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Online-Casinos müssen Werbung bei Google transparent gestalten

Sabina Kugler, 8. Juni 2020, Wirtschaft

Google mit neuen Werbe-Richtlinien / Shutterstock.com

Fernsehwerbung von Online-Casinos wird seit Jahren kritisch beäugt. In der aktuellen Gesundheitskrise ist dieses Thema erneut aufgeflammt. Ein weiterer Werbekanal ist das Internet. Denn dort sind die Werbetreibenden mit ihrem Kerngeschäft aktiv. Folglich macht es Sinn im World Wide Web Werbeeinblendungen zu schalten. An diesem Punkt führt an den Google Ads kein Weg vorbei. Es handelt sich dabei um die Einblendungen der Suchmaschine, die Anzeigen gezielt zu konkreten Suchanfragen ausgibt. Künftig müssen sich Online-Casinos jedoch ausweisen, um Werbung auf diese Art zu schalten.

Dennoch ist es nicht so, dass hier eine Branche benachteiligt wird. Tatsächlich müssen sich sämtliche Unternehmen inzwischen einem Identitätscheck unterziehen. Weiterhin soll den Suchenden die Möglichkeit eingeräumt werden, zu erkennen wer die Werbeanzeige geschaltet hat. Mehr Transparenz ist das Ziel. Vorab wollen wir uns einmal damit befassen, warum Google Ads für Werbetreibende eine elementare Bedeutung haben.

So profitieren Online-Casinos von Google Ads

Früher waren die Google Ads noch unter dem Namen Adwords bekannt. Gemeint ist jedoch das Gleiche. Als Werbetreibender erkaufst du dir Einblendungen. Angenommen ein Nutzer führt eine Suche zum Schlagwort „Online-Casino“ durch. Jetzt sollten in den Ergebnissen prominente Anbieter oben gelistet sein. Diese finden dank ihrer Links, einer guten Suchmaschinenoptimierung und einer längeren Aufenthaltsdauer weit vorne Platz. Generell gibt es sehr viele Ranking-Faktoren. Und Google macht diese nicht publik. Doch gibt es weiterhin eine Chance, sich vor den Wettbewerbern zu platzieren. Die Rede ist von den Google Ads. Denn hier bezahlt der Werbetreibende, um an prominenter Stelle einen Platz zu bekommen. Dadurch ist sichergestellt, dass der Suchende die Einblendung zu Gesicht bekommt.

Je nach Suchanfrage schaltet die Suchmaschine eventuell bis zu vier Anzeigen vorweg. Dabei handelt es sich um die bezahlte Werbung. Je nach Bildschirm nimmt diese mitunter einen größeren Teil des Displays ein, als die regulären Ergebnisse. Damit fällt das Augenmerk, auch weil die Ausgabe vor dem eigentlichen Suchergebnis gelistet ist, des Interessenten auf die Werbung. Für jede Branche sind Klicks via Google mit Einnahmen verbunden. Je mehr Besucher auf die eigene Homepage geleitet werden, desto größer die Chance aus den Suchenden Kunden zu machen. Dabei verweist Google in seinen Richtlinien seit 2019 darauf, dass nur Werbung für im Staat lizenzierte Anbieter gestattet ist. Dies schränkt die Auswahl in Deutschland für Online-Casinos natürlich ein.

Online-Marketing ist essentiell: Gerade für rein virtuell agierende Unternehmen ist es wichtig Werbung an der richtigen Stelle zu schalten. Daher sind Werbemaßnahmen im Internet, wo sich die Zielgruppe vermehrt aufhält, wichtig.

Werbung fürs Casinos nur mit Lizenz / Shutterstock.com

Grundsätzlich ist es keine bahnbrechende Neuerung, dass Nutzer der Google Ads Daten zur eigenen Person oder zum Unternehmen eingeben. Was neu hinzukommt ist ein Prozess der Verifikation, sowie eine Darstellung näherer Angaben bei der Werbung. So sollen die Anzeigen künftig mit weiteren Informationen ausgestattet sein. Dazu zählen Angaben zum Unternehmen, sowie zum Land aus welchem die Werbung geschaltet wird. Nutzer der Suchmaschine sollen also künftig weiterführende Informationen zur Ad (Anzeige) erhalten. Wie genau diese Infos implementiert werden, ist noch offen.

Fest steht jedoch, dass Google diese Neuerung zunächst in den USA ausrollt. Allerdings ist schon jetzt bekannt, dass weitere Länder folgen. Grundsätzlich möchte der Suchriese aus Kalifornien dieses System weltweit einsetzen. Änderungen an den Richtlinien finden ohnehin regelmäßig statt. So führte Google 2019 die Möglichkeit ein, für Glücksspiele in Kenia, Nigeria oder Kolumbien Werbung zu schalten. Diese Chance haben Werbetreibende in anderen Ländern natürlich auch. Voraussetzung ist jedoch jeweils, dass die Unternehmen im jeweiligen Land von der Glücksspielaufsicht eine Lizenz erhalten haben. Gleichwohl dürfen die Anzeigen nur Nutzer erreichen, die im gleichen Land leben, wo die Werbeanzeige geschaltet wurde. Wichtig ist ebenso, dass die Zielseiten einen Verweis auf den Spielerschutz beinhalten und Glücksspiel von Minderjährigen verhindern.

Google Zertifikat: Heute brauchen die Werbetreibenden eine Bestätigung von Google, um Anzeigen zu schalten. Früher hat der Suchgigant Glücksspielunternehmen beispielsweise kategorisch aus dem Play Store verbannt. Heute gibt es hingegen Regeln und Vorschriften für Glücksspielanbieter bezüglich der Partnerschaft mit Google.

Ist Glücksspiel-Werbung besser ganz zu verbieten?

Dass Glücksspiel ein gewisses Suchtpotential hat, ist hinlänglich bekannt. Dennoch werden Online-Casinos und Sportwetten von den Ländern lizenziert. In Deutschland soll ab Juli 2021 ein neuer Glücksspielstaatsvertrag in Kraft treten. Auch hier sollen nicht nur die Wetten, sondern auch Casinospiele im Internet abgedeckt sein. Und wenn die Angebote in einer Nation legal sind, sollte auch Werbung geschaltet werden dürfen. In welchem Maße dies erlaubt ist, bestimmt letztlich der Gesetzgeber.

Ziel muss es sein, das Glücksspiel der Bürger zu kanalisieren. Verbote bewirken meist wenig. Denn in diesem Fall suchen sich die Spieler unlizenzierte Angebote. Dort findet hingegen keine Regulierung statt, was das Problem nur verschärft. Grundsätzlich ist Glücksspiel-Werbung umstritten. Solange der Staat für die staatlichen Glücksspiele, zum Beispiel Lotterien, selber Werbung schaltet, scheint es hingegen paradox Casino- oder Sportwetten-Werbung zu verbieten. In Deutschland gibt es jedoch weiterhin den Streitpunkt, dass Casino- und Poker-Spiele bestenfalls in Schleswig-Holstein erlaubt ist, Werbung für die Anbieter aber in allen Bundesländern zu sehen ist.

Online-Casinos müssen Werbung bei Google transparent gestalten 1200 1000 2020-06-08 09:42:51 Online-Casino.de

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