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Österreichische Poker-Profis werden nicht besteuert

Martin Hill, 24. Oktober 2016, Steuern

Poker Spieler mit Chips und Zigarre (Bildquelle)

Einige Spieler haben in der Vergangenheit im Poker Karriere gemacht. Diverse Turniere sind in einer Höhe bewertet, dass der Lebensunterhalt mit dem Kartenspiel zu sichern ist. Wo viel Geld fließt, stellt sich die Frage nach einer Besteuerung. Diese wurde in Österreich für Pokerspieler angedacht. Entsprechende Pläne hatte das Finanzministerium im August 2016 geäußert.

Diese Idee wurde inzwischen über den Haufen geworfen. Professionelle Spieler sollen auch in Zukunft ohne Besteuerung bleiben. Im Blickpunkt stehen jetzt die Märkte in Europa. Österreich überlegt den nationalen Markt zu öffnen. Online-Spieler aus Europa würden profitieren.

Österreich ist die Heimat zahlreicher Poker-Profis

Österreich hat im Sektor Poker gegenüber Deutschland und vielen anderen Ländern einen klaren Vorteil. Es gibt klare Regeln und eine eindeutige Regulierung. Dies ist ein Grund, warum viele Profis Österreich als Wahlheimat aussuchen. Denn bei unseren Nachbarn gelten Pokergewinne zu den steuerfreien Glücksspieleinkünften. Eine ab 2017 geplante Besteuerung der Turniere ist zunächst kein Thema mehr. Das Finanzministerium sprach davon, dass entsprechende Ausführungen im Begutachtungsentwurf nicht mehr enthalten sein werden.

Eine Gleichsetzung des Pokers zum Lotto in Österreich hat auch der Kurier aufgenommen. Vielleicht hat Österreich bei seiner Entscheidung, auf eine Steuer zu verzichten, einen Blick nach Italien oder Frankreich geworfen. Dort wurde die Besteuerung eingeführt. Die Folge: Professionelle Spieler haben das Land verlassen. Hobby-Spieler haben das Spielen aufgegeben, weil kaum mehr Gewinne möglich waren.

Der Stein des Anstoßes in Deutschland war der Fall „Eddy Scharf“. Der Pokerspieler wurde bereits 2015 zur Zahlung von Steuern verurteilt. Dies geht aus einer Entscheidung des Bundesfinanzhofes hervor. Mit einer Verfassungsbeschwerde hat sich der Poker-Spieler dagegen gewehrt und bekommt mit Leo Tsoukernik (Boss des Kings Casino) prominente Unterstützung. Professionelle Spieler, wie Fedor Holz und Pius Heinz sind wegen dieser Rechtsunsicherheit nach Österreich ausgewandert.

Die ewige Frage: Ist Poker ein Glücksspiel?

Auch in Sachen Besteuerung von Belang: Poker als Glücksspiel? In Österreich wird es mit dem Lotto-Spiel gleichgesetzt. Auf die Ziehung der Zahlen hat der Spieler jedoch keinen Einfluss. Auf seine Karten freilich ebenso wenig. Aber durch den geschickten Austausch von Karten, das Passen und Nehmen, sowie durch das Bluffen kommen strategische Elemente in das Pokerspiel.

Kann es nur Glück sein? Diese Frage muss aufkommen, wenn von Poker-Profis die Rede ist. Immerhin gibt es nicht weniger Personen, die vom Spiel mit den Karten ihren Lebensunterhalt verdienen können. Sie nehmen an hochdotierten Turnieren teil oder spielen im Internet. Ist Poker ein Geschäftsmodell und kein reines Glücksspiel, rückt das Thema politisch in den Vordergrund. Die Ansichten diesbezüglich divergieren jedoch.

Bildquelle: Fotolia/lassedesignen (#76439352)

Österreichische Poker-Profis werden nicht besteuert 300 250 2016-10-24 15:48:01 Online-Casino.de

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