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Parlamentswahl Wetten: Briten gehen in die Verlängerung

Martin Hill, 16. Juni 2017, Sport & Spiel

Briten verzichten auf Glücksspiel-Werbung (Bildquelle)

England, eine wettbegeisterte Nation. Das Sportwetten-Fieber ist unlängst über den Sport hinausgeschwappt. Nicht mehr sind es nur der Fußball, das Tennis, Darts und weitere Aktivtäten, auf welche die Spieler ihre Wetten abgeben können. Länger schon hat die Faszination des Tippens die Prominenten und Politiker erreicht. Jüngst hat sich jedoch der Verdacht aufgedrängt, dass es den Buchmachern hier an Expertise fehlt. Die Parlamentswahl wurde falsch eingeschätzt und es war nicht der erste Fauxpas.

Um nur einige Stichwörter einzuwerfen, wo die Wettanbieter in der jüngeren Vergangenheit, in Bezug auf politische Fragen danebengelegen haben: Trump und Brexit. Und jetzt ist auch die Parlamentswahl nicht wie erwartet ausgegangen. Warum die Buchmacher sich dennoch freuen können, verraten wir nachfolgend.

Rückblick: So standen die Quoten vor der Parlamentswahl

Am Donnerstag, den 08. Juni 2017, stand die Parlamentswahl in Großbritannien an. Auf die deutsche Zeit gesehen, konnte das Volk bis 23 Uhr ihre Stimme für einen der Kandidaten abgeben. Ebenfalls abstimmen konnten die Einwohner Englands bei den Buchmachern und dabei mit ihrem Tipp sogar noch Geld verdienen. Favoritin war die bisherige Premierministerin Theresa May. Die Quoten bei den Top-Buchmachern in England lagen bei 1 zu 7. Dies bedeutet, dass wer sieben Pfund eingesetzt hat, nur acht Pfund ausgezahlt bekommen hätte. Rechnen wir dieses Verhältnis um, so bekommen wir einen Prozentsatz von 88 Prozent heraus. Diese Zahl stellt die errechnete Wahrscheinlichkeit der Wettanbieter dar. Außenseiter war somit der Kontrahent Jeremy Corbyn. Seine Chancen standen zuletzt schlecht, da ihm vorgeworfen wurde, sich zu wenig für einen EU-Verbleib eingesetzt zu haben.

Umfrage Umschwung: Auf der Zielgeraden hat sich Theresa May schwer getan. Der Kontakt zu den Wählern ging verloren. Experten vermuten, dass der Anschlag in England ebenfalls einen Wandel in den Köpfen vieler Wähler bewirkt hat. Denn damit änderte sich die Präferenz vom Brexit hin zum Thema Sicherheit. May ließ in ihrer Rolle als Innenministerin 20.000 Jobs bei der Polizei streichen.

Britische Parlamentswahl: Gewinner sind die Buchmacher selber

Politikwetten stehen hoch im Kurs. Dies gilt besonders für die Briten und wenn dann noch der heimische Premierminister zur Wahl steht, lassen sich viele Kunden nicht zweimal bitten. Allerdings gab es am 08. Juni 2017 keinen klaren Sieger. Das Ergebnis: „hung parliament“. Diese Aussage bedeutet, dass keine Partei eine Mehrheit erreichen konnte. Und genau deswegen sind die Buchmacher die Gewinner. May war hoch favorisiert gehandelt. Viele Spieler setzten auf eben diesen Mehrheitssieg. Aber egal ob auf die Mehrheit auf die Partei von May oder Corbyn gesetzt wurde, in beiden Fällen konnten die Wettanbieter die Einsätze einbehalten. Bislang galten die Buchmacher mit ihren Prognosen als Koryphäen. Zuletzt gab es jedoch Rückschläge in der Reputation.

Buchmacher mit Gewinnen: Die großen Namen unter den Wettanbietern in England, William Hill, Paddy Power, Betfair und Co haben mit dem spannenden Wahlergebnis 20 Millionen Pfund eingenommen. Die Einsätze sollten sogar oberhalb von 40 Millionen Pfund gelegen haben. Und damit ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Denn da noch kein eindeutiges Ergebnis vorliegt, dürfen weiterhin Tipps abgegeben werden.

Verfügbare Wetten auf die Parlamentswahl im Vereinigten Königreich

Die erwartete Mehrheit wurde nicht erreicht. Eine Regierungsbildung ist somit nur über eine Koalition möglich. Für die Wettanbieter ein gefundenes Fressen. Es entstehen neue Märkte mit neu berechneten Quoten. Bleibt die Frage, ob die Buchmacher dieses Mal näher dran sind mit ihrer Einschätzung. Daher schauen wir auf den Buchmacher William Hill und sein Angebot. Für das Parlamentswahlen-Ergebnis gibt es für die „Labour Mehrheit“ eine Quotierung von 5/4. Die „Konservative Mehrheit“ erhält eine 9/4 und die „Liberal-Demokratische Mehrheit“ eine 80/1. Es verbleibt das Ergebnis auf „No Overall Majority“ – also keine Mehrheit – mit 7/4. Auch auf den Gewinn der Parlamentssitze kann gewettet werden. Labour erhält eine Bewertung von 8/11, die Konservativen von 1/1 und die Liberal-Demokraten von 33/1. Sogar das Jahr der nächsten Wahl steht im Angebot.

Der Brexit und seine Auswirkungen (Bildquelle)

Mit einem kleinen Rückblick in die Vergangenheit wollen wir schließen. Denn bei zwei prominenten Abstimmungen lagen die Buchmacher daneben. So wurde der amtierende amerikanische Präsident Trump als Außenseiter gesehen. Inzwischen konnte sogar schon auf sein Amtsenthebungsverfahren gesetzt werden. Die Tendenz der Wettanbieter lag auch beim Ausstieg von Großbritannien aus der EU daneben. Die Quoten deuteten auf einen Verbleib hin. Am Ende stand jedoch der Brexit fest. Dabei werden die Wettanbieter von vielen Menschen ein Stück weit mit den Meinungsforschern gleichgesetzt. Immerhin gilt es bei beiden Berufen Analysen und Umfragen vorzunehmen, um eine Wahrscheinlichkeit abzubilden. Liegen die Meinungsforscher bei einer Einschätzung daneben, so leidet der Ruf. Verkalkulieren sich die Buchmacher, so kann es auch zu einem bedeutsamen, wirtschaftlichen Verlust kommen. Zuletzt ist dies bei der Meisterschaft von Leicester City in der Saison 2015/16 zustande gekommen. Die „Foxes“ hatten eine Wahrscheinlichkeit von 5.000:1 zu bieten. Wer 100 Euro einsetzte, konnte eine Auszahlung von einer halben Millionen Euro in Anspruch nehmen. Bei William Hill hatten eben diese Wette gleich zwölf Personen in Auftrag gegeben.

Parlamentswahl Wetten: Briten gehen in die Verlängerung 425 283 2017-06-16 16:40:16 Online-Casino.de

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