit war jedoch nicht nur Liechtenstein gemeint. Immerhin hat Novomatic auch das Unternehmen Ainsworth Game Technology Ltd. zu 53 Prozent übernommen. Die Australier sind in Asien, Nord- und Südamerika aktiv, was Novomatic die Möglichkeit gibt, auch in diese Länder zu expandieren.

Novomatic vor dem Börsengang? Insider haben in diesem Jahr vermeldet, dass dieser Schritt erwogen wird. Der Boom der Glücksspielbranche ist hier als Pluspunkt zu nennen. Andere Unternehmen aus dem Sektor Casino oder Spielautomaten sind mit ihren Aktienkursen durch die Decke gegangen. Tatsächlich sind Casino-Aktien gefragt wie nie! Es wird spekuliert, dass der Börsengang von Novomatic noch in diesem Herbst über die Bühne geht. Konkret ist es jedoch noch nicht geworden.

Novomatic in Liechtenstein: Glücksspiel erstmals seit 171 Jahren 300 250 2017-08-11 16:01:52 Online-Casino.de

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